Organspende

Infos zu Organvergabe und Hirntod-Diagnostik

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Bei der Organspende wird unterschieden zwischen der sogenannten postmortalen Organspende und der Lebendspende. Zu Lebzeiten können Menschen eine Niere oder den Teil der Leber spenden. Da der Eingriff mit gesundheitliche Risiken verbunden ist, darf er nur unter strengen Richtlinien erfolgen, die von einer Ethik-Kommission überwacht werden: Es dürfen nur Angehörige oder sich nahestehende Personen spenden. Und es darf keine finanziellen Anreize oder psychischen Abhängigkeiten geben.

Mit der postmortalen Organspende ist in die Organentnahme nach Hirntod (korrekt: nach einem vollständigen, irreversiblen Hirnversagen) gemeint. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sterben jährlich im Krankenhaus rund 400.000 Menschen, etwa 2.000 von ihnen erleiden einen Hirntod. In Deutschland gilt für die Organspende die erweiterte Zustimmungsregelung. Das heißt, der Spender muss zu Lebzeiten einer Organentnahme zugestimmt haben. Liegt kein Organspendeausweis vor, können die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden.

Nach der ärztlichen Feststellung des Hirntods können verschiedene Organe entnommen werden: Herz, Lunge, Nieren, Leber, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse. Um die Funktionsfähigkeit der Organe zu erhalten, muss der Organspender künstlich beatmet und intensivmedizinisch versorgt werden.

Ebenfalls gespendet werden können Gewebe wie Hornhaut, Herzklappen, Blutgefäße, Sehnen, Knochen und Haut. Eine solche Gewebespende ist nicht wie die Organspende an den Hirntod gebunden. Gewebe können noch bis zu drei Tage nach der Feststellung des Todes entnommen werden. Für eine solche Entnahme ist nicht die DSO oder Eurotransplant zuständig, auch greifen zum Teil andere gesetzliche Grundlagen. 

Die Regelungen zur Organentnahme sind international unterschiedlich, auch innerhalb der Europäischen Union. Es gelten die Regelungen des Landes, in dem man sich aufhält. In vielen Ländern wird man also auch als Tourist im Falle des Hirntodes zum Organspender, wenn man nicht vorher ausdrücklich widersprochen hat.  

Im Folgenden haben wir Ihnen noch weitere Informationen zusammengestellt. Damit möchten wir Sie dazu einladen, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Die Vorträge und Diskussionen unseres Kongresses vom Mai 2014 haben wir in einer Broschüre und in einem Film dokumentiert.