Aktuelle Neuigkeiten

Neueste Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten, die wir einmal im Monat als Newsletter verschicken. Wir greifen aktuelle Neuigkeiten aus verschiedenen Medien auf – zu Gesundheitsthemen, aber auch zu Forschungsergebnissen, zur Gesundheitspolitik und ganzheitlicher Medizin.

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Besser zuhören

Berlin, 06. Juni 2019. Das Sprechzimmer in der ärztlichen Praxis sollte besser ein Hörzimmer sein. Denn Patient*innen wünschen sich vor allem, dass ihr Arzt ihnen zuhört und erklärt, was ihnen fehlt. ...

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SKANDALÖSES VORGEHEN

Berlin, 06. Juni 2019. Ab 2021 soll allen Patient*innen eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stehen. Entgegen ursprünglicher Zusagen sollen dabei jedoch wesentliche Patientenrechte erstmal ignoriert werden. ...

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SCHLUSS MIT DEM KAUDERWELSCH?

Berlin, 06. Juni 2019. Damit Patient*innen besser verstehen, was Ärzte herausgefunden haben, sollen sie künftig nach jeder stationären oder ambulanten Behandlung leicht verständliche Briefe mit nach Hause bekommen. Das fordern zumindest die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Hamburg. ...

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Masernschutzgesetz: unnötig und Fehlerhaft

Berlin, 06. Juni 2019. Man fragt sich schon, wie dieser Referentenentwurf für eine Impfpflicht gegen Masern überhaupt die Schreibtische des Bundesgesundheitsministeriums verlassen konnte – ignoriert er doch in weiten Teilen die Faktenlage. ...

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Kosten steigen weiter

Berlin, 06. Juni 2019. Die Kassen zahlen immer absurdere Beträge für neue Medikamente. 2018 kostete jedes vierte neue Mittel mehr als 100.000 Euro im Jahr. Damit hat sich der Anteil der hochpreisigen Medikamente in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. ...

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Skandalöses Vorgehen

Elektronische Patientenakte: Patientenrechte werden ignoriert

 

Berlin, 6. Juni 2019. Die elektronische Patientenakte soll den Zugriff auf ärztliche Befunde erleichtern und unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden. Anders als ursprünglich geplant soll es den Patient*innen jedoch, zumindest zu Beginn, nicht möglich sein auszuwählen, welche persönlichen Informationen anderen Beteiligten – Apothekern, Fachärzten, Therapeuten – zugänglich gemacht werden. Grund dafür sei, so berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, die kurze Frist, die der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für die Einführung der Akte gesetzt hat.

Damit erhält z. B. der Zahnarzt Einblick in gynäkologischen Befunde, oder der Apotheker erfährt, dass sein Kunde/seine Kundin gerade eine Psychotherapie macht. Um das zu vermeiden, können Patient*innen nur komplett den Zugriff verweigern oder einem Arzt verbieten, dass er ihre Daten in die Akte einspeichert – dann kann aber später auch niemand sonst sie nutzen, und der Sinn und Zweck der Akte erübrigt sich.

Die elektronische Patientenakte wird schon seit 15 Jahren (!) geplant. Zuständig ist die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte. Diese „Gematik“ gibt an, Jens Spahn habe zu wenig Zeit gegeben, um die Akte einzuführen. Deshalb könnten Patient*innen nicht schon von Anfang an bestimmen, wer ihre Daten einsehen kann und wer nicht. Diese Rechte sollen später nachgeliefert werden. Wann das sein wird, entscheiden die Gesellschafter der Gematik. Dazu gehört seit kurzem auch das Bundesgesundheitsministerium, das mit 51 Prozent an der Gematik beteiligt ist.

GESUNDHEIT AKTIV meint

An der Digitalisierung von Patientendaten wird kein Weg vorbeiführen. Selbst kritische Patienten erwarten mehr und mehr, dass Ärzte und andere für die gesundheitliche Versorgung Zuständige auf ihre Daten zugreifen können. Das eigentliche Problem liegt ganz woanders: Bereits mit der Elektronischen Gesundheitskarte (E-Card) wurde jede Chance verpasst, den Umgang mit sensiblen Daten in der Medizin gemeinsam mit den Betroffenen zu entwickeln. Denn wem gehören diese Daten? Natürlich immer nur den Patient*innen selbst! Erst auf dieser Grundlage kann alles Weitere entwickelt werden.

