Nachrichten

zu Gesundheitspolitik/Gesundheitssystem und ganzheitlicher Medizin

Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten, die wir einmal im Monat als Newsletter verschicken. Wir greifen aktuelle Neuigkeiten aus verschiedenen Medien auf – zu Gesundheitsthemen, aber auch zu Forschungsergebnissen, zur Gesundheitspolitik und ganzheitlicher Medizin.

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ES DARF GESTRITTEN WERDEN

Kontroverse Ergebnisse der Bundestagswahl 2017

Am 24. September 2017 wurde ein neuer Bundestag gewählt, der – so viel ist schon mal sicher – stärker polarisieren wird als bisher. Die großen Parteien haben drastisch Wählerstimmen verloren, AfD und FDP dafür deutlich gewonnen. Nun wird um das so genannte Jamaika-Bündnis, bestehend aus CDU, FDP und Grünen, gerungen. Ob die Koalitionsverhandlungen am Ende erfolgreich sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt (Stand Anfang Oktober 2017) völlig unklar. Vor der Landtagswahl am 15. Oktober 2017 in Niedersachsen wird wenig Konkretes zu vermelden sein. Und es wird sich zeigen, ob die beiden Schwesterparteien CDU und CSU überhaupt über einen gemeinsamen Regierungskurs einig werden, um danach mit den anderen Parteien verhandeln zu können. 

Spannende Ressortverteilung
Wohin die politische Reise inhaltlich gehen wird, wird erst später klarer, wenn entschieden ist, wer welche Ressorts bekommt. Wie weit die Positionen jedoch teils auseinanderliegen, zeigt sich am Beispiel der Gesundheitspolitik beim Thema Krankenversicherung: Im Wahlkampf haben die Grünen betont, dass die Bürgerversicherung nicht verhandelbar sei. CDU und FDP wollen hingegen am bisherigen System von gesetzlicher und privater Krankenversicherung festhalten. Ob die Grünen bei ihrer Haltung bleiben werden, darf bezweifelt werden. Es ist gut möglich, dass sie dieses Thema zugunsten anderer Themen – Umwelt und soziale Gerechtigkeit – aufgeben.

Für Vielfalt und Offenheit
Für GESUNDHEIT AKTIV kommentiert Stefan Schmidt-Troschke das Ergebnis der Bundestagswahl: „Dass es im Parlament zukünftig kontroverser zugehen wird, ist nicht unbedingt das Schlechteste. Wir dürfen uns also auf polarisierende Debatten einstellen. Trotzdem sind wir in großer Sorge. Denn wir sehen, dass die Konfliktlinien nicht mehr unbedingt rechts oder links verortet sind, sondern eher in der Polarität von Offenheit vs. Abgrenzung. Wollen wir eine offene Gesellschaft, die von Vielfalt geprägt ist, oder wollen wir uns eher abgrenzen und Zäune und Grenzen errichten? Diese Frage bewegt uns auch in der Gesundheitspolitik: Trauen wir uns als Bürger*innen und Patient*innen zu, für uns selbst zu entscheiden, welche Art der Medizin wir wollen? Oder wollen wir möglichst viel Kontrolle? Wir von GESUNDHEIT AKTIV setzen uns ganz klar für Vielfalt, Selbstbestimmung und Offenheit ein!“ 

Unsere Forderungen an die Gesundheitspolitik: Bürgerschaftlich organisiert, integrativ und individuell ausgerichtet – für ein wirklich zukunftsfähiges Gesundheitswesen hat GESUNDHEIT AKTIV vier gesundheitspolitische Forderungen formuliert.

WENIGER IST MEHR!

Impfen: Druck ist kontraproduktiv

Impfungen gehören aus gutem Grund zu den freiwilligen prophylaktischen Maßnahmen. Noch! Immer wieder wird in Deutschland darüber diskutiert, ob Impfungen nicht verpflichtend für alle gelten sollten. Befürworter einer rigiden Impfstrategie halten eine offene und kritische Auseinandersetzung mit Impfungen für gefährlich. Immer vehementer fordern sie eine staatliche Impflicht. Damit sollen die Impfquoten steigen: mehr Aufklärungskampagnen, mehr verpflichtende Beratung, Ausschluss von nicht geimpften Kindern aus Kita oder Schule und als ultima ratio auch Pflichtimpfungen. Dabei haben 97 Prozent der Schulanfänger die erste Masern-Impfung. Eltern, die zum Beispiel später impfen wollen, geraten zunehmend unter Druck.

