Es geht auch ohne Antibiotika

bei Husten, Schnupfen und Mittelohr-Entzündung

Eine Studie über den Antibiotika-Einsatz bei Infektionen der Atemwege oder Mittelohrentzündung zeigt, dass die Behandlung durch anthroposophische Ärzte ohne Antibiotika eher noch bessere Ergebnisse erzielt als eine konventionelle Therapie mit Antibiotika. 

Die Studie verglich die Behandlung von 529 US-amerikanischen und europäischen Kinder mit akuten Atemwegs- oder Mittelohrentzündungen. Sie wurden entweder durch anthroposophische oder durch konventionelle Ärzte behandelt. Das Ergebnis: Während von den anthroposophisch behandelten Kindern nur jedes zwanzigste (= 5,5 Prozent) ein Antibiotikum erhielt, stellten konventionell orientierte Ärzten für jedes vierte Kind (= 25,6 Prozent) ein Rezept für ein Antibiotikum aus. Und: Die anthroposophisch behandelten Kinder benötigten seltener Schmerzmittel; auch waren die Eltern dieser Gruppe mit dem Behandlungsergebnis zufriedener.

Der sorglose Einsatz von Antibiotika führt zunehmend zu großen Problemen in westlichen Industrieländern, weil die Zahl der resistenten Keime stetig zunimmt. Immer häufiger treten multiresistente Erreger auf, vor allem in Krankenhäusern. Die DAK Krankenkasse hatte schon 2014 in ihrem Antibiotika-Report festgestellt, dass entgegen der Behandlungsrichtlinien bei Erkrankungen der oberen Atemwege immer noch regelmäßig Antibiotika verschrieben werden. Diese neue Studie zeigt einmal mehr, dass das weder nötig noch vorteilhaft ist. 

Auch ZEIT Online hatte sich in einer 15-teiligen Serie des Themas "Antibiotika-Einsatz in Medizin und Landwirtschaft angenommen: „Tödliche Keime“.

 

Quelle: Harald J. Hamre, Anja Glockmann, Reinhard Schwarz, David S. Riley, Erik W. Baars, Helmut Keine, Gunver S. Kienle: Antibiotic use in Children with Acute Respiratory or Ear Infections: Prospective Observational Comparison of Anthroposophic and Conventional Treatment under Routine Primary Care Conditions. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Vol. 2014, Article ID 243801