Buchtipp

Die Corona-Pandemie besser verstehen

Newsletter Juni 2020 – Was hat die Corona-Krise uns zu sagen? Wie konnte sie entstehen, welche Lehren sind daraus zu ziehen, in welchen naturwissenschaftlichen, medizinischen, historischen, gesellschaftspolitischen und kosmischen Zusammenhängen ist sie zu sehen? Fragen, auf die ein höchst lesenswertes Buch Antworten sucht und findet. Spannend daran sind vor allem die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Autor*innen auf das Geschehen schauen: Die Kinderärztin und langjährige Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum Dr. Michaela Glöckler aus Sicht der Anthroposophischen Medizin; der Autor und Veranstalter der Stuttgarter Bildungskongresse Andreas Neider aus Sicht der globalen Geopolitik; der Botaniker Dr. Hartmut Ramm aus Sicht der Kosmologie unter Berücksichtigung der chinesischen Kultur und Geschichte. Vor allem dieser dritte Teil des Buches eröffnet völlig neue und überraschende Einsichten in die Zusammenhänge von Makro- und Mikrokosmos und die Bedeutung der Gestirne für das Leben auf unserem Planeten.

Wer besser verstehen will, was es mit SARS-CoV-2 auf sich hat und warum diese Pandemie gerade jetzt zu uns gekommen ist und welche Möglichkeiten und Chancen sich mit ihr eröffnen, dem sei die Lektüre dieses spannenden Buches ans Herz gelegt.

Michaela Glöckler, Andreas Neider, Hartmut Ramm: Corona – eine Krise und ihre Bewältigung. Verständnishilfen und medizinisch-therapeutische Anregungen aus der Anthroposophie, Akanthos Akademie, Edition Zeitfragen, BoD, 16,95 Euro (E-Book 10,99 Euro).

Neues von der App

Italien startet eine Corona-Warn-App

 

Newsletter Juni 2020 – Vier von 20 Regionen Italiens gehen voran: Dort wird ab 8. Juni eine neue kostenlose Corona-Warn-App mit dem Namen „Immuni“ aktiviert. Sie soll Bürger*innen des Landes darauf hinweisen, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Auch in Deutschland schreitet die Programmierung der App voran. Um das Bemühen um größtmögliche Transparenz zu untermauern, wurde der Quellcode für die hierzulande geplante App jetzt im Internet veröffentlicht – eine bisher ziemlich einmalige Maßnahme in der Welt der Software.

Immer noch unterbelichtet

Häusliche Gewalt steigt in Quarantäne und Notzeiten

 

Newsletter Juni 2020 – Schon vielfach wurde darauf aufmerksam gemacht, aber immer noch wird wenig darüber gesprochen, dass die häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder gerade in der Zeit des Lockdowns erheblich zugenommen haben dürfte. Das zeigte jetzt eine Online-Befragung bei 3.800 Frauen zwischen 18 und 65 Jahren.

Das ganze Ausmaß dieses Desasters werden wir vermutlich erst in einigen Jahren ermessen können. Vielleicht auch nie. Denn viele Frauen und Kinder leiden still und trauen sich nicht, nach Hilfe zu suchen geschweige denn sie einzufordern. 

Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf soll jetzt allerdings die Folgen der Corona-Epidemie auf die psychische Gesundheit von Kindern erforschen. Die Wissenschaftler erwarten, dass Depressionen, Angststörungen und Stress deutlich zugenommen haben. Diese Studie ist die erste ihrer Art und soll online 1.000 11- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche sowie 1.500 Eltern von 7- bis 17-Jährigen befragen. Zusätzlich sollen in Kürze in einer repräsentativen Stichprobe 1.500 Hamburger Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren sowie deren Eltern befragt werden. Weitere Folgebefragungen sind nach sechs und zwölf Monaten geplant. Die Ergebnisse werden also erst in rund zwei Jahren vorliegen.

Wie immun sind wir schon?  

Auf breitflächige Antikörpertests müssen wir weiter warten

 

Newsletter Juni 2020 – Am 14. Mai hat der Bundestag mit dem „2. Bevölkerungsschutzgesetz“ den Weg freigemacht, um die Virus-Tests auszuweiten, vor allem in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern. Das sind diejenigen Tests, die nachweisen, ob jemand das Virus in sich trägt oder nicht. Die Kosten sollen von den Krankenkassen getragen werden. Sie belaufen sich schätzungsweise auf bis zu 7,6 Milliarden Euro ...

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Befund aus Untersuchungen in Pflegeheimen, deren Bewohner zu den am meisten gefährdeten Personen gehören. Dort zeigte sich, dass viele COVID-19-Infektionen asymptomatisch verlaufen – die Menschen merken gar nicht, dass sie infiziert waren oder sind.

Die viel interessantere Frage dürfte jedoch sein, wie viele Menschen bereits eine Immunität gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben. Das gestaltet sich schon erheblich schwieriger. Für Deutschland lässt es sich noch nicht angeben. Nach wie vor gibt es zwar sehr viele verschiedene Antikörpertests, sie sind aber alle nach den Kriterien der Hersteller validiert, was keine zuverlässige Aussage zur Wertigkeit der Ergebnisse aussagt. Denn bisher hatten alle diese Tests immer eine erhebliche Fehlerquote, weil sie nicht nur SARS-CoV-2-Antikörper maßen, sondern auch Antikörper auf verschiedene andere Corona-Viren. Hier müsste das Paul-Ehrlich-Institut prüfen, welcher der Tests am zuverlässigsten Auskunft gibt, damit dann breitflächig geprüft werden kann, wie es um die Immunität der Bevölkerung bestellt ist. Von den Daten her tappen wir also weitgehend im Dunkeln.

In Schweden gibt es dazu allerdings bereits erste Ergebnisse: Mehr als jeder fünfte Bewohner von Stockholm hat Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Allerdings dürfte sich die Zahl inzwischen schon wieder geändert haben, denn die Erhebung liegt bereits einige Wochen zurück.

Fragt auch die Naturmedizin!  

Für mehr Vielfalt bei der Beratung der Corona-Krise

 

Newsletter Juni 2020 – In der Schweiz hat sich der unabhängige Rechtsanwalt Andreas Röthlisberger in der Sonntagsausgabe der Neuen Züricher Zeitung ein Manifest als Anzeige veröffentlicht. Darin fordert er, dass auch die Komplementärmedizin mit einbezogen wird, wenn es darum geht, die richtigen Maßnahmen aus der Corona-Krise abzuleiten.

Dem Schweizer Newsportal für Komplementärmedizin „millefolia“ hat Andreas Röthlisberger ein Interview gegeben, das wir gerne zur Lektüre empfehlen.

 

Nach vorne schauen

Die Lehren aus der Krise ziehen

 

Die Welle der Corona-Pandemie schwächt sich mehr und mehr ab. Dazu passt das scheinbar nachlassende Interesse der Menschen an diesem Thema – wie auch eine Analyse der Agentur BCW ergeben hat. Demnach sind die Suchanfragen zu Themen rund um Corona im freien Fall ...

Geblieben sind jedoch bei vielen Menschen Angst und Verunsicherung. Es gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben, vor denen wir jetzt stehen, diese Angst zu überwinden und die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen. Eine dieser Lehren ist, sich wieder darauf zu besinnen, über was für ein großartiges Instrumentarium unser Organismus verfügt, um sich all der Infektionen zu erwehren, die alltäglich über diverse Keime auf ihn einstürmen. Dazu hat der klinische Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Dr. Harald Walach in seinem Blog einen sehr ausführlichen und ermutigenden Beitrag verfasst.

Bemerkenswert ist auch die 4. Ad-hoc-Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina vom 27. Mai 2020. Sie fordert, dass sich das Krankenhaussystem mehr am Patient*innenwohl und der Qualität der Versorgung ausrichten müsse und nicht ein „primär gewinnorientiertes System“ sein dürfe (siehe dazu auch den Bericht bei aerzteblatt.de). Die 31 Wissenschaftler*innen bemängeln, dass sich der Staat zu sehr aus der Gesundheitsvorsorge herausgezogen und das Feld der wettbewerbsorientierten Wirtschaft überlassen habe. Sie empfehlen stattdessen ein bedarfs- und nicht gewinnorientiertes System. Eine Forderung, die ganz sicher eine der wichtigsten Lehren aus der Krise darstellt und die auch GESUNDHEIT AKTIV unterstützt.

Der allgemeine Umgang mit den Lockerungen ist inzwischen Ländersache und von Bundesland zu Bundesland durchaus unterschiedlich, auch was das Öffnen von Schulen, Kindergärten und Kitas betrifft. Wie sich die Lage für die Mutter einer achtjährigen Tochter darstellt, erzählt Maja Thiesen, stellvertretende Geschäftsführerin von GESUNDHEIT AKTIV:

Ich als Mutter sehe eine große Notwendigkeit in einer raschen Rückkehr zu einem möglichst normalen Schulalltag bei den Grundschulkindern. Die Kinder brauchen soziale Kontakte und das Miteinander in der Schule, Lernen ist soviel mehr als Wissensvermittlung per App oder Arbeitsblatt.

Im Moment ist jedoch keine Perspektive in Sicht, zumindest hier in Berlin. Verschärft durch den bereits vorhandenen Lehrer*innenmangel sind die momentan gültigen Hygienepläne nur so umsetzbar, dass am Ende quasi kein Unterricht für die einzelnen Kinder übrigbleibt. Zwei Tage Unterricht zwischen Mitte März und Mitte Juni sind dann das Ergebnis. Das ist, was die kindliche Bildung angeht, völlig zu vernachlässigen und schafft bei den Eltern null Entlastung im täglichen Homeschooling.

Mit Schule ist aber kein Geld zu verdienen, oder anders gesagt: wir Eltern haben im Gegenteil zu den meisten Wirtschaftszweigen keine Lobby, daher scheint hier der Weg zurück in die Normalität besonders lange zu dauern.

Viele Lehrer*innen, Erzieher*innen und auch Eltern sind durch die wochenlange Berichterstattung über die Pandemie so verunsichert und verängstigt, dass das normalmenschliche Augenmaß ein wenig verloren gegangen zu sein scheint. So werden teilweise Maßnahmen ergriffen, die in keinem Verhältnis mehr zu den tatsächlichen Infektionszahlen stehen und vor allem von der Realität konterkariert werden. Denn nachmittags auf dem Spielplatz, im Park, in der Eisdiele etc. begegnen sich dann doch alle wieder…

Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang auch eine Stellungnahme von fünf Fachgesellschaften aus der Kinder- und Jugendmedizin, die unisono fordern, Kindergärten und Schulen zeitnah wieder zu öffnen. Das scheint umso berechtigter zu sein, als die vieldiskutierte Studie des Berliner Virologen Christian Drosten in ihrer Aussagekraft auch in der überarbeiteten Version nicht gar so viel hermacht, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Eine „Corona-Kita-Studie“ im Auftrag der Bundesregierung soll die Öffnung der Kitas überwachen. Das berichtet die Nachrichtenagentur KNA. Umfragen, ein Melderegister und umfangreiche Tests sollen herausfinden, welche Rolle den Kindern im Infektionsgeschehen zukommt. Geplant ist die Befragung des Personals in 3.000 Kitas sowie in 600 Einrichtungen auch der Eltern.

Und interessant ist auch die Forderung der GRÜNEN, einen „Pandemierat“ einzurichten, der mit Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen besetzt ist und die Bundesregierung beim weiteren Vorgehen berät.