Impflücken bei Erwachsenen – nicht bei Kindern
Nun hat auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Professor Lothar H. Wieler, in einem Gastbeitrag in der Ärzte Zeitung darauf hingewiesen, dass die größten Impflücken bei der Masern-Impfung bei Jugendlichen und Erwachsenen liegen. Nach Ergebnissen einer RKI-Studie seien bei den 18- bis 44-Jährigen mehr als 40 Prozent nicht gegen Masern geimpft. Diese Altersgruppe wäre aber von einer möglichen Impfpflicht nicht berührt.

„Zudem fanden Forscher aus Erfurt und Aachen heraus, dass eine Impfpflicht die Impfbereitschaft für die verbleibenden freiwilligen Impfungen deutlich verringern würde. Offenbar, so vermuten die Wissenschaftler, führt die Einschränkung der Entscheidungsfreiheit dazu, sich diese bei nächster Gelegenheit ‚zurückzuholen‘“, gibt Wieler zu bedenken. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine neue britisch-italienische Studie („Misinformation lingers in memory: Failure of three pro-vaccination strategies“, PLoS ONE 12(7): e0181640), in der verschiedene Strategien getestet wurden, um bestimmte Klischees über das Impfen zu korrigieren. Zwei der drei getesteten Strategien führten sogar zu einer Verstärkung der vorherigen Urteile.

Selbstbestimmt entscheiden
Die Erkenntnisse überraschen Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführer von GESUNDHEIT AKTIV, kaum: „Impfkampagnen, die pauschal die Vorteile vom Impfen preisen, führen selten zu einer Steigerung der Impfraten. Das zeigen Umfragen und Studien immer wieder. Dass nun auch offizielle Stellen diese Maßnahmen kritisch reflektieren, ist gut. Wir von GESUNDHEIT AKTIV argumentieren ganz grundsätzlich, dass auch beim Impfen Grundwerte wie Selbstbestimmung und das Recht auf die individuelle Entscheidung gelten. Nicht zuletzt heißt es direkt im dritten Absatz der Ottawa-Charta, dass die Gesundheit des Menschen zuerst eine Frage der Selbstbestimmung ist. Dafür stehen wir ein und machen uns deshalb für eine ergebnisoffene Aufklärung und Beratung zum Impfen stark.“

Save the Date! Kongress zum Impfen, 23. & 24. Februar 2018 in Berlin
„Impfen: Selbstbestimmung oder Bürgerpflicht? Freiheit erhalten – Verantwortung leben“ heißt unser Kongress, zu dem wir Sie ganz herzlich einladen! Der Kongress richtet sich an Ärzt*innen, Studierende und Auszubildende in der Medizin, Hebammen und Expert*innen, die zum Thema Impfen beraten sowie an interessierte Bürger*innen, Eltern und Journalist*innen.

Worum es geht
Mit dem Kongress möchten wir von GESUNDHEIT AKTIV e. V. Eltern und Bürger*innen ansprechen und ihnen Raum für ihre Fragen geben. Die Chancen vieler Impfungen und Impfprogramme werden dargestellt und mit führenden Expert*innen, Politiker*innen und Patienten-/Bürgervertreter*innen diskutiert. Damit wollen wir einen Impuls geben für einen offenen und redlichen Diskurs – auf dem Weg zu mehr Transparenz und Vertrauen. 
Bei Interesse oder Nachfragen, bitte per E-Mail an info@gesundheit-aktiv.de

ZURÜCK ZUR ETHIK?

 Ärzte gegen Ökonomisierung in der Medizin

 

 

Als Reaktion auf die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) den neuen Klinik Kodex „Medizin vor Ökonomie“ ins Leben gerufen. Mit dieser Verhaltensmaxime verpflichten sich Mediziner, ihr ärztliches Handeln stets am Wohl des Patienten auszurichten, mit „absolutem Vorrang gegenüber ökonomischen Überlegungen“.