Man muss heute die Chancen wahrnehmen, die in der Datentechnologie liegen. Diese Potenziale müssen allerdings letztlich immer dem einzelnen Patienten dienen und nicht primär den Strukturen. Stattdessen geschieht nun genau das, wovor Kritiker*innen, unser Verein eingeschlossen, seit Jahren warnen: Die Überantwortung des Persönlichen an den Staat und an die Industrie.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, 21. Mai 2019  und Pressemitteilung der Freien Ärzteschaft, 31. Mai 2019

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Masernschutzgesetz: Unnötig und fehlerhaft

Stellungnahme der „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V.“

Berlin, 6. Juni 2019. Dieser Gesetzentwurf ist ebenso unnötig wie fehlerhaft – zu diesem Schluss kommt eine Stellungnahme der „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V.“, die den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums genau unter die Lupe genommen hat. „Jens Spahn verknüpft hier falsche Behauptungen zu einer nachweislich falschen Schlussfolgerung“, erklärt der Münchner Kinder- und Jugendarzt Dr. Steffen Rabe, Sprecher des Ärzte-Verbandes. „Es gibt keinerlei Evidenz dafür, dass eine Impfpflicht geeignet ist, die Durchimpfungsraten nachhaltig zu erhöhen.“

Dieses „Masernschutzgesetz“ stelle überdies einen Eingriff in zentrale Grundrechte dar (Recht auf körperliche Unversehrtheit, Elternrecht auf Pflege und Erziehung der Kinder). Angesichts der schon jetzt auf freiwilliger Basis erreichten Ergebnisse mit hohen und in den vergangenen Jahren stets weiter steigenden Durchimpfungsraten sei dieser Eingriff überflüssig und unangemessen, sagen die Impf-Spezialisten.

Der Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V.“ hält die Einführung einer Impfpflicht deshalb für den falschen Weg und setzt stattdessen auf Maßnahmen, die das Vertrauen der Bevölkerung in Impfungen stärken. In dieser Hinsicht sind längst noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. 

Die ausführliche Stellungnahme findet sich auf der Homepage des Ärzteverbandes. Gegen die Einführung einer Impfpflicht kann weiterhin eine Petition gezeichnet werden. Die ersten 100.000 Unterschriften wurden bereits beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht sowie dem Bundesgesundheitsminister zugestellt.

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Besser zuhören

Patient*innen wünschen sich mehr sprechende Medizin

 

Berlin, 6. Juni 2019 Es muss sowohl Ärzten als auch Gesundheitspolitikern zu denken geben, was der neue Stada-Gesundheitsreport 2019, in dem über 18.000 Online-Interviews ausgewertet wurden, zum Ergebnis hat: Der Arzt soll die Anliegen und Sorgen von Patient*innen ernst nehmen und diese verständlich und genau darüber informieren, was ihnen fehlt. Knapp zwei Drittel der Interviewten gibt an, dass ihnen das am wichtigsten ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Ärzt*innen ihren Patient*innen erstmal zuhören. Genau das ist aber nur selten der Fall. Denn meist stellen Ärzt*innen nur schnell ein Rezept aus, mit dem sich das Befinden bessern soll. Auf eine solche Verordnung legt aber – anders als oft angenommen – nur etwas mehr als jeder Zehnte Wert.

Interessant ist auch, dass nur ein Fünftel der Befragten der Schulmedizin „voll und ganz“ vertraut, rund 40 Prozent vertrauen ihr „im Großen und Ganzen“. Das liege daran, dass die Individualisierung ein besonders starker Trend sei, meint Trendforscher Sven Gábor Jánsky. Die Schulmedizin folge immer noch dem Prinzip „one fits all“ – eines passt auf alle. Die Menschen wissen aber genau, dass jeder von ihnen der Einzelfall ist und wollen dementsprechend auch individuell behandelt werden.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Befragung: Rund die Hälfte der Deutschen setzt bei leichten Erkrankungen erst einmal auf Hausmittel. Und rund fünf Prozent greifen zu homöopathischen Arzneimitteln. Für den Stada-Gesundheitsreport wurden jeweils rund 2.000 Menschen in Deutschland, England, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien, Polen, Serbien und Russland befragt.