In Dänemark soll jetzt eine Expert*innenkommission klären, ob die Regierung, wie die taz berichtet, nicht doch zu überstürzt gehandelt habe mit ihrem Maßnahmenpaket, das „Dänemark zum Preis unübersehbarer persönlicher, wirtschaftlicher und sozialer Kosten geschlossen" habe, wie eine Reihe von skandinavischen Soziologen kritisiert. Bei unseren nordischen Nachbarn sinkt die Zahl der Infizierten weiterhin kontinuierlich ab. Die Corona-Todesrate pro 100.000 Einwohner*innen liegt noch unter der von Deutschland. Seit sechs Wochen sind Grundschulen und Kindergärten, seit drei Wochen auch Restaurants wieder uneingeschränkt zugänglich. Eine Maskenpflicht haben die Gesundheitsbehörden aller skandinavischen Länder noch nie für nötig erachtet – weder für Läden noch für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr. So geht es offenbar auch. 

Wer Englisch kann, dem sei ein Interview mit der Oxforder Epidemiologin Prof. Dr. Sunetra Gupta empfohlen, das bei LockdownTV publiziert wurde. Sunetra Gupta ist Professorin für theoretische Epidemiologie an der Universität Oxford in Großbritannien. Ihr Fazit in Kürze:

  • Die Sterblichkeitsrate bei COVID-19 liegt unter 1 von 1.000 und wahrscheinlich näher bei 1 von 10.000, das entspricht einer Zahl zwischen 0,1 und 0,01 Prozent.
  • Diese Todesfälle sind bisher der einzige zuverlässige Maßstab, weil nicht bekannt ist, wie viele Menschen inzwischen immun sind. Denn die Antikörpertests sind extrem unzuverlässig. Die R(eproduktions)-Rate hängt aber maßgeblich davon ab, wie viele Menschen immun sind, und solange keine solchen Daten verfügbar sind, hat auch diese Zahl keine hohe Aussagekraft.
  • Es ist sehr gefährlich, über einen Lockdown zu sprechen, ohne die enormen Kosten zu sehen, die dieser für andere gefährdete Bevölkerungsgruppen mit sich bringt. Es ist sehr gut möglich, dass es uns gut geht, wenn wir morgen wieder normal weiterleben würden. Eine solche Abriegelung ist ein Luxus, den die Mittelschicht und die Länder mit höherem Einkommen auf Kosten der armen, verletzlichen und weniger entwickelten Länder genießen.
  • Wichtiger noch: Immunität macht sich nicht allein an dem Vorhandensein von Antikörpern fest, sondern kann auch vorliegen, wenn keine Antikörper gemessen werden, was auch als „versteckte Immunität“ bezeichnet wird. Dafür verantwortlich ist das sogenannte zelluläre Immunsystem. Womöglich sind viel mehr Menschen bereits geschützt, als gemessen werden kann. Dies allein könnte der Grund dafür sein, dass sich die Epidemie in vielen Ländern bereits recht plötzlich zurückgezogen hat, so Gupta. In Deutschland wäre diese Annahme durchaus plausibel: Bereits vor Beginn des Lockdowns hatte sich die Ansteckungsrate mit dem Virus deutlich verringert. Gupta: „In fast jeder betroffenen Region haben wir die Epidemie zunächst wachsen sehen, dann kam die Umkehrung und das Versiegen, fast wie bei einem Uhrwerk. Verschiedene Länder haben unterschiedliche Wege eines Lockdowns verfolgt. Trotzdem haben wir ein fast identisches Muster erlebt, wie die Krankheit sich zurückzog. Für mich heißt das: Die eigentlich treibende Kraft war die sich entwickelnde Immunität in der Bevölkerung.“

„Tsunami of a mild disease ...“

 Mit dem Virus leben lernen

Newsletter Mai 2020 – In einem sehr sehenswerten (englischsprachigen) Interview bezeichnete der schwedische Epidemiologe Johan Giesecke, der Schwedens Regierung und auch die Weltgesundheitsorganisation berät, die derzeitige Situation mit COVID-19 als einen „Tsunami of a mild disease“, einer Krankheit, vor der wir zwar vorübergehend weglaufen können, die aber einen großen Teil unserer Gesellschaften mittelfristig erfassen wird (ein deutschsprachiges Interview mit Giesecke findet sich auf der österreichischen Online-Plattform „addendum“). Sein Resümee: Kein Impfstoff und kein Medikament wird derzeit in der Lage sein, das Fortschreiten der Pandemie in den kommenden Monaten endgültig aufzuhalten.

Giesecke gilt als einer der Architekten des „schwedischen Weges“ im Umgang mit der Epidemie. Dort hatte man insbesondere auf das Verhalten der Menschen gesetzt und durfte feststellen, dass sich die meisten auch ohne Verbote an die Regeln der sozialen Distanzierung halten. Restaurants, Primarschulen und Kindergärten sind weitgehend offen geblieben, die Universitäten sind geschlossen. Schweden ist einen Weg gegangen, der den Menschen ihre bürgerlichen Freiheiten weitgehend gelassen und auf Freiwilligkeit gesetzt hat. Mit viel Häme wird hierzulande nun auf die gegenüber Deutschland erhöhten Todeszahlen geblickt: In Altenheimen kam es zu massiven Ausbrüchen der Epidemie, was aber weniger dem nicht vollzogenen Lockdown zugeschrieben wird, als den überdimensionierten und weitgehend unvorbereiteten Heimstrukturen. Das alles hat nach Meinung von Giesecke nichts mit den weniger restriktiven Maßnahmen in Schweden zu tun.

Inzwischen werden auch bei uns die Restriktionen wieder gelockert – es gibt auch tatsächlich keine Grundlage mehr dafür, das nicht zu tun. Letztlich geht es gar nicht um ein Abwägen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Gesundheit. Der Virologe Alexander Kekulé sagte am 30. April in der Talkshow von Sandra Maischberger: „Leben ist mehr als die Vermeidung von Tod.“ Es sei eine Illusionen zu meinen, wir könnten „all das verhindern“.

GESUNDHEIT AKTIV setzt sich deshalb dafür ein, dass wir uns weniger verunsichern lassen, als tatkräftig in die Zukunft schauen und unsere Rechte wahren. Wir müssen lernen, mit solchen Viren (SARS-CoV-2 wird nicht das letzte dieser Art sein!) leben zu lernen und nicht gegen sie. Wir brauchen eine wohlbedachte, aber zügige, immer weiter fortschreitende Rückkehr zur Normalität. Insbesondere junge Menschen sollten die Chance bekommen, sich anstecken zu dürfen. Denn wenn sich ein gewisser Teil der Bevölkerung wenigstens in den Winter hinein natürlich immunisiert hat, so können wir hoffen, dass eine Infektionswelle milder ausfällt.

Es ist davon auszugehen, dass wir mit den eingeführten Methoden der räumlichen und sozialen Distanzierung (übrigens die einzige, wirklich evidenzbasierte Maßnahme) unser Gesundheitswesen vor einer Überforderung bewahren konnten. Auf dieser Basis geht es darum, kluge Konzepte dazu aufzustellen, wie wir diejenigen gut schützen können, die am meisten gefährdet sind – „risikostratifiziert“, wie man es wissenschaftlich ausdrückt. Und das sollten wir, so gut es geht, mit diesen Menschen gemeinsam tun, ohne sie in ihren Rechten und Lebensbedürfnissen zu beschränken. Denn die Risikogrenze „Rentenalter“, also über 65 Jahre, ist ja willkürlich gewählt. Gerade in dieser Altersgruppe kommt es sehr auf den Gesundheitszustand an, ob und in welchem Maße eine Infektion mit SARS-CoV-2 für sie gefährlich werden kann.

Lassen Sie uns die Chancen nutzen, die sich mit dieser Neuorientierung für die Gesellschaft ergeben. Es wird viele Ansatzpunkte dafür geben – in den Alten- und Pflegeheimen ebenso wie in Schulen, Universitäten, Firmen, Ämtern und an vielen weiteren Orten innerhalb unserer Gesellschaft. Bringen wir uns aktiv und konstruktiv mit ein!

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Die Rolle der Medien

Zu unkritische Berichterstattung allerorten

 

Newsletter Mai 2020 – Wenn die Bundes- und Landespressekonferenz anlässlich des „Tages der Pressefreiheit“ am 3. Mai einen Offenen Brief an die Regierung in Bund und Ländern richtet, will das schon etwas heißen. Denn so richtig rund ist das nicht gelaufen mit der Informationspolitik: „Mit Sorge nehmen wir wahr, dass es immer wieder zum Negativen veränderte Bedingungen im Informationsfluss zu geben scheint: Pressekonferenzen ohne Journalisten; Fragen, die durch Regierungssprecher geschönt vorgetragen werden; Nachfragen, die gar nicht möglich sind“ – so heißt es in diesem Schreiben. Da wundert es dann nicht mehr, dass die Artikel zur Corona-Krise sich auch in den großen seriösen Medien oft wie eine Hofberichterstattung lesen.

Befremdlich auch, wie die an sich so mutige und um keine Antwort verlegene ARD-Moderatorin und -Kommentatorin Anja Reschke sich in einem Interview mit Volontärinnen der Süddeutschen Zeitung aus der Affäre zieht. Auf die Frage, wie sie sich die weitgehende Einigkeit zwischen Medien und Politik erkläre – und das trotz einer massiven Einschränkung der Grundrechte, sagt Frau Reschke: „Es ist für uns alle eine neue Situation gewesen, in der niemand – inklusive der Wissenschaftler – wusste, was jetzt auf uns zukommt. (...) Politiker, Journalisten und Bürger saßen alle in einem Boot.“ Es sei ein Vertrauen entstanden zwischen Politikern, Medien und Bürgern. Und es sei klar, dass man da zusammenhalten und gemeinsam durchkommen müsse. Die Volontärinnen haken nach: Ein Großteil der Medien hätte widergespiegelt, was die Politik vorgab, z. B. dass der Lockdown „alternativlos“ war. Ob es da nicht zu den wesentlichen Aufgaben der Medien gehört hätte, solche politischen Maßnahmen bereits zu Beginn einer solchen Krise zu hinterfragen? Antwort Reschke: „Natürlich muss Presse kritisch hinterfragen. Kritisches Hinterfragen um seiner selbst willen aber halte ich für Attitüde, für albern und blöd – und das immer schon.“ 

Allerdings gibt es inzwischen doch mehr und mehr kritische Artikel in den Medien, oft ausgerechnet in einer Zeitung, die eher dem konservativen Lager zuzuordnen ist, der „Welt“ aus dem Berliner Springer-Verlag. Dessen Chef, Mathias Döpfner, hat sich allerdings schon sehr früh mit kritischen Fragen zum Lockdown hervorgetan. Und „Die Zeit" hat in ihrer bereits 2017 begonnenen Diskussionsreihe „Deutschland spricht" jetzt auch die Corona-Krise zum kontrovers diskutierten Thema gemacht. Sehr spannend! 

