ERFORSCHT: GUT VERTRÄGLICH

Hohe Sicherheit bei anthroposophischen Arzneimitteln

Wissenschaftler der European Scientific Cooperative on AMPs (ESCAMP) und des Forschungsinstituts Havelhöhe haben im Herbst 2017 die umfangreichste Forschungsarbeit zur Sicherheit und Anwendung von anthroposophischen Arzneimitteln (Anthroposophika) veröffentlicht. Erhoben wurden Daten zu mehr als 300.000 Verschreibungen, mehr als 44.000 Patienten waren involviert. Die Studie, die einen Zeitraum von zehn Jahren abdeckt, kommt zu folgendem Schluss: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen waren selten, schwere unerwünschte Nebenwirkungen noch seltener. Im Ergebnis ist die anthroposophische Arzneimitteltherapie sehr sicher.

Umfangreiches Forschungsprojekt

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des EvaMed-Projektes (Evaluation Anthroposophischer Medizin) erfasst. Das Projekt wurde 2003 entwickelt, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung der Sicherheit, Anwendung und Wirksamkeit von anthroposophischen Arzneimitteln zu liefern. In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen von EvaMed bereits 12 Artikel zu Einzelaspekten publiziert. Zum Beispiel ließ sich bei der Behandlung von akuten Infektionen der oberen Atemwege feststellen, dass die Rate der Verschreibung von Antibiotika in der Anthroposophischen Medizin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Hierbei kam es zu geringen Komplikations- und Rezidivraten und wenigen Folgebehandlungen.

Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführer von GESUNDHEIT AKTIV, bewertet die Ergebnisse positiv: „Die geleistete Arbeit ist enorm, die Ergebnisse sind überzeugend. Es ist wichtig, auf solche robusten Daten verweisen zu können, wenn es wieder heißt, dass Homöopathie & Co. zu wenig wissenschaftlich belegt seien. Für die Sicherheit der anthroposophischen Arzneitherapie haben wir nun also gute Daten. Jetzt muss noch mehr zur Wirksamkeit geforscht werden. Dafür brauchen wir endlich eine unabhängig finanzierte Forschungsförderung!“

Quelle:
Original-Studie: „Use and safety of anthroposophic medicinal products, An analysis of 44,662 patients from the EvaMed Pharmacovigilance Network“. Drugs - Real World Outcomes 2017, DOI 10.1007/s40801-017-0118-5