So wechseln Sie die Kasse

wenn sie den Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht

Erhebt Ihre Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie diesen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dann können Sie Ihre Mitgliedschaft in der Krankenkasse kündigen, selbst wenn Sie dort weniger als 18 Monate versichert waren.

Richtig kündigen

Das Krankenkassen-Sonderkündigungsrecht ist im §175 des Sozialgesetzbuchs 5 (§ 175 SGB V, Abs. 4 Satz 5) geregelt. Bei der Kündigung sollten Sie sich darauf beziehen, zum Beispiel mit dieser Formulierung:

Aufgrund des von Ihnen erhobenen Zusatzbeitrags mache ich von meinem Sonderkündigungsrecht nach § 175 Abs. 4 Satz 5 des SGB V Gebrauch.

Nach Ansicht des Bundesversicherungsamts und des Bundesgesundheitsministeriums wird auch eine normale Kündigung als Sonderkündigung gewertet, wenn sie zu einem Zeitpunkt eingeht, in dem Sonderkündigungen möglich sind. Sie können dann auf Standard-Musterschreiben für die Kündigung zurückgreifen. Dennoch: Wenn Sie das Sonderkündigungsrecht ausdrücklich erwähnen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Fristen beachten

Die Krankenkasse ist verpflichtet, Ihnen einen Zusatzbeitrag schriftlich anzukündigen. In diesem Brief wird das Datum genannt, an dem der Zusatzbeitrag erstmals bezahlt werden muss. Es wird auch als Datum der Fälligkeit des Zusatzbeitrags bezeichnet. Spätestens bis zum Ablauf des Monats, in dem die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag zum ersten Mal erhebt oder ihn erhöht, müssen Sie die Kündigung einreichen. Während die Kündigung läuft, müssen Sie den Zusatzbeitrag an Ihre alte Krankenkasse zahlen. Erst mit Ablauf des übernächsten Kalendermonats wird die Kündigung wirksam und ein Wechsel in eine andere Krankenkasse kann vollzogen werden. Sie bleiben also mindestens für zwei weitere Monate bei der alten Krankenkasse versichert.

Vor einem Kassenwechsel sollten Sie nicht nur die Beitragshöhe genau prüfen, sondern auch, ob die jeweilige Krankenkasse den Service und die Leistungen bietet, die Sie wünschen und benötigen. Informationen zu Krankenkassen, die auch die Kosten für Anthroposophische Medizin übernehmen, finden Sie in unserem Merkblatt.