Eine Meinungsvielfalt gerade zur Corona-Pandemie und ihren Implikationen scheint aber vielen Wissenschaftler*innen nicht zu passen. In einem über Avaaz verbreiteten Brandbrief, der als ganzseitige Anzeige in der New York Times veröffentlicht wurde, fordern über 100 Ärzt*innen und Virolog*innen (darunter auch Christian Drosten von der Berliner Charité und Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Institut für Infektionsforschung) mehr Zensur bei Facebook, Twitter und Google, um zu verhindern, dass sich Falschnachrichten verbreiten. Um eine solche „Infodemie“ zu bekämpfen, sollten die Medien ihre „Algorithmen entgiften“ und aufhören, „Lügen, Verdrehungen und Phantasien, die uns alle bedrohen, weiter anzufachen“, wie auch die FAZ berichtet. Informationen, die „wissenschaftlich noch nicht eingeordnet“ sind, sollen besser erstmal nicht verbreitet werden, bis sie von den Experten freigegeben worden sind. Vielleicht sollten diese Wissenschaftler*innen sich klarmachen, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung immer noch in den Verfassungen der demokratischen Länder verbrieft ist. Nicht nur die Wissenschaft, auch die Demokratie lebt in und mit der Kultur der Meinungsvielfalt und des Dissens‘. Auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie.

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Zurück an Heim und Herd?

Frauen tragen die Hauptlast der Krise

Newsletter Mai 2020 – Eine der mächtigsten Frauen der Medienwelt, die Vorsitzende der Geschäftsführung des Verlages Gruner + Jahr, Julia Jäkel, meldete sich in der Corona-Krise mit einem Gastbeitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit" zu Wort („Zurück in der Männerwelt“). Sie habe sich lange nicht getraut, diesen Beitrag zu schreiben, auch weil sie sich selbst als  für Frauen in Führungspositionen eingesetzt habe. Nach wie vor seien es gerade in Krisenzeiten die Männerzirkel, die die Entscheidungen treffen. Und auch die Virologie, die Wissenschaft und die Geschäftswelt seien nach wie vor männlich dominiert. In einer Telefonkonferenz mit führenden Verlagsvertretern des Landes zum Beispiel sei sie die einzige weibliche Stimme gewesen. Jäkels Resümee: „Plötzlich, in der Krise, sind alle Frauen weg.“ Und wo sind sie? Zuhause. Sie kümmern sich um Homeschooling und Homeoffice, ums Saubermachen, Einkaufen und Bügeln und Müllwegbringen. Sie halten den oft ebenfalls am Esstisch arbeitenden Mann den Rücken frei und erledigen die Arbeit dann eben abends oder in den Zeiten, wenn die Kinder gerade mal Ruhe geben oder vor dem Bildschirm sitzen. Multitasking konnten Frauen schon immer besser als Männer. Fazit Julia Jäkel: „Wir Frauen sind so viel weniger weit, als wir dachten.“

Ähnlich sieht es auch Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. In der Sendung von Anne Will am 3. Mai sagte sie, dass Frauen „eine entsetzliche Retraditionalisierung erfahren“ würden, die gesamte Gleichberechtigung sei durch die Corona-Krise um mindestens 30 Jahre zurückgeworfen. Die Lasten seien nicht gerecht verteilt. Die systemrelevanten Berufe seien zu drei Viertel mit Frauen besetzt, und es sei nicht zu erwarten, dass sich deren Bezahlung nach der Krise deutlich verbessere. Alleinerziehende – auch dort vorwiegend Frauen – und sozial Schwache seien durch das Homeschooling benachteiligt, weil sie oft gar nicht die Infrastruktur dafür haben mit ausreichend Technik und Räumlichkeiten. Bildung gebe Vertrauen in die Zukunft und in die Selbstwirksamkeit, es werde lange dauern, bis das wieder aufgeholt sei. Und gerade in den sozial schwachen Gruppierungen gelingt es vielleicht auch gar nicht.

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Nie war sie so wertvoll wie jetzt

Die Pflege entdeckt ihre Werte wieder

 

Newsletter Mai 2020 – Die Krise lehrt uns jeden Tag neu, hinzuschauen, einen neuen Blick auf das scheinbar Selbstverständliche zu bekommen. Das Fenster der Möglichkeit für wirkliche Veränderung ist weiter offen denn je. Erst der Abstand von dem, was man sonst für unvermeidbar oder naturgegeben ansieht, ermöglicht ein neues Hinschauen. Zwei Beispiele:

  1. In der Krise konnten wir mit verschiedenen Angehörigen der Pflege und auch mit Ärzt*innen sprechen, die in die unmittelbare Versorgung der Patient*innen mit Covid-19 eingebunden waren. Immer wieder war es eindrucksvoll zu hören, dass diese Menschen trotz aller Belastung einen neuen Sinn erfahren konnten in der Ausübung ihres Berufes. Viele sprachen davon, sie hätten – weitgehend befreit von den üblichen Dokumentationspflichten – ihrer Arbeit endlich wieder direkt und ungestört nachgehen können. Ein Grund mehr, darüber nachzudenken, wie wir das Gesundheitswesen wieder zu dem entwickeln können, was es sein soll: Unterstützung und Hilfeleistung für den kranken Menschen in seiner jeweiligen Schicksalssituation. Sinn entsteht, wenn diese Kernaufgaben wieder wahrgenommen werden können.
  2. Die Situation in den Alten- und Pflegeeinrichtungen zeigt – national und international ­–, wie fatal es ist, wenn größere Gruppen von älteren Menschen zur Passivität verurteilt gemeinsam untergebracht sind. Wir brauchen hier andere Lösungen, in deutlich kleineren, familiär orientierten Gruppen, am besten in generationsübergreifenden Wohngruppen. Pflegebedürftige Menschen brauchen weniger Standards, ihre Versorgung darf nicht ökonomischen Effizienzkriterien unterliegen, sondern der liebevollen und kompetenten Sorge durch urteilsfähige und freie Menschen, die sich gerade den Pflegeberuf ausgesucht haben, weil sie von Mensch zu Mensch etwas persönlich einbringen wollen.
  3. Die schwedische Philosophin Jonna Bornemark hat es jüngst in einer Rede anlässlich der Eröffnung des Schwedischen Parlaments im September 2019 so ausgedrückt: „Ich frage mich, ob unser Unvermögen, das Menschliche z. B. bei der Organisation des öffentlichen Sektors angemessen zu würdigen, das, was ich ‚pedantische Rationalität‘ nenne, nicht mit einer Reihe weiterer Fragen zusammenhängt. Haben wir vielleicht eine Art des Denkens gepflegt, bei der die Idee, effektiv sein zu müssen, alles andere überdeckt? Eine Effektivität, die keine Zeit hat, auf das Lebendige zu hören? Eine Effektivität, die davon ausgeht, dass die Natur da ist, damit wir sie nutzen? Indem wir die Natur in diesem Sinne benutzt und ausgenutzt haben, ist die Klimakrise entstanden. Indem wir die Tiere benutzt und ausgenutzt haben, ist eine Tierindustrie entstanden, in der die Tiere behandelt werden, als seien sie schon tot. Und indem wir Menschen benutzen und ausnutzen, sehen wir zunehmend Burnout und seelische Erkrankungen. Ein einseitiger Fokus auf Effektivität ist nicht effektiv, weil er das Lebendige nicht begreift.“ (Die ganze Rede sowie ein Interview mit Jonna Bornemark findet sich in medizin individuell Nr. 71, wir haben Ihnen diese Seiten zum Download eingestellt).
  4. Die Überwindung der fatalen Situation im Gesundheitswesen, in dem immer weniger Menschen pflegerisch oder direkt ärztlich tätig werden können oder wollen, wird nur gelingen, wenn wir den Mut haben, den Wahn der technologisch- naturwissenschaftlichen Machbarkeit zu überwinden und ein neues gemeinsam getragenes Verständnis davon zu entwickeln, wie die neuen Resonanzräume beschaffen sein müssten, in denen bedürftige Menschen gepflegt und menschlich-medizinisch betreut werden können.
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INTERVIEW

 


Jonna Bornemark, Wissenschaftlerin und Philosophin aus Schweden, spricht in einem Interview in der Zeitschrift "medizin individuell" über Erkenntnis und Urteilskraft in den sozialen Beruf, der Medizin und ganz besonders in der Pflege. 

Mehr Freiheit für Kinder

Schulen und Kindergärten müssen endlich wieder geöffnet werden

 

Newsletter Mai 2020 – Eine Gruppe wird immer noch wenig beachtet, leidet aber unter den angeordneten Maßnahmen ganz besonders: Kinder und Jugendliche. Ihnen wird extrem viel abverlangt, ihre Bedürfnisse kaum ernstgenommen und berücksichtigt, ganz zu schweigen von der Benachteiligung der Kinder aus sozial schwachen Schichten. Ein Großteil der Bevölkerung macht sich große Sorgen um die Situation der Kinder, wie auch ein Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“ zeigt.

An vielen Schulen und Kindergärten, auch den Waldorf-Einrichtungen, herrscht große Angst. Lehrer*innen sind verunsichert, Schulleitungen oft überfordert, viele Schulärzt*innen haben einen schweren Stand, wenn sie zur Besonnenheit mahnen. Manche Maßnahmen schießen deutlich übers Ziel hinaus, und bei vielen Beteiligten liegen die Nerven blank.

„Kinder und Jugendliche wurden in den bisherigen Entscheidungsprozessen nicht als Personen mit ebenbürtigen Rechten angesehen, sondern als potentielle Virusträger“, schreibt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V. in einer Stellungnahme am 20. April. „Sie wurden in ihren Lebenswelten massiv eingeschränkt, nicht zum eigenen, sondern zum Schutz anderer. Die Betrachtung von Kindern nicht aus ihrer eigenen Perspektive, sondern als ‚Mittel zum Zweck‘ widerspricht ihrer persönlichen Würde.“

Schulschließungen, so die renommierte Fachzeitschrift „The Lancet“ in einem Artikel schon Anfang April, haben für die Eindämmung der Corona-Pandemie keinen oder nur einen minimalen Effekt.

Es zeigt sich mehr und mehr: Kinder sind weder besonders gefährdet durch SARS-CoV-2 noch gefährden sie andere. Das legen zumindest die bisherigen Studienergebnisse überwiegend nahe (siehe n-tv vom 20.4., und die Statistik des Centers of Evidence Based Medicine, aus der hervorgeht, dass die Letalität bei Kindern nahe Null liegt), auch wenn Christian Drosten einer anderen Auffassung nachhängt.

Auch das erzwungene Distanzieren von Großeltern und Enkelkindern war vermutlich überflüssig, wirkte sich aber deutlich negativ aus. Denn gerade die Enkelkinder sind für viele ältere Menschen ein wichtiges Lebenselixier und das beste Antidepressivum. Ganz zu schweigen davon, was das alles mit den Kinderseelen macht, die sich schuldig fühlen, weil sie Oma und Opa gefährden könnten. 

Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf die Familien. „Wir sind allmählich an der Grenze zum Wahnsinn“, sagte die Mutter eines Sechsjährigen schon am 20. April in einem Beitrag der „Süddeutschen Zeitung" über die Zumutungen durch Homeschooling und Homeoffice.

Auch im zweiten Thesenpapier von Schrappe & Co. heißt es: „Kinder werden seltener infiziert, sie werden seltener krank, die Letalität liegt nahe bei null, und sie geben die Infektion seltener weiter, so dass der Öffnung unter entsprechender wissenschaftlicher Begleitung nichts im Wege stehen sollte. […] Weiterhin zeigen die Studien, die z. B. zur Wirksamkeit von Schulschließungen auf den Verlauf dieser (und anderer) Epidemien vorliegen, nur eine marginale Wirkung. Es kann […] nur die Empfehlung ausgesprochen werden, im Bereich der Kindergärten und Schulen die Rückkehr zu einer möglichst weitgehenden Normalisierung zu beschreiten."