Gleichzeitig sollen sich Ärzte im beruflichen Alltag und insbesondere in der Argumentation gegenüber rein wirtschaftlich orientierten Handlungsvorgaben auf den Kodex berufen können. Ziel ist zudem, das Vertrauen von Patienten und Bevölkerung zurückzuerobern.

Wirtschaftliche Fehlanreize im Krankenhaus
„Wachsender Kostendruck und ökonomisch orientierte Zielvorgaben im Klinikbetrieb behindern den ureigenen Auftrag von Ärzten, dem Wohl aller Patienten nach bestem ärztlichen Wissen zu dienen und Jedem eine leitliniengerechte und fürsorgliche Medizin sowie solidarische Hilfe zukommen zu lassen“, sagt Professor Dr. med. Petra Maria Schumm-Draeger, stellvertretende Vorsitzende der DGIM. „Die Folgen für Patienten sind gravierend.“ Die wirtschaftlichen Fehlanreize führten zu einer Überversorgung in gut bezahlten Domänen, etwa der Gerätemedizin mit MRT, CT oder Röntgen. Gleichzeitig haben sie Unterversorgung in der nicht ausreichend vergüteten sprechenden Medizin mit Ärztemangel und langen Wartezeiten zur Folge. Stark betroffen hiervon ist beispielweise die Behandlung von betreuungsintensiven Volkskrankheiten wie Diabetes oder Rheuma.

Patienten schützen
Der Klinik Kodex sei ein weiterer Vorstoß der DGIM, um Ärzte und Patienten vor der Entwicklung hin zur ökonomisch geleiteten Medizin zu schützen. „Klinikärztinnen und -ärzte müssen im klinischen Arbeitsalltag zum Teil viel Zeit und Kraft in Rechtfertigungen und Begründungen investieren, warum sie sich im Sinne ihrer Patienten entscheiden“, sagt sie. Mit dem Klinik Kodex wolle man Orientierung und Solidarität bieten, auch indem er konkret auf den heutigen Klinikalltag zugeschnittene Haltungs- und Verhaltensempfehlungen gebe.

Der Geschäftsführer von GESUNDHEIT AKTIV, Stefan Schmidt-Troschke, bewertet die Initiative positiv: „Eigentlich sollte es ja selbstverständlich sein, dass Ärzte in erster Linie der angemessenen Versorgung ihrer Patienten verpflichtet sind. Doch die Realität sieht längst anders aus. Gemacht wird, was Geld bringt. Die sogenannte sprechende Medizin wird hingegen kaum vergütet. Aber ehrlicherweise müssten Ärzte zugeben, dass sie an dieser Entwicklung mit ihrer Fokussierung auf ‚höher, weiter, schneller’ in der Medizin nicht ganz unschuldig sind. Ob die Patienten das überhaupt wollten, hat keiner gefragt. Heute empfinden auch viele Ärzte die zunehmende Ökonomisierung als belastend und bemühen sich, die Büchse der Pandora wieder zu schließen. Hoffentlich kann der Kodex zu einem Wertewandel beitragen.“

Quelle:
„Klinik Kodex: Internisten prangern Ökonomisierungsdruck an“, Deutsches Ärzteblatt, 19. September 2017

INTEGRATIV BEI KREBS

 Anthroposophisches Krebszentrum zertifiziert

 

 

Großes Lob ans Krebszentrum in Havelhöhe: „Sie machen Patientenversorgung auf höchstem Niveau. Sie leben Ihr Zentrum, das ist bei allen Mitarbeitern spürbar und die Patienten profitieren von Ihrem integrativen Konzept“, so das Fazit der Auditoren vom unabhängigen Zertifizierungsinstitut der Deutschen Krebsgesellschaft OnkoZert. Damit ist das Lungenkrebszentrum am anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe nun bereits das dritte Krebszentrum, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist. 2012 wurde das Brustkrebszentrum zertifiziert und 2013 hatte auch das Darmkrebszentrum die Zertifizierung erfolgreich durchlaufen.

Doppelt ansetzen
Was vielleicht auf den ersten Blick selbstverständlich klingt – die Patienten sowohl schulmedizinisch als auch integrativ auf höchstem Niveau zu behandeln – ist es tatsächlich nicht. Das anthroposophische Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe ist bundesweit das einzige Onkologische Zentrum, das für drei Krebsarten zertifiziert ist und gleichzeitig einen integrativen Schwerpunkt hat.

