Unsere Themen

Kindergesundheit, Selbstwirksamkeit, Leben im Alter u. a. 

Unser Gesundheitswesen erscheint heute immer weniger auf den Erhalt von Gesundheit ausgerichtet, als vielmehr wie ein Krankheits-System – ein System, das selbst krank geworden ist. Pflegedienste und Ärzte verdienen dann am meisten Geld, wenn die Patienten oder zu Betreuenden krank bleiben und regelmäßig behandelt werden müssen. Wenn man sich bewusst macht, dass Menschen heute immer häufiger unter chronischen Krankheiten leiden, dann liegt das Geschäftsmodell auf der Hand. Unser "Gesundheitswesen" ist zu einem technokratischen Krankheitsverwaltungssystem verkommen, das nicht nach den Bedürfnissen der Kranken fragt, sondern nur noch nach Profit strebt – auf Kosten der Patienten. 

Ein Zustand, den GESUNDHEIT AKTIV ändern möchte. Wir wollen dazu beitragen, dass das Ziel eines jeden Patienten wieder in den Mittelpunkt rückt: gesund zu werden und zu bleiben. Ein zukünftiges Gesundheitswesen sollte deshalb primär auf Gesundheit ausgerichtet sein. Unsere Vision dafür: 

  • Alle im System erbrachten Leistungen dienen dem Ziel, Menschen darin zu unterstützen, ihre eigene Gesundheit zu entwickeln. Deshalb muss sich auch die Vergütung aller Gesundheitsleistungen an diesem Ziel ausrichten. Ärzte, Pflegende, Therapeuten, Krankenhäuser und Pflegeheime werden mit einem Vertrauensbudget ausgestattet, das sie individuell gewichten können. Ein wesentlicher Teil dieses Budgets steht für die Entwicklung von Patientenkompetenz bei (chronischer) Krankheit zur Verfügung – abgestimmt mit anderen Beteiligten. Alle Maßnahmen, die einen positiven Einfluss auf die Selbstregulation haben, müssen Vorrang haben vor Medikamenten und Eingriffen von außen. 
  • Das individuelle Gesundheitskonzept und die persönliche Einstellung eines Patienten muss die Art der Behandlung mit beeinflussen dürfen. Patienten brauchen daher einen offenen und von ihnen selbst mitbestimmten Zugang zu den Möglichkeiten einer modernen integrativen Medizin, die die seriösen komplementärmedizinischen Methoden mit einschließt. 
  • Maßnahmen, die heute in Kliniken und Arztpraxen als hochpreisig gehandelt werden (Operationen, apparative Untersuchungen) werden nicht mehr bevorzugt. Es wird sektorenübergreifend und regional festgestellt, welche Geräte und Spezialisierungen gebraucht werden. Die Beteiligten vernetzen sich dabei untereinander und beziehen andere kommunal relevante Angebote mit ein. Das Budget orientiert sich an selbst gesetzten Gesundheitszielen und der Lage in der jeweiligen Gemeinde und wird gemeinsam mit den Bürgern vor Ort festgelegt. Kommunale Leistungen der Jugend- oder Drogenhilfe sowie Integrationsprogramme für Langzeitarbeitslose werden mit diesen Leistungen verknüpft. 
  • Für spezialisierte und hoch komplexe Leistungen wird auf überregionale Kompetenzzentren zurückgegriffen.
  • Es erfolgt eine enge Verzahnung mit dem Bildungswesen. Schon in der Schule wird gesundheitsförderndes Verhalten vermittelt, wobei die regional relevanten Gesundheitsfragen im Mittelpunkt stehen. 
  • In den Kommunen entstehen Gesundheitsparlamente, in denen sich die Beteiligten darüber verständigen, wie die jeweiligen Hilfeleistungen und aktiven Angebote vernetzt werden können.
  • Es werden Rückstellungen gebildet, um die Leistungen entsprechend vergüten zu können. Die vielen Mittel, die heute für die teure Ärzte-Selbstverwaltung und für Kontrollsysteme der Krankenkassen ausgegeben werden, werden zum Aufbau kommunaler Strukturen und Einrichtungen verwendet. Diese Strukturen sind offen und durchlässig, das heißt, direkt-demokratisch gestaltet.
  • Die regionale Wirtschaft wird assoziativ an diesem Prozess beteiligt. Die regionalen Angebote einer integrativen Gesundheitsförderung beziehen ortsansässige Unternehmen mit ein, auf interdisziplinären Plattformen und durch alle Hierarchieebenen hindurch.

Ein solcher Ansatz, der ganz auf die Gesundheit ausgerichtet ist, kann auch für unsere Auseinandersetzung mit Krankheit relevant sein. Krankheit muss nicht mehr eliminiert werden, sondern kann – wie und auf welcher Ebene auch immer – Teil eines neuen Prozesses zum Gesundwerden sein, an dem wir als Betroffene und Fürsorgende Anteil nehmen dürfen. 

Die verschiedenen Lebensphasen des Menschen – vom Leben mit Kindern über die Lebensmitte, bis zum Leben im Alter und bei Pflegebedürftigkeit – werden dabei besonders berücksichtigt. 

GESUNDHEIT AKTIV unterstützt Menschen auf ihrem individuellen Weg zu Gesundheit und Heilung in allen Lebensphasen. 

WARUM SOLIDARITÄT GESUND MACHT
Gesundheitsförderung im sozialen Raum 
Ein Essay von Stefan Schmidt-Troschke, erschienen in "WIR - Infobrief der Hannoverschen Kassen", Nr. 38, November 2016 – hier für Sie zum Download eingestellt.