„Ich beobachte, dass die Kinder sehr erleichtert sind, wenn sie bei mir im Sprechzimmer die Gesichtsmaske abnehmen dürfen und damit entlastet werden“, sagt Dr. Karin Michael, Oberärztin der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. „Es kann nicht sein, dass wir Kindern die Verantwortung aufbürden, für die Gesundheit ihrer Mitmenschen, vor allem ihrer Großeltern, zuständig zu sein. Und Jugendliche, bei denen man sich wünscht, dass sie urteilsfähig werden und entscheidungsfreudige Erwachsene als Gegenüber erleben, sind grundverunsichert. Wo die sozialen Kontakte entfallen, verfangen virtuelle Nachrichten und Fake News. Das macht ängstlich und unsicher. Kinder und Jugendliche wissen kaum noch, was sie noch dürfen und was nicht. Das alles wird Nachwirkungen haben, die mir jetzt schon Sorgen machen.“ Eine Erziehung zur Freiheit werde nur gelingen, wenn das mündige und freie Entscheiden nicht mehr verboten ist. „Im Moment machen wir den Kindern und Jugendlichen vor, dass man nicht mehr für sich geradestehen kann – das ist ein Desaster“, sagt Karin Michael. „Jeder weitere Tag, an dem Kinder diesem Ausnahmezustand ausgesetzt sind, gefährdet ihre Gesundheit, schwächt ihr Immunsystem und belastet ihre Zukunft."

Die Autorin und Journalistin Kathrin Fezer Schadt richtete eine virtuelle Poesiewerkstatt für Kinder und Jugendliche ein – gratis. Dabei ist alles erlaubt, jede*r kann mitmachen. „Wir wollen Kinder und Jugendliche an die Möglichkeiten unserer Sprache heranführen, fern der zum Teil zähen Homeschooling-Aufgaben – als Quelle, als Ventil, als Befreiung“, sagt Kathrin Fezer Schadt. „In Zeiten der Krise brauchen auch Kinder Ausdruck und Hoffnung.“

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Retter in der Not?

Zu den Themen Impfstoff, Impfpflicht, Immunitätsnachweis und App

 

Newsletter Mai 2020 – Ein Impfstoff gegen COVID-19 wird derzeit an mehreren Stellen auf der Welt entwickelt und in den USA, Großbritannien und Deutschland im Rahmen von Phase-I-Studien bereits klinisch getestet. Es ist zwar nicht utopisch, dass es irgendwann mal einen solchen Impfstoff geben wird, sein schneller Einsatz im Rahmen der jetzigen Pandemie erscheint allerdings extrem unrealistisch. Selbst wenn er – so unwahrscheinlich das ist – im Frühjahr kommenden Jahres bereitstehen sollte, so doch sicher nicht in ausreichender Menge.

Hinzu kommt: Er müsste in beschleunigten Verfahren zugelassen werden und dürfte deshalb die notwendigen Sicherheitsvoraussetzungen für einen großflächigen Einsatz kaum erfüllen. Die „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ haben zu dieser Problematik eine wichtige Stellungnahme abgegeben. Auch Prof. Dr. Dr. Harald Walach warnt vor den „aberwitzigen Hoffnungen auf eine Impfung“. Wer von einem Impfstoff in erster Linie profitiert, zeigt die arte-Dokumentation zur Schweinegrippe aus dem Jahr 2009, die auf YouTube einzusehen ist.

Elektronische Überwachungsmaßnahmen über Smartphone-Apps sollen dafür sorgen, dass sich die Infektion nicht weiterverbreiten kann. Derzeit wird – u. a. auf Betreiben des „Chaos Computer Clubs" – eine dezentrale Speicherung der erhobenen Daten vorgesehen, d. h. sie erfolgt nicht, wie vom Gesundheitsminister ursprünglich favorisiert, auf einem zentralen Server, sondern auf dem Endgerät des Nutzers. Das könnte zwar dazu beitragen, die Infektionsketten zu erkennen und gegebenenfalls zu stoppen, aber effektiv wird es nur dann sein, wenn mindestens zwei Drittel der Bevölkerung eine solche App mit ihren Daten füttern. Der Nutzen bleibt weiter unklar, zumal sich sogar die Forscher darin uneins sind.

Diese App – in welcher Form sie dann auch immer erhältlich sein wird – wird ein weiterer Schritt zu einer zunehmenden Überwachung unserer Gesundheit sein und weitere Maßnahmen nach sich ziehen. Noch soll die Teilnahme freiwillig sein, es ist aber davon auszugehen, dass sie mit diversen Lockangeboten attraktiv gemacht werden. So schlug der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktionen, Thorsten Frei, bereits Steuervergünstigungen dafür vor ... Und in einem Interview mit der FAZ sagte Axel Voss, der rechtspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, zu der auch die CDU gehört: „Im grenznahen Bereich sollen App-Nutzer wieder reisen“ oder „zuerst wieder ins Restaurant, ins Kino, ins Theater und ins Freibad dürfen.“

Und was soll Regierungen zukünftig und langfristig daran hindern, unseren Immunitätsstatus auch gegenüber anderen Erkrankungen elektronisch zu erfassen und unsere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben davon abhängig zu machen? Für Reisen ins europäische Ausland wird bereits jetzt ein „Corona-Pass“ diskutiert ... Darin ist nachzuweisen, dass entweder eine Immunität über Antikörper besteht, dass der COVID-19-Test negativ ist und auch ansonsten den Gesundheitszustand beschreibt, damit er innerhalb der EU und den Schengen-Staaten reisen kann.

Und dass die Polizei in Baden-Württemberg jetzt ganz legal Zugriff auf Corona-Daten bekommt, erscheint vor diesem Hintergrund besonders fragwürdig.

Vor allem die ausschließliche Orientierung auf einen Impfstoff und die App zur Nachverfolgung der Infektionsketten werden dazu führen, dass die Bevölkerung weiterhin massiv verunsichert wird und aus dieser Unsicherheit heraus noch mehr und strengere Überwachung einfordert, womit unsere Grundrechte weiterhin ausgehöhlt würden. Eine Dokumentation auf arte bringt das eindrucksvoll ins Bild (abrufbar in der Mediathek bis 19. Juni 2020).  

Markus Söder, der sich derzeit als Kanzlerkandidat zu profilieren sucht, sprach sich natürlich sofort für eine Impfpflicht aus, hat inzwischen jedoch wieder einen Rückzieher gemacht. Jens Spahn hatte sich schon früher dagegen positioniert, und zwar mit bemerkenswerten Sätzen: „Mein Eindruck und meine Vermutung wäre, dass die allermeisten Bürgerinnen und Bürger sich eine Impfung wünschten und überall da, wo wir durch Bereitschaft und gutes Argumentieren zum Ziel kommen, braucht’s aus meiner Sicht keine Pflicht.“ Hätte sich der Bundesgesundheitsminister diese seine eigene Argumentation doch schon vor Einführung des Masernimpfzwangs zu eigen gemacht ...

Peter Selg, der Leiter des Ita Wegman Instituts in Arlesheim/Schweiz, hat sich in einem kürzlich erschienenen umfassenden Essay für die schweizer Zeitschrift „Kernpunkte" mit den Hintergründen unserer Reaktionen auf die Covid-19-Pandemie befasst und dabei in Erinnerung gerufen, was Ivan Illich, der Autor des epochemachenden Buches „Die Nemesis der Medizin“ uns bereits 1977 ins Stammbuch geschrieben hat: „Das gesundheitliche Niveau wird […] dort am höchsten sein, wo die Umwelt die Menschen zu persönlicher, autonomer, verantwortlicher Lebensbewältigung befähigt. Das gesundheitliche Niveau sinkt nur dort, wo das Überleben übermäßig von der heteronomen (fremdbestimmten) Regelung der organischen Gleichgewichte abhängig gemacht wird. Jenseits einer kritischen Menge ist die institutionelle Gesundheitsfürsorge – gleichgültig ob in Form von Therapie, Prävention oder Umweltplanung – gleichbedeutend mit systematischer Verweigerung von Gesundheit.“ (zitiert nach Selg: „Eine medikalisierte Gesellschaft“ in „Kernpunkte“ Nr. 6, Sonderausgabe, Seite 1-12). 

Weltweit werden derzeit übrigens 155 Medikamente und andere therapeutische Maßnahmen getestet, mit denen an COVID-19 erkrankte Menschen in den verschiedenen Infektions-Phasen behandelt werden können, ob sie tatsächlich wirksam sind, muss sich aber erst noch erweisen. Eine interessante Zusammenstellung laufender Forschungsprojekte dazu hat der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller veröffentlicht. Auch im Deutschlandfunk wurde eine Übersicht über möglicherweise wirksame Medikamente veröffentlicht.

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Wider die Angst

Für mehr Zuversicht! Lassen wir uns nicht entmutigen!

Newsletter Mai 2020 – Unter dem Titel „Rezept“ schrieb die wunderbare Dichterin Mascha Kaléko:

Zerreiß deine Pläne. Sei klug 
und halte dich an Wunder. 
Sie sind lang schon verzeichnet 
im großen Plan. 
Jage die Ängste fort 
und die Angst vor den Ängsten.

In diesen Tagen, in der achten Woche seit dem Lockdown, erscheinen diese Zeilen passender denn je. Ist es doch die Angst, die diese Maßnahmen vor allem getrieben hat, die Angst vor einem winzig kleinen Virus, das die Welt auf den Kopf gestellt hat wie kaum etwas je zuvor. Die Angst beherrscht immer noch viele Menschen – hierzulande und auf der ganzen Welt. Die Angst vor einer Ansteckung, vor dem Krankwerden, letztlich auch vor der Gefahr, daran womöglich sterben zu müssen. Diese Angst zieht nach sich, dass die Menschen sich abkapseln müssen, dass sie anderen nicht mehr nahekommen dürfen. Angst, Einsamkeit und der Mangel an Berührung sind aber bekanntlich die wichtigsten Faktoren, die unser Immunsystem schwächen. Angst verhindert den nötigen Abstand, den man braucht, um einen kühlen Kopf zu bewahren und eine Situation nüchtern einschätzen zu können. Angst lähmt. Angst macht denk- und handlungsunfähig. Nicht ohne Grund lautete ein bekannter Filmtitel „Angst essen Seele auf“.

Sicher war es mehr als berechtigt und sinnvoll, die Fußballstadien zu schließen, Großveranstaltungen zu verbieten, die Kapazitäten der Intensivstationen auszubauen, Abstand zu halten und auf eine sorgfältige Hygiene zu achten. Die Ausbreitung des Virus wurde damit deutlich gebremst. Die gute Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen und die hohe Testkapazität haben ein Übriges beigetragen. Mehr wurde auch durch den Lockdown nicht mehr erreicht.

Dieser Lockdown hat jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Lebensnerven unserer Gesellschaft ebenso wie die zahlloser Menschen und deren Lebensgrundlagen so tiefgreifend berührt und beeinträchtigt, dass wir jetzt schon wissen: Nichts ist mehr, wie es einmal war, und wird es auch nicht wieder sein. Viele Existenzen wurden zerstört, viele Lebensentwürfe stehen vor dem Aus oder müssen neue Herausforderungen bewältigen. Mehr noch: Die Grundfeste unserer demokratischen Gesellschaft droht Schaden zu nehmen, wenn sie es nicht schon längst getan hat. Verbürgte Grundrechte bleiben eingeschränkt, und das mit dem Segen der Bevölkerung: Laut Politbarometer sind knapp 90 Prozent der Deutschen damit einverstanden, wesentliche Grundfreiheiten auszusetzen, um zu verhindern, dass sich das Virus ausbreitet.

