Weiterhin zu wenig Transparenz

bei klinischen Studien

Trotz vieler Appelle und ethischer Verpflichtungen werden nach wie vor viele klinische Studien nicht registriert, Registereinträge nicht aktualisiert und Ergebnisse nicht veröffentlicht. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Anlass für die Kritik des Instituts ist die Aktualisierung einer Resolution der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Transparenz von Pharmadaten. „Dass bisher ein großer Teil der Ergebnisse klinischer Studien nicht offengelegt wurde, bedeutet, dass Patienten möglicherweise nicht die bestmögliche Behandlung bekommen – weil wir diese gar nicht ermitteln können“, sagte Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittelbewertung im IQWiG.

Siw Waffenschmidt, Leiterin des Stabsbereichs Informationsmanagement im Institut, sieht sich bei ihren Recherchen täglich konfrontiert mit der Unvollständigkeit von Studienregistern und veröffentlichten Studiendaten: „Um den Nutzen zweier medizinischer Interventionen zu vergleichen, benötigen wir alle Informationen über die Studien. Die Darstellung in den Registereinträgen oder in den Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften ist aber oft lückenhaft.“

Das IQWiG begrüßt, dass die WHO sich weiter für die Transparenz bei Pharmadaten einsetzt. Allerdings geht sie dabei nach Auffassung des Instituts nicht weit genug. Anders als die WHO hält das IQWiG die Offenlegung nicht nur künftiger Studien für notwendig, sondern auch älterer Studien, um ein neuen Wirkstoff oder ein neues Medizinprodukt mit bereits länger eingesetzten Therapien zu vergleichen zu können. Außerdem plädiert das IQWiG dafür, dass zusätzlich zu den primären und sekundären Studienergebnissen auch zwingend weitere Angaben, zum Beispiel über die gesundheitsbedingte Lebensqualität der Studienteilnehmer, registriert werden.

Quelle: Pressemitteilung des IQWiG vom 19. November 2014