Quelle: aerztezeitung.de, 15. Mai 2019

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Kosten steigen weiter

Jedes vierte neue Medikament kostet 100.000 Euro im Jahr und mehr

Berlin, 6. Juni 2019. Diese Zahlen sind bemerkenswert: Nur bei etwas mehr als der Hälfte der 224 im Jahr 2018 neu zugelassenen Medikamente konnte belegt werden, dass sie gegenüber den bereits vorhandenen Mitteln tatsächlich einen Zusatznutzen aufwiesen. Aber die Preise für diese neu zugelassenen Wirkstoffe gehen durch die Decke: Ein Viertel der neuen Arzneimittel kostete mehr als 100.000 Euro jährlich. Damit hat sich der Anteil der hochpreisigen Medikamente in den vergangenen vier Jahren verdoppelt: Kostete zwischen 2011 und 2014 nur jedes achte Arzneimittel über 100.000 Euro pro Patient*in und Jahr, war es zwischen 2015 und 2018 schon jedes vierte. Das ergab der AMNOG-Report 2019, den Forscher der Universität Bielefeld für die DAK-Gesundheit erstellen.

Vielfach machte es eine fehlerhafte Datengrundlage unmöglich, den Nutzen eines neuen Mittels wirklich umfassend zu bewerten. Vor allem die Lebensqualität geht oft nicht in ausreichendem Maße in die Untersuchungen mit ein. Der AMNOG-Report 2019 analysierte insgesamt 249 Nutzenbewertungsverfahren.

Quelle: Pressemeldung der DAK-Gesundheit, 21. Mai 2019

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Schluss mit dem Kauderwelsch?

3-Länder-Initiative: Patientenbrief nach jeder Behandlung

Berlin, 06. Juni 2019. Diese Situation kennt sicher fast jede*r Patient*in: Nach einem Arztbesuch oder auch nach bestimmten Untersuchungen mit Ultraschall, Röntgen, CT oder anderer Medizintechnik geht man nach Hause und ist so klug bzw. so ratlos wie zuvor. Nur selten erfährt man das Untersuchungsergebnis direkt und wenn, dann meist in unverständlichem Mediziner-Kauderwelsch. Diesem Missstand wollen drei Bundesländer jetzt abhelfen. Berlin, Brandenburg und Hamburg fordern, dass nach jeder stationären oder ambulanten Behandlung gut verständliche Informationen zu Diagnose, Therapie und Einnahme von Medikamenten in einem Patientenbrief festgehalten werden.

Das erscheint umso wichtiger, als die jetzt schon üblichen Arztbriefe nach der Entlassung aus dem Krankenhaus meist wenig strukturiert, fehlerhaft, vage oder missverständlich formuliert und voller Abkürzungen sind. Das zeigte jüngst eine Befragung von 197 Ärzten durch Sprachwissenschaftler der Universität Düsseldorf. Fast alle dabei interviewten Hausärzte gaben an, diese Arztbriefe nicht auf Anhieb zu verstehen. Und fast alle hatten schon einmal Briefe mit falschen Informationen erhalten – was dann leicht Behandlungsfehler nach sich ziehen kann. Drei Viertel der Ärzt*innen gaben an, dass die Therapieempfehlungen und Anweisungen für die Einnahme von Medikamenten aus dem Krankenhaus fehlerhaft gewesen seien.

Und noch ein interessanter Vorstoß liegt aus den drei Bundesländern vor: Sie fordern, dass Patient*innen stärker in die Gremien des Gesundheitswesens eingebunden werden. Eine entsprechende Vorlage dafür wurde bereits den Parlamenten vorgestellt, jetzt wird sie in den zuständigen Ausschüssen weiter bearbeitet.

Quellen: aerzteblatt.de, 17. Mai 2019 und aerzteblatt.de, 23. April 2019

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