In Italien, wo die Einschränkungen noch sehr viel umfassender waren als bei uns, gab es nur wenige kritische Stimmen. Eine davon hat sich jetzt in der Neuen Züricher Zeitung zu Wort gemeldet: der Philosoph Giorgio Agamben. Er fragt: „Was spielt sich gerade vor unseren Augen in den Ländern ab, die von sich behaupten, sie seien zivilisiert?“ Es ist ein Beitrag, der sehr nachdenklich macht.

Schon am 4. April veröffentlichte die Schriftstellerin Juli Zeh auf focus.de einen bemerkenswerten Essay, in dem sie das Aushebeln wichtiger Grundrecht anprangerte und ebenso bemängelte, dass es keinen ernstzunehmenden Diskurs über die von der Regierung verordneten Maßnahmen gegeben habe: „Alles muss schnell gehen und wird vor dem Hintergrund eskalierender Medienberichterstattung als alternativlos empfunden; Kritiker laufen Gefahr, als herzlose Idioten dazustehen und sich entsprechende ‚Shitstorms‘ einzuhandeln. Natürlich ist es notwendig und richtig, etwas gegen die Ausbreitung von COVID-19 zu unternehmen. Nicht notwendig oder richtig ist die Behauptung, es müsse ‚alles getan‘ werden, weil im ‚Krieg gegen das Virus‘ alles erlaubt sei. Solche Äußerungen ignorieren die Existenz von Rechtsstaatlichkeit und Grundrechtsschutz. Dass sie trotzdem so hohen Zuspruch finden, ist für unsere Gesellschaft langfristig bedrohlicher als die Krankheit selbst.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Inzwischen regen sich mehr und mehr Stimmen, die Zweifel anmelden an der Sinnhaftigkeit dessen, was uns da alles zugemutet wird. Fünf Lockdown-kritische Wissenschaftler haben eine Anfrage an alle Bundestagsfraktionen gestellt, auf welcher Grundlage die Entscheidungen getroffen wurden. Die Bewegung „mehr Demokratie“ fordert unter dem Motto „Corona – das Virus und die Demokratie“ in 12 Punkten eine stärkere Orientierung auf Parlamente und Bürger*innen. In einem Gespräch mit tagesschau.de sagte der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, am 10. Mai, was am Anfang wegen der besonderen Notlage noch angemessen" war, werde, je länger die Maßnahmen andauern, immer problematischer". Zudem werden in diesem Beitrag auch eine Reihe von Parlamentariern zitiert, die beklagen, dass die Länderparlamente in die Entscheidungen nicht ausreichend einbezogen waren. 

Und als sei das noch nicht genug, wurde inzwischen ein 80 Seiten umfassendes internes Papier aus dem Innenministerium geleakt, in dem ein Mitarbeiter des Ministeriums die Politik scharf angreift. Das Ministerium hat sich davon natürlich distanziert und dienstrechtliche Konsequenzen angekündigt. 

Aber es kommen auch Einwände aus der Wissenschaft: Die Gruppe um Prof. Dr. med. Matthias Schrappe und Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske hat ein zweites Thesenpapier entwickelt, das eine Verbesserung der Datenbasis anmahnt, die Bürgerrechte gewahrt wissen und die Prävention gezielt weiterentwickeln will (dazu auch ein Bericht in der Ärztezeitung). Kernaussage: COVID-19 sei als typische Infektionskrankheit kein Anlass, „in quasi metaphysischer Überhöhung alle Regeln, alles Gemeinsame, alles Soziale in Frage zu stellen oder sogar außer Kraft zu setzen“. Die Gruppe konstatiert „unverändert Probleme in der Berichterstattung und Strategie“ und zweifelt am Wert der von der Regierung geplanten Massentestung, weil damit nur vermehrt falsch-positive Testergebnisse provoziert würden. Infektionsketten vollständig kontrollieren zu wollen, beurteilt die Gruppe als wenig erfolgreich.

In einem Interview im „Spiegel" vom 6. Mai (hinter der Bezahlschranke) sagt der Lungenspezialist Prof. Dr. Santiago Ewing, Herausgeber der Fachzeitschrift Pneumologie" und Chefarzt am Thoraxzentrum Ruhrgebiet in Bochum, die Reaktion der Politik habe den Rahmen gesprengt". Die Basisrate an Neuinfektionen, Krankheiten und Todesfällen, die wir jetzt über die Lockerungsmaßnahmen in Kauf nehmen, wäre wohl auch durch deutlich weniger radikale Maßnahmen erreichbar gewesen." 

Der Regensburger Psychologe Christof Kuhbandner hinterfragt in einem ausführlichen Beitrag bei heise.de überlegt und qualifiziert, ob der tatsächliche Anstieg der Corona-Neuinfektionen womöglich überschätzt werde. Auch der renommierte Epidemiologe Ulrich Keil (ehemaliger Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster und Vorsitzender der Europäischen Region des Internationalen Verbandes der Epidemiologen) kritisiert eine fehlende wissenschaftliche Evidenz für die politischen Entscheidungen. 

Tatsächlich gibt es in Deutschland keine wissenschaftlich fundierten, repräsentativen Daten – weder zur Häufigkeit einer COVID-19-Infektion, noch zum zeitlichen Verlauf der Erkrankung, zu den Neuinfektionen pro Tag, Woche und Monat, zur Häufigkeit schwerer Verlaufsformen oder Komplikationen, bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten, oder zur Häufigkeit, mit der verschiedene Altersgruppen von der Infektion betroffen sind. Die von vielen als maßgebliche Orientierungsdaten gepushten Angaben des Robert-Koch-Instituts stehen auf höchst brüchigem Eis, wie das tagesaktuell geführte Blog coronoia.info anhand zahlreicher Beiträge aufzeigt (z. B. hier). Auch das ZDF hat am 10. Mai zu den Zahlen des RKI einen kritischen Beitrag verfasst. 

Wie irreführend die Angaben sein können, zeigt sich auch beim in diesen Tagen festgestellten Wiederanstieg der Infektionen, weil nicht berücksichtigt wird, dass in den vergangenen Tagen die Testkapazitäten deutlich erhöht worden sind und dadurch natürlich mehr Infizierte erkannt werden. De facto dürfte die Reproduktionszahl R, um die alles immer kreist und die unter 1 bleiben soll (dann steckt ein Infizierter weniger als einen weiteren Menschen an), weiterhin absinken. Und der NDR beklagte, dass das RKI den öffentlichen Diskurs inzwischen völlig ausbremse, indem es die Daten zurückhalte.

In Bezug auf die Behandlung von COVID-19-Erkrankten warf der Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns aus Witten im Deutschlandfunk der Bundesregierung vor, mit der einseitigen Orientierung auf die Intensivmedizin und das maschinelle Beatmen „sehr falsche Prioritäten gesetzt und alle ethischen Prinzipien verletzt zu haben“.

Auch wenn viele Medienberichte etwas anderes nahelegen, so scheint die Gesamtsterblichkeit an COVID-19 in Deutschland weiterhin sehr niedrig (was damit gemeint ist, wird hier sehr anschaulich erklärt). Das zeigen jetzt auch neue Zahlen der Heinsberg-Studie des Bonner Virologen Prof. Dr. Hendrik Streeck, und das, obwohl die Gruppe der über 65-Jährigen darin überrepräsentiert ist. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liege, so RKI-Präsident Lothar Wieler am 5. Mai, bei 81 Jahren; 87 Prozent seien älter als 70 Jahre.

Demgegenüber scheint der von vielen so skeptisch beäugte „schwedische Weg“ doch besser zu sein als sein Ruf, wie sogar die WHO inzwischen konstatiert. Der für COVID-19 zuständige Direktor Mike Ryan lobte Schwedens Strategie in einem Interview mit dem schwedischen Rundfunk sogar als „vorbildlich“.

Wir geben Ihnen im Folgenden wieder einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen zur Corona-Pandemie und verlinken und zitieren dabei auch Statements, die am Rande oder außerhalb des Mainstreams gefallen sind und die Pandemie aus anderer Perspektive betrachten.

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Hinter den Kulissen

Was sich bei GESUNDHEIT AKTIV in der Corona-Zeit getan hat

Newsletter April 2020 – Über die ganze Stadt sind kleine Büros – Home Offices – von GESUNDHEIT AKTIV verteilt. Jeden Morgen um 9 Uhr trifft sich das gesamte Team in einem virtuellen Meetingraum. Jeweils im realen Raum mit dabei sind die kleinen und großen Kinder, spielend oder tüftelnd über ihren Schulaufgaben. Ab und zu winken sie vergnügt in die Webcam. Nicht selten folgen weitere Videokonferenzen über den Tag verteilt. Unsere Arbeitsergebnisse und Unterlagen teilen wir über eine Cloud. Was früher von Tür zu Tür unserer Büroräume besprochen wurde, wird nun mit einem Klick über einen kleinen Chat-Room geklärt. Niemand aus unserem Team hätte vor Kurzem noch geglaubt, dass wir über längere Zeit hinweg so miteinander arbeiten würden. Zu sehr wussten wir schon immer die persönliche Begegnung zu schätzen. Nun ist es wegen der Corona-Pandemie seit vier Wochen unsere geteilte Realität.

In der Woche, bevor bundesweit zunächst die Kita- und Schulschließungen beschlossen wurden, saßen wir noch alle beisammen in unserem „echten“ Konferenzraum in der Gneisenaustraße – spontan zusammengetrommelt zur „Krisensitzung“. Weniger aus vorauseilendem Gehorsam als aus einer Vorahnung heraus, was da auf uns alle zukommen wird, beschlossen wir, uns räumlich zu trennen. Wie lange? Achselzucken und Schweigen in der Runde, keiner wusste es. „Bis auf Weiteres", hieß es. Die meisten können von zu Hause aus arbeiten. Zwei von uns können zum Glück aufgrund der räumlichen Nähe ihrer Wohnungen zur Geschäftsstelle den Normalbetrieb – Post, Telefon, Bestellungen – in unseren Büroräumen aufrechterhalten.

Dennoch stand der Alltag erst einmal Kopf – für jede*n einzelne*n von uns ebenso wie für alle anderen Menschen hierzulande und in der ganzen Welt. Abstand halten, Kontaktverbot, eingeschränkter Ausgang, Sorgen und Ängste ... Aber es gab auch exponentiell wachsende Lernkurven, und es galt, diese oder jene Chance zu ergreifen. Durch alle Unsicherheiten und Unplanbarkeiten hindurch entstand ein kollektives Zusammenrücken und Zusammenhalten im sozialen Umfeld, und es zeigten sich neue Formen der Solidarität. Allmählich stellte sich eine neue Alltags- und Arbeitsroutine ein. Dennoch hat jede*r von uns immer mal wieder diesen Aufwachmoment: Ist das nicht alles nur ein Traum? Dann folgt der Realitäts-Check.

