Aktuelle Neuigkeiten

Neueste Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten, die wir einmal im Monat als Newsletter verschicken. Wir greifen aktuelle Neuigkeiten aus verschiedenen Medien auf – zu Gesundheitsthemen, aber auch zu Forschungsergebnissen, zur Gesundheitspolitik und ganzheitlicher Medizin.

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Gesundheit vor Gewinn

Offener Brief junger Ärzt*innen an die Kanzlerin

 

Newsletter Mai 2020 – „Medizin für den Menschen: Gesundheit vor Gewinn“ – so lautet die Überschrift eines Offenen Briefes, den das „Bündnis Junge Ärzte“ an die Bundeskanzlerin geschrieben hat. Darin fordern sie ein Ende der Profitmaximierung, den Abbau von Bürokratie und eine bundesweit einheitliche Digitalisierung sowie eine bessere Weiterbildung für eine zukunftsfähige Medizin.

Gerade die Corona-Krise zeige, dass es „dringenden Handlungsbedarf“ gebe, wenn „die medizinische Versorgung in Deutschland im Sinne aller zukunftsfähig bleiben“ solle. Eine Medizin, die „sich am Wohle des Menschen orientiert“, werde „besonderen Herausforderungen weit besser gerecht als die bisherige Medizin, die immer stärker von Kommerzialisierung und bürokratischen Hindernissen geprägt“ sei: „Für uns junge Ärztinnen und Ärzte ist klar: Nach der Krise kann es kein ‚Weiter so!‘ geben. Die Patientinnen und Patienten müssen – wie es in der derzeitigen Ausnahmesituation bereits geschieht – wieder konsequent vor der Profitorientierung rangieren.“

Unterschrieben ist der Offene Brief außerdem vom Ausschuss Assistenzärzte im Hartmannbund, von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, den Jungen Allgemeinmedizinern Deutschland und vom Sprecherrat der sich weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte.

Quellen
Offener Brief des Bündnis Junge Ärzte, 27. April 2020
Ärztezeitung, 27. April 2020

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Entscheidung gefordert!

Zu vorgeburtlichen genetischen Bluttests

Newsletter Mai 2020 – In einem gemeinsamen Positionspapier fordert GESUNDHEIT AKTIV zusammen mit 40 weiteren Organisationen den Deutschen Bundestag dazu auf, Entscheidungen bezüglich der Anwendung vorgeburtlicher Untersuchungen zu treffen, deren Ergebnisse keine Behandlungsoptionen eröffnen.

Mit den „nichtinvasiven Pränataltests" (NIPT) sind werdende Eltern mit noch mehr vorgeburtlichen Untersuchungen konfrontiert, die nach Besonderheiten beim Kind suchen. Voraussichtlich ab Herbst 2020 werden die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der NIPT für die Suche nach den Trisomien 13, 18 und 21 übernehmen. Die Solidargemeinschaft bezahlt somit für Tests, die keinen medizinischen Nutzen haben. Denn bei einem auffälligen Testergebnis, beispielsweise für ein wahrscheinlich vorliegendes Down-Syndrom, gibt es keine therapeutischen Handlungsmöglichkeiten.

Die einzige Handlungsoption der werdenden Eltern ist dann die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer vermuteten Behinderung des werdenden Kindes. Auch angesichts der Forschung zu weiteren Tests auf zahlreiche andere genetische Varianten sowie Krankheitsdispositionen fordern die Unterzeichner*innen den Deutschen Bundestag dringend auf, gesetzliche Regelungen für den Umgang mit solchen ausschließlich selektiven Tests zu treffen und die 2019 begonnene Debatte zur Pränataldiagnostik fortzusetzen.

Damals hatten viele Abgeordnete in einer Orientierungsdebatte zu den NIPT den Wert einer vielfältigen Gesellschaft betont. Seitdem hat sich nichts getan, unsere Gesellschaft ist weder inklusiver geworden noch wurden die Strukturen ausgebaut, um Menschen mit Behinderung und ihre Familien weiter zu unterstützen.

Deshalb appellieren die unterzeichnenden Organisationen an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, ihrer Verantwortung nachzukommen und politische Entscheidungen für eine inklusivere Gesellschaft zu treffen. Nur dann werden sich werdende Eltern ohne Angst und selbstbestimmt auch für ein Kind mit Beeinträchtigung entscheiden können.

Hintergrund
Im September 2019 hat der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) die Kostenübernahme für den NIPT auf die Trisomien 13, 18 und 21 beschlossen. In Kraft treten wird dieser Beschluss, wenn eine Versicherteninformation zu den Bluttests auf Trisomien vorliegt, die die werdenden Eltern fachlich korrekt, umfassend und vor allem neutral informieren soll. Anfang März legte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen ersten Entwurf vor, zu dem noch bis zum 29. Mai Stellungnahmen eingereicht werden können. Dieser Entwurf informiert aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen weder vollständig noch ergebnisoffen und muss daher – unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung und ihren Familien und Verbänden – umfassend überarbeitet werden.

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Neuer Master-Studiengang

Pionierprojekt zur Entlastung des Gesundheitswesens

 

Newsletter Mai 2020 – Die Corona-Krise zeigt es einmal mehr, dass die Strukturen des deutschen Gesundheitswesens nicht so tragfähig sind, wie sie sein sollten. Vor allem auf dem Land hapert es oft mit der medizinischen Versorgung. Dem soll ein neuer Master-Studiengang jetzt abhelfen. Als eine von drei Hochschulen startet die Universität