So vereint das Onkologische Zentrum Havelhöhe schulmedizinische und leitlinienorientierte Diagnostik und Therapie mit den integrativen Ansätzen der Anthroposophischen Medizin. Die Patienten profitieren: Sie bekommen alles, was die moderne konventionelle Medizin zu bieten hat, kombiniert mit dem erweiterten Ansatz der Anthroposophischen Medizin wie der Misteltherapie, Wickel & Auflagen, Kunsttherapie oder Heileurythmie. „Diese Art der Krebsmedizin hat einen echten Leuchtturmcharakter für eine zukünftige und integrativ ausgerichtete Medizin“, kommentiert Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführer von GESUNDHEIT AKTIV.

Mehr erfahren?
Weitere Informationen beim Lungenkrebszentrum in Havelhöhe.

DIE SEELE STÄRKEN

Oktober 2017: Woche der seelischen Gesundheit

 

 

Die „11. Berliner Aktionswoche der Seelischen Gesundheit“ (9. bis 15. Oktober 2017) findet jedes Jahr rund um den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit (10. Oktober) statt. Aber auch in vielen anderen Städten und Regionen in ganz Deutschland sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die vielfältigen ambulanten und stationären Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in der Umgebung zu erkunden.

Ziel aller Veranstaltungen ist es, über psychische Krankheiten aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote aufzuzeigen und die Diskussion anzuregen. Ob Vorträge, Workshops, Schnupperkurse, Fachtagungen oder Kunstaustellungen – alle Veranstaltungen sollen dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und vor allem Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden. Initiiert und federführend organisiert wird die Woche der Seelischen Gesundheit vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, unterstützt von weiteren Partnern. Mittlerweile finden innerhalb der Woche allein in Berlin rund 200 Veranstaltungen statt.

Digitaler Wandel
In diesem Jahr ist das Motto „Seelische Gesundheit in der digitalen Welt“. Die Digitalisierung hat nicht nur das Arbeitsleben, den Alltag und die Gewohnheiten der Menschen verändert, sondern auch deren Wahrnehmungen, Gefühle und den zwischenmenschlichen Kontakt. Jugendliche und junge Erwachsene haben ihre Kommunikation weitgehend auf digitale Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter verlagert. Rein virtuelle Kontakte ersetzen immer häufiger Begegnungen in der realen Welt. Doch wie wirkt sich diese digitale Dauerpräsenz auf die seelische Balance der Nutzer und deren Sozialverhalten aus? Auf diese Frage möchten die Veranstaltungen im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit in Berlin Antworten geben.

Aber nicht nur die Risiken und Nebenwirkungen werden thematisiert, auch die Chancen der Digitalisierung: spezielle Plattformen, Gesundheits-Apps und „e-Mental Health“-Angebote ermöglichen es, sich schnell und unkompliziert Hilfe und Unterstützung im Netz zu suchen. Soziale Medien werden zunehmend dazu genutzt, um sich mit anderen Betroffenen über Therapiemöglichkeiten und persönliche Erfahrungen auszutauschen. Auch darüber möchte die Woche der seelischen Gesundheit informieren.

Wollen Sie live dabei sein?
GESUNDHEIT AKTIV beteiligt sich mit einem Vortrag am Programm zur seelischen Gesundheit: „Gesund bleiben trotz digitaler Flut – Digital Detox für jeden Tag“. Die Referentin Dr. Sabine Schäfer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anthroposophische Ärztin, gibt an diesem Abend zunächst wertvolle Anregungen aus ihrer Praxiserfahrung und zeigt, welche Möglichkeiten besonders die Anthroposophische Medizin zu bieten hat. Im zweiten Teil des Abends können Sie mit Virginie Haddadène wohltuende Übungen aus der Heileurythmie ausprobieren.

„Gesund bleiben trotz digitaler Flut – Digital Detox für jeden Tag“, Vortrag mit praktischen Übungen: Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19:30 Uhr, Geschäftsstelle GESUNDHEIT AKTIV

Tipp aus unserem Verlag: Bestellen Sie unsere Postkarte "Digitale Auszeit" mit 9 Tipps, die nicht nur gut für den Nacken sind. Zum Weitersagen und Weitergeben.