Mit jeder Woche kommen Fragen auf, die bewegt und geklärt werden müssen und denen wir uns ebenfalls stellen wollen. Auch wenn Corona immer noch allgegenwärtig ist, darf und muss es nichtsdestotrotz auch weiterhin um andere Themen und Belange gehen: Wir wollen nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass wir in diesem Jahr das 100jährige Jubiläum der Anthroposophischen Medizin begehen. Dazu haben wir vor wenigen Tagen eine Sonderausgabe unseres Magazins veröffentlicht. Unsere Kampagne weil’s hilft! Naturmedizin und Schulmedizin gemeinsam ist Anfang Mai seit einem Jahr in der Welt, und wir arbeiten mit Hochdruck daran, immer sichtbarer zu werden. Zudem entstehen und entfalten sich in Nullkommanix neue Ideen. So haben wir mit U-Health in kürzester Zeit ein Online-Programm auf die Beine gestellt und konnten zusätzlich die Vitaleurythmisten Christiane Hagemann und Michael Werner dafür gewinnen.

Das ermutigt uns jeden Tag aufs Neue, und wir hoffen, dass wir Sie – unsere Freund*innen, Mitglieder und Unterstützer*innen von GESUNDHEIT AKTIV – mit unserer Arbeit ebenfalls positiv ermutigen und Ihnen neue Impulse vermitteln können. Bald, so hoffen wir, werden wir uns dann wieder im echten Raum begegnen. Wir freuen uns jetzt schon darauf!

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Chancen und Perspektiven

Jede Krise birgt den Keim für sinnvolle Veränderungen

Newsletter April 2020 – „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, schrieb dereinst Friedrich Hölderlin, der vor 250 Jahren geboren wurde. Und so birgt auch diese Krise bei allen Restriktionen enorme Chancen. Erstmals in der Geschichte der Menschheit müssen Staaten und Organisationen rund um den Globus mehr oder weniger akut und synchron auf eine Bedrohung unserer gesundheitlichen Integrität reagieren. Was der Klimawandel schon seit Jahrzehnten erfordert, wird jetzt innerhalb von Tagen und Wochen durch ein kurzfristig bedrohliches Virus erzwungen. Schauen wir uns nur die Bilder aus Venedig an – das Wasser ist so sauber wie seit Jahrzehnten nicht mehr ... Oder die Bilder vom Flugverkehr über Frankreich – was Greta über Monate hinweg nicht geschafft hat, schafft Corona innerhalb von Tagen ...

Europa wächst trotz aller zusätzlichen und neuen Grenzkontrollen notgedrungen politisch auch wieder etwas mehr zusammen: Selbst Hans-Werner Sinn, der frühere Chef des IFO-Institutes, lässt verlauten, dass wir Deutschen alles tun müssten, um Europa mit genügend Hilfen und Kapital zu versorgen. Dieses Virus, von Fledermäusen auf uns Menschen übertragen, zwingt uns einfach, gemeinsam zu handeln: lokal, national und global. Kein Land wird sich längerfristig vor COVID-19 abschotten können. Aber all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir alle, die ganze Menschheit, in einem Boot sitzen. Nur gemeinsam können wir diese Krise bewältigen. Nur wenn wir gemeinsam rudern, die Segel gemeinsam setzen, werden wir es schaffen, den Schaden zu minimieren, der aus dieser Krise erwächst. Die enormen Hilfeleistungen, mit denen wir – anders als 2008, wo lediglich die Banken profitierten – heute einzelnen Menschen unter die Arme greifen, sind ein Signal dafür, dass man offenbar etwas verstanden hat: Am Ende geht es um das konkrete Leben, die Existenz jedes einzelnen Menschen.

Für alle, die in den eigenen vier Wänden bleiben müssen, haben wir ein fünfwöchiges Online-Programm entwickelt, angelehnt an unser Gesundheitsprogramm „U-Health“. Übungen aus der Vitaleurythmie, entwickelt von Christiane Hagemann und Michael Werner, begleiten den Prozess.

Für die, die es noch etwas bewegter wünschen, empfehlen wir das Wohnzimmerballett von Eric Gauthier. Am Stuttgarter Theaterhaus leitet er eine eigene Tanz-Kompagnie, die jetzt – wie alle anderen Künstler*innen auch – pausieren muss. Ob „Warm up“, „Salsa“, „Pinguin-„ und „Löwentanz“ (für Kinder!) oder „Spaghetti Carbonara“ – alles ist auf kleinem Raum leicht nachzumachen, sorgt für Bewegung und macht richtig gute Laune!

Der Waldow-Verlag, in dem die Zeitschrift "Vorhang auf" erscheint, unterstützt den Unterricht zuhause mit kostenlosen kreativen Lern-, Spiel- und Bastelvorlagen, die als PDF auf der Webseite des Verlages heruntergeladen werden können. Jeden freien Schul- bzw. Kindergartentag kommen neue Ideen hinzu! Schauen Sie doch mal rein!

Die Journalistin Ute Scheub hat kürzlich für die „taz“ eine fiktive Rede unserer Bundeskanzlerin verfasst, in der sie zurückblickt auf die Epidemie und ihre Lehren daraus zieht. Ach, wenn die Kanzlerin das doch in genau dieser Weise beherzigen würde ...

Ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit könnte auch das bedingungslose Grundeinkommen sein. Die Petition, dies jetzt schnell und unbürokratisch umzusetzen, hat es gerade in den Bundestag geschafft und kann weiterhin gezeichnet werden.

So schnell wie möglich brauchen die Menschen ihre selbstverständlichen Rechte zurück und noch viel mehr: die Möglichkeit, ihre Lebensräume zu gestalten, im Dialog untereinander, in Bürgerräten und -parlamenten. Lassen Sie uns Formate dazu entwickeln, wie wir uns ein menschliches Gesundheitswesen in Zukunft vorstellen, und dazu, was für eine Medizin wir brauchen, um dem Menschen in seiner Selbstbestimmung und in seinen Entwicklungsbedürfnissen gerecht zu werden. Von der Schreckstarre über die Bewältigung hin zu neuen Ufern, die so sehnlich auf uns warten. Lassen Sie uns den Weckruf nutzen, den diese Krise mit sich gebracht hat!

Wettrennen um den Impfstoff

Es darf bei der Zulassung keine „Abkürzung" geben

Newsletter April 2020 – Weltweit ist unter den Start-ups und den großen Pharmakonzernen bereits seit geraumer Zeit das Wettrennen um einen Impfstoff gegen COVID-19 eröffnet – 60 Impfstoffprojekte sind bereits am Laufen. Christian Drosten, der wichtigste Berater der Bundesregierung, forderte in seinen Podcast-Beiträgen (Folge 16 und 26) eine beschleunigte Zulassung eines solchen Impfstoffs.

Nur: Bei diesem Impfstoff wird es sich um einen genbasierten Impfstoff handeln – das ist Neuland. Keiner weiß, was so ein Impfstoff im menschlichen Organismus und dem Erbmaterial anrichtet. Wenn ausgerechnet bei so einem neuen Produkt jetzt das Verfahren abgekürzt wird, sollten wir umso genauer hinschauen. Bei der jetzigen oft reißerischen Berichterstattung in vielen Medien wird die Bereitschaft innerhalb der Bevölkerung, sich auch ohne langwierige Prüfung impfen zu lassen und damit unbekannten Risiken auszusetzen, jedoch vermutlich groß sein.

Vereinsamt und alleingelassen

Die Situation in Alten- und Pflegeheimen und Hospizen

Newsletter April 2020 – Alten- und Pflegeheime sowie Hospize haben flächendeckend Besuchsverbote erlassen, weil die dort betreuten Menschen am meisten gefährdet sind und geschützt werden sollen. Allerdings führt die Unsicherheit vieler Helfer und Professionellen teilweise zu völlig unsinnigen und überbordenden Anordnungen. So werden z. B. die eher familiär organisierten Betreuungs- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderung geschlossenen Pflegeheimen gleichgestellt, was zu erheblichen und teilweise unerträglichen Belastungen für alle Beteiligten führt. Die meist fehlende Schutzausrüstung lähmt die Handlungsmöglichkeiten zusätzlich.

Die Frage ist: Um welchen Preis geschieht das alles? Nützt es den Bewohner*innen tatsächlich? Besuchsverbot bedeutet ja: Viele Menschen müssen alleine sterben und können in der letzten Phase ihres Lebens nicht mehr von ihren Angehörigen begleitet werden. Das erscheint ebenso tragisch wie unmenschlich. Und man kann sich durchaus fragen, ob die Menschen vielleicht gerade deshalb sterben, weil sie diese Einsamkeit nicht ertragen? Viele – das zeigen die Berichte aus den Alten- und Pflegeheimen – sind zwar Corona-positiv getestet (auch noch nach dem Tod!), hatten aber keines der typischen Krankheitssymptome. Vor diesem Hintergrund erscheint das Besuchsverbot noch fragwürdiger. Es wäre sicher möglich, den Zutritt so zu regulieren, dass die Gefährdung der Bewohner*innen bestmöglich verringert wird und die Menschen dennoch nicht vereinsamen müssen.

In den kleineren Einrichtungen der Heilpädagogik und Sozialtherapie für Menschen mit Behinderungen wäre es sinnvoll, den dort Verantwortlichen zu überlassen, wie strikt sie das Besuchsverbot handhaben – sie kennen ihre Bewohner*innen und wissen, was sie wem zumuten können und dürfen. 

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert im Deutschen Ärzteblatt, das Besuchsverbot zumindest für die engsten Angehörigen zu lockern: „Ich kann nicht zustimmen, dass man das Verbot in dieser wichtigen Phase so strikt durchsetzt. Das spricht gegen den gesunden Menschenverstand. Wenn sterbende Pflegebedürftige es wollen, dass Angehörige da sein können, dann muss man das auch möglich machen.“ Nur weil Pflegebedürftige besonders gefährdet seien, dürfe man sie einfach entrechten und wegsperren. Heimleitungen und Gesundheitsämter müssten menschenwürdige Lösungen finden.

Ebenso traumatisierend und dramatisch kann es sein, wenn Angehörige und Freund*innen sich von Verstorbenen nicht verabschieden können, weil Bestattungen nur noch im kleinsten Kreis stattfinden dürfen, wenn überhaupt. Die teilweise dramatischen Bilder von vollen Kühlhäusern rühren auch daher, dass sich die Bedingungen für die Bestattungshäuser erheblich verschärft haben und sie für alle Vorgänge erheblich länger brauchen als sonst. 

Wie schon bei den Kliniken bietet sich auch hier, bei den Alten- und Pflegeheimen, die Chance, die Gelegenheit, das gesamte System gründlich zu überdenken. Sind diese Einrichtungen, so, wie sie jetzt organisiert und strukturiert sind, überhaupt richtig und angemessen? Was wäre notwendig und sinnvoll, um pflegebedürftigen Menschen ein würdiges Dasein zu ermöglichen? Was für Einrichtungen müssen wir künftig fördern und fordern? Wie können die Bewohner*innen selbst an der Konzeption stärker beteiligt und einbezogen werden? Wenn die Corona-Krise ein Positives hat, dann sicher genau das: dass wir hier die Weichen neu stellen können. Denn so, wie es jetzt ist, ist es unwürdig – die Betreuten ebenso wie für die unterbezahlten, wenig wertgeschätzten Pflegenden. 

Bringt uns eine App weiter?

Wehret den Anfängen – „Big Brother" will be watching us

Newsletter April 2020 – Nachdem Jens Spahn in seinem neu gestrickten Infektionsschutzgesetz sein ursprünglich beabsichtigtes Datentracking nicht durchbekommen hat, ist jetzt eine App auf freiwilliger Basis der neueste Coup und wird vom Robert Koch Institut zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut) entwickelt. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sind ebenfalls mit einbezogen. Diese App soll Menschen warnen, wenn sie in Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten gekommen sind.

Was soll das bringen? Man will damit die Infektionskette genauer verfolgen können. Wenn jemand aufgrund des Testergebnisses weiß, dass er infiziert ist, könnte die App alle diejenigen warnen, die mit ihm zusammengekommen sind, so dass sie sich dann ggf. ebenfalls testen lassen können.

Auch wenn es heißt, dass die Daten und Bewegungsmuster komplett anonymisiert bleiben und anschließend gelöscht werden, so können wir uns doch des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der Einstieg für eine Totalüberwachung gemacht ist und aus einer freiwilligen App unter bestimmten Voraussetzungen schnell eine Zwangs-App werden kann. Deshalb meint GESUNDHEIT AKTIV: Wehret den Anfängen! Wir werden diese Entwicklung kritisch verfolgen und fühlen uns dabei ermutigt durch das Ergebnis einer Umfrage, dass doch ein erheblicher Anteil der Bevölkerung nicht bereit wäre, eine solche App auf dem Smartphone zu installieren (44 Prozent „ja“ oder „eher ja“, 43 Prozent „nein“ oder „eher nein“, 13 Prozent „weiß nicht“).

Verharmlosen ist nicht die Alternative 

COVID-19 ist nicht irgendein Virus

Newsletter April 2020 – Andererseits: COVID-19 ist real. Auch in Deutschland gibt es jeden Tag mehr Menschen, die infolge einer schweren, mit COVID-19-assoziierten Lungenentzündung Atemnot entwickeln, teilweise mit fatalen Folgen. Covid-19 ist ein Virus, das vielen Menschen gefährlich werden kann und das in unvorbereiteten Situationen (mangelnde Betten- und Versorgungssituation, mangelnde Koordination, schwere andere Grunderkrankungen) durchaus eine fatale Massensterblichkeit bewirken könnte, vielleicht sogar deutlich über das Maß bisheriger Grippe-Epidemien hinaus. Ob diese Sorge tatsächlich berechtigt ist – wir wissen es einfach nicht.

Die eingangs beschriebene Schreckstarre bewirkt aber auch Abwehr und Verweigerung gegenüber diesen Tatsachen. Wenn sich dann noch alle möglichen Mutmaßungen über die vermeintlichen Absichten von Politikern und Wissenschaftlern einstellen, wird es abenteuerlich. Allerdings: Gerade wenn wir die reale Gefahr nicht wirklich erleben können, wächst der Zweifel. Und er wird weiter wachsen, wenn sich weniger Menschen infizieren als befürchtet. „There is no glory in prevention“ – Vorbeugung ist nicht sexy, das ist eine schon lange bekannte Tatsache und leider die bittere Erfahrung vieler Menschen, die erfolgreich helfen, das Erkranken zu verhindern. Aus der Schreckstarre herauszukommen, braucht daher einen kühlen Kopf.

Die Abstandsregel ist bis auf weiteres sicher eine sinnvolle Maßnahme – denn der Übertragungsweg erfolgt, so zeichnet es sich immer deutlicher ab, in erster Linie durch Tröpfcheninfektion, weniger oder gar nicht über Oberflächen. Und dass die Infektionsrate in Deutschland langsam abflacht, zeigt, dass die Maßnahmen greifen.

Und deshalb erscheint es doch sinnvoll, auf Feste und Feiern vorerst zu verzichten – auch auf große Feiern im Zusammenhang mit dem Osterfest, was sicher schmerzlich ist. Gerade das Zusammenkommen von vielen Menschen auf engem Raum scheint die Ausbreitung zu begünstigen – das zeigen die Erfahrungen aus Ischgl, den Faschingsfeiern im Kreis Heinsberg und aus den Fußballstadien.

Fragen über Fragen

Was wir alles nicht wissen

Newsletter April 2020 – Was ist die Grundlage für all diese Entscheidungen? Das Wissen darüber, wie groß die Gefahr tatsächlich ist, mit der wir es zu tun haben, ist begrenzt und wird erst nach und nach an der Realität der fortschreitenden Pandemie neu gewonnen werden. Viele seriöse Wissenschaftler warnen und kritisieren, die Maßnahmen beruhten nicht auf realen Erfahrungen und seien zu wenig gut begründet. Sie äußern teilweise berechtigte Kritik daran, dass Zahlen nicht vergleichbar seien und wir nicht genügend wissen, um die Situation überhaupt einschätzen zu können. Hier sind einige seriöse Quellen für solche kritischen Fragen:

  • Prof. Dr. Hendrik Streeck, Virologe und Initiator der Studie über die Mechanismen der Ausbreitung von COVID-19 im Kreis Heinsberg, die vom Robert-Koch-Institut längst hätte angeschoben werden müssen, äußert sich ebenso besonnen wie kritisch bei Markus Lanz am 31. März 2020 sowie im Interview im „Handelsblatt“ vom 27. März 2020. In der Sendung von Lanz kommt auch der Staatsrechtler und Rechtsphilosoph Prof. Dr. Reinhard Merkel zu Wort, der auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist.
  • Der Epidemiologe Prof. Dr. John Ioannidis von der Stanford University vermutet in einem ausführlichen Interview, dass die Covid-19-Todesfälle im Hintergrundrauschen der Grippe-Welle gar nicht aufgefallen wären, wenn man nicht gezielt danach gesucht hätte. Schon in einem Editorial für eine medizinische Fachzeitschrift kritisierte er den Mangel an Evidenz (hier finden Sie eine auszugsweise deutsche Übersetzung).
  • Der frühere Leiter der Virologie an der Universität Mainz, Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, schrieb am 26. März 2020 einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin und fokussierte dabei auf fünf wichtige Fragen. Bis heute gibt es dazu offenbar keine Antwort.
  • Der langjährige Chef des skandinavischen Cochrane Centers, Prof. Dr. Peter Goetzsche, publizierte zwei kritische Artikel, einen im British Medical Journal und einen zweiten auf seinem eigenen Blog (auf Englisch).
  • Ein weiterer Experte der Cochrane Collaboration, der Statistiker Prof. Dr. Gerd Antes von der Universität Freiburg, äußerte sich in einem Interview mit dem SPIEGEL ebenfalls skeptisch zu der Art der Zahlendarstellung, wie sie in den Medien promotet wird. 
  • Der Epidemiologe Prof. Dr. Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig fand in einem Interview mit dem ZDF ebenso kritische Worte für die jetzigen Maßnahmen der Regierung.
  • Der Arzneimittelbrief, ein unabhängiges Fachjournal, herausgegeben vom Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, stellt in einem Artikel zu aktuellen Aspekten der SARS-CoV-2-Pandemie in Deutschland und Österreich ebenfalls kritische Fragen und zitiert einige der oben genannten Quellen (Ioannidis, Bhakdi u.a.).

Eines der zentralen Argumente ist, dass wir vielfach gar nicht wissen, ob die vielen Toten ursächlich an Covid-19 verstorben sind oder ob das Virus lediglich bei ihnen nachgewiesen wurde und sie mit dem Virus starben.

Die Statistiken dazu sind nicht einheitlich in ihrem Zustandekommen und nicht vergleichbar, weder international noch national, noch nicht einmal für die Bundesländer. So schreibt der Hamburger Senat in seinem täglich erscheinenden Bulletin (Hervorhebung durch uns): „Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Website täglich im Vergleich die von den Bundesländern gemeldeten Fallzahlen der COVID-19-Erkrankten sowie Todesfälle. Das RKI listet alle Todesfälle mit dem Nachweis einer Coronavirus-Infektion auf. In Hamburg werden alle Todesfälle mit Corona-Infektion durch das Institut für Rechtsmedizin begutachtet. Dadurch wird medizinisch differenziert nachgewiesen, welche nicht nur mit, sondern ursächlich durch eine COVID-19-Erkrankung gestorben sind. Dadurch lässt sich der Anstieg der Zahl der Todesfälle, die mit einer COVID-19-Infektion gestorben sind, zur gestern gemeldeten Zahl erklären.“ Das gilt jedoch nur für Hamburg. Welche Bundesländer sonst noch die rechtsmedizinische Untersuchung verpflichtend machen, ist bisher nicht bekannt.

Der Chef des Hamburger Instituts für Rechtsmedizin, Prof. Dr. Klaus Püschel, gibt an, dass alle Verstorbenen „an zuvor bestehenden schwerwiegenden inneren Erkrankungen litten. Zumindest hier in Hamburg sind keineswegs zuvor völlig gesunde Personen betroffen gewesen. Insofern kann ich die Bevölkerung beruhigen. Es gibt keinen Grund für eine Todesangst im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Krankheit hier in der Region Hamburg. (...) Grundsätzlich kann ich betonen, dass Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht das Risiko für einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf enorm steigern. In nicht wenigen Fällen haben wir festgestellt, dass die aktuelle Coronainfektion überhaupt nichts mit dem tödlichen Ausgang zu tun hat, weil andere Todesursachen vorliegen, zum Beispiel eine Hirnblutung oder ein Herzinfarkt.“ Er sei überzeugt, so Püschel, dass man ganz überwiegend auch bei den jüngeren Betroffenen Erklärungen dafür finde, warum die Krankheit einen tödlichen Verlauf genommen habe (Hamburger Abendblatt, 2. April 2020).

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Statistiken für die Mortalität bei Corona umso zweifelhafter. Auch die Zahlen für die Infizierten sind als solche nicht stimmig. Erfasst werden nur die Zahlen der nachweislich positiv Getesteten. Wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind, wissen wir nicht. Diese Angabe spielt aber für die Sterblichkeit eine entscheidende Rolle. Der Kinderarzt Dr. Steffen Rabe hat auf seiner Webseite www.impf-info.de unter dem bezeichnenden Stichwort „Coronoia“ viele interessante Fakten und Hintergrundinformationen zusammengestellt, die täglich aktualisiert werden.

Wir werden hier vorerst weiter mit einer gewissen Unsicherheit leben müssen. Aber wir sollten nicht aufhören, berechtigte Fragen zu stellen und die Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender, aufzufordern, zu den offenen Fragen qualifizierte interdisziplinäre Diskussionsrunden zusammenzustellen, in denen auch diejenigen zu Wort kommen, die nicht dem Mainstream das Wort reden.

Es macht ja schon nachdenklich, wie eingeschworen viele Leitmedien auf die Linie bestimmter Wissenschaftler und der Bundesregierung zu sein scheinen. Tweets und Filme auf YouTube, egal welcher Herkunft, werden schon seit geraumer Zeit mit einer Covid-19-Unterzeile mit dem Link der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) versehen, als wäre sie der Hort der einzig wahren Informationen. Die freie Meinungsäußerung, bisher noch nicht wirklich beschränkt, beginnt hier, sich selbst zu sabotieren oder wird durch wohlfeile staatlich veranlasste Kommentare in ihrer Entfaltungsmöglichkeit eingeschränkt.

An die Politik muss die Aufforderung gehen, wie es Heribert Prantl in seinem schon eingangs erwähnten Newsletter formuliert, nicht nur auf Lothar Wieler, den Chef des Robert-Koch-Instituts, und Christian Drosten (Leiter der Virologie an der Berliner Charité und bekannt aus dem NDR-Podcast) zu hören: „Die Bundeskanzlerin muss eilig einen großen Krisenstab einrichten, in dem nicht nur Virologen und Gesundheitsexperten, sondern auch Grundrechts- und Gesellschaftsexperten sitzen - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Gesellschaft. Sie sollen, sie müssen die Lage umfassend analysieren und den Ausstieg aus dem Lockdown vorbereiten. Das kann, das darf nicht allein die Sache der Naturwissenschaft sein, die ist einseitig, sie ist derzeit medizinisch-virologisch. Die Bundeskanzlerin ist selber Naturwissenschaftlerin, Physikerin. Naturwissenschaftler haben andere Vorstellungen von dem, was systemrelevant ist, als Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, als Psychologen, als Experten aus Kultur, Kunst und Religion. Es geht um einen ganzheitlichen Blick auf die Gesellschaft.“ 

Die ersten Wochen mit dem Virus

Schreckstarre, Fragen, Chancen und Perspektiven

Newsletter April 2020 – COVID-19 hat viele Menschen in eine Art Schreckstarre versetzt. Der anthroposophische Allgemeinarzt Klaus Lesacher aus Tübingen sah diesen aus der Stressforschung bekannten Totstellreflex im Rahmen seines hausärztlichen Notdienstes am 29. März: „Die Patient*innen wissen nicht, wie sie reagieren sollen, was sie tun sollen, was mit ihnen passieren wird. Bombardiert von Schreckensbildern aus den Nachrichten, der Zahlenflut und der nicht verständlichen Flut an medizinischem Spezialwissen verharren sie handlungsunfähig in ihren Wohnungen. Um die fieberhaft Erkrankten ist eine schwer erträgliche Dunkelheit und Verzweiflung, die sich sofort auf den Arzt überträgt (vielleicht ein Hinweis auf die besondere seelische Kontagiosität dieser Krankheit). Die Hilflosigkeit in der Behandlung von grippalen Infekten mit einfachen Hausmitteln kommt bei vielen noch mit dazu. Es herrscht eine Beklemmung, die sich bei der Mehrzahl der Patienten in subjektiven Atembeschwerden äußert, ohne dass sie nennenswert krank wären. Dankbar nehmen die Menschen beruhigende und stärkende Worte auf, sie freuen sich sehr über den Arztbesuch, der ja oft der einzige Besuch ist, den sie seit langer Zeit hatten. Die Atembeschwerden sind danach erstmal nicht mehr vorhanden.“

Was in diesen Tagen und Wochen geschieht, ist ein historisch bislang einmaliger Vorgang: Die Sorge um das Überleben von Millionen Menschen hat die Politik dazu gebracht, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben auf ein Minimum zu reduzieren. Die wirtschaftlichen Existenzen vieler Menschen werden vernichtet. Viele zweifeln am guten Willen der Politik. Sie haben kein Vertrauen oder interpretieren das Geschehen primär als eine Ermächtigung kapitalistischer Technokraten, die sich eine neue Basis schaffen wollen für ihren nächsten Coup: eine Totalherrschaft in staatlich-neoliberaler Liaison, wie jüngst Thomas Brunner in seinem Blogbeitrag darstellte.

Eine hervorragende Analyse der Situation liefert auch das am 5. April 2020 veröffentlichte Thesenpapier zur Pandemie "Datenbasis verbessern, Prävention gezielt weiterentwickeln, Bürgerrechte wahren". Erstellt haben es sechs engagierte Wissenschaftler und Expert*innen: Prof. Dr. med. Matthias Schrappe, Universität Köln, ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit; Hedwig François-Kettner, Pflegemanagerin und Beraterin, ehemalige Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Berlin; Dr. med. Matthias Gruhl, Arzt für Öffentliches Gesundheitswesen, Hamburg/Bremen; Franz Knieps, Jurist und Vorstand eines Krankenkassenverbandes, Berlin; Prof. Dr. phil. Holger Pfaff, Univeristät Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, ehemaliger Vorsitzender des Expertenbeirats des Innovationsfonds; Prof. Dr. rer. nat. Gerd Glaeske, Universität Bremen, SOCIUM Public Health, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit. 

In seinem Newsletter „Prantls Blick“ schreibt der Autor und Kolumnist der „Süddeutschen Zeitung“, Heribert Prantl, am 5. April: „Die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger werden wegen Corona auf vorerst unabsehbare Zeit in bisher unvorstellbarer Weise beschnitten und aufgehoben – ohne großen gesetzgeberischen Aufwand, mit einem Fingerschnippen der Exekutive quasi. Es wurde eine Stimmung geschaffen, in der sich Menschenrechte und Menschenleben gegenüberstehen und die amtlich verordnete Aussetzung von Menschen- und Bürgerrechten als Preis für die Rettung von Menschenleben gilt. Es gibt daher eine große, bestrafungsgestärkte Bereitschaft der Menschen, durch das Ertragen dieser Maßnahmen Solidarität zu zeigen mit den Risikogruppen. (...) Und es gibt kaum Protest dagegen und keine Demonstrationen; letztere sind ja heute verboten. Die Grundrechtseingriffe im Corona-Jahr 2020 sind extremer als man es in den sechziger Jahren befürchtete, als gegen die Notstandsgesetze demonstriert wurde. (...) In einem Land, das auf Untertanengeist gedrillt war, regten sich damals Widerspruch und Widerstand, auch schrill, mit Zuspitzungen und Übertreibungen; es entwickelte sich Streitkultur. Jetzt passiert das Gegenteil. Die Reaktion auf Corona verändert die gereifte Bundesrepublik. In einem Land mit einer bislang ausgeprägten Streitkultur verschwinden Kritik und Protest. (...) Die Zahlen der bloßen Corona-Infektionen wurden und werden verkündet wie die Zahlen von Katastrophenopfern, und die Aussetzung der Grundrechte galt und gilt als Rezept gegen Corona. Das Virus hat nicht nur Menschen befallen, sondern auch den Rechtsstaat.“

Unser Gesundheitsminister hat mit der jüngsten Reform des Infektionsschutzgesetzes eine Art Ermächtigungsgesetz vorgelegt. Manche, wie Viktor Orban in Ungarn, nutzen die Chance, die eigene Macht auszubauen und das Parlament zur Staffage zu machen. Wir von GESUNDHEIT AKTIV werden argumentieren, opponieren und ggf. klagen müssen, wo es geht.

Mit der Einschränkung wesentlicher Persönlichkeitsrechte, z. B. der Reise- und Bewegungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit und wesentlicher Rechte auf freie Berufsausübung haben sich die meisten von uns erstmal abgefunden. Diese passive Seite der Schreckstarre wird jedoch begleitet von einem bisher ungekannten Aktivismus auf der anderen Seite: Schier unendliche Mittel werden in Deutschland bereitgestellt, um die Produktion in den Fabriken und die Stellschrauben im Gesundheitswesen, vor allem in den Krankenhäusern, innerhalb von wenigen Wochen umzustellen und die üblichen Mechanismen des Marktes außer Kraft zu setzen. Was lange Jahre gänzlich utopisch erschien – das Regelsystem mit ausreichenden Mitteln für die basale Daseinsfürsorge auszustatten –, wird plötzlich ohne jede weitere Diskussion realisiert. Sogar die Fallpauschalen (DRGs) stehen auf dem Prüfstand. Corona macht´s möglich.

Zusammenhalten

In Zeiten der Corona-Pandemie

Sondernewsletter 19. März 2020 - Die Ereignisse der Corona-Pandemie überschlagen sich jeden Tag aufs Neue. Wir sehen stündlich neue Zahlen aus unserer Stadt, unserem Bundesland, unserem Land, aus der ganzen Welt. Die Situation ist bis auf Weiteres dynamisch: Die klinischen Kapazitäten werden aufgestockt, zusätzliche Räume und Ressourcen für die Gesundheitsversorgung geschaffen – alles in Erwartung einer Welle an prognostizierten Neuinfektionen.

In hohem Tempo erreichen uns neue Beschlüsse und Erkenntnisse. Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert täglich, ebenso die Virologen, im Wechsel mit den Politikern. In den Medien und sozialen Netzwerken findet sich eine höchst unterschiedlich zu gewichtende Informationsflut an Nachrichten, Verhaltensregeln und Gesundheitstipps – für unser Immunsystem ebenso wie für unsere mentale Gesundheit. Dazu mischen sich erste Hinweise und Warnungen, die bestimmte Medikamente betreffen, Meldungen über die Suche nach einem Impfstoff und über erste klinische Studien zum Coronavirus.

Leider haben auch Fake News, Panikmache und Verschwörungstheorien Hochkonjunktur und gehen viral. Das raubt Energien, schwächt das Vertrauen und schafft zusätzliche Verunsicherung. Wir alle haben so eine Situation noch nie erlebt, wachen jeden Tag mit gemischten Gefühlen, Angst und Sorge auf. Surreal erscheint die Welt. Wohin wird sich das alles noch entwickeln? 

Aber es gibt auch Lichtblicke. Menschen helfen sich gegenseitig, die Nachbarschaftshilfe erwacht zu neuer Blüte, in Italien und Spanien singen die Menschen auf den Balkonen, ganze Metropolen – Rom, Madrid! – verabreden sich, um denen, die unermüdlich das Schlimmste abwenden, zu applaudieren: den Ärzt*innen und Pflegenden.

Und draußen erwacht der Frühling. Die Sonne scheint schon kräftig. Und mit dem zunehmendem Licht wachsen auch Hoffnung und Zuversicht, auf die wir uns besinnen sollten.

Worauf es jetzt ankommt:

  • Menschlichkeit
  • Gesunden Menschenverstand
  • Solidarität und sozialen Zusammenhalt im Abstandsmodus: Helfen wo wir können, während wir räumlich auf Abstand gehen. Und auch lernen, um Hilfe zu bitten, wenn wir sie brauchen.
  • Seelisches Gleichgewicht kultivieren, um uns selbst und andere ermutigen zu können und Gesundheitskräfte zu bündeln
  • Bewusst und bedacht handeln
  • Gut und sachlich informiert bleiben, um den Überblick zu behalten
  • Positive Meldungen weitertragen und kreative Initiativen unterstützen
  • All jenen danken, die nicht zu Hause bleiben können und anderen die Botschaft senden: „Bleibt Ihr zu Hause, wir bleiben für Euch da!“ Denn sie halten unsere Welt draußen am Laufen. 

Jede*r einzelne von uns ist gefragt, die Lage mitzugestalten. Wir hoffen, dass wir als Weltgemeinschaft, als Gesellschaft und in unserem sozialen Umfeld mit vereinten Kräften die Chancen ergreifen, die aus diesen Zeiten bereits erwachsen sind und noch wachsen werden. Mögen sie größer und kraftvoller sein als die Krise selbst! 

In diesem Sinne werden wir auch in den kommenden Tagen und Wochen Anregungen & Informationen zur Ermutigung und Verbundenheit über unsere Webseite, Social Media Kanäle und unseren Newsletter bereitstellen. Wir wollen, trotz vorübergehender Einschränkungen, weiterhin bestmöglich für Sie erreichbar und ansprechbar sein. Bleiben Sie gesund und uns gewogen!

Video-Tipp: Stefan Schmidt-Troschke sprach bereits Ende März mit der Journalistin Angela Elis über die Corona-Pandemie, was wir von ihr lernen können und wie wir uns Krisenkompetenzen aneignen. Das Interview finden Sie hier bei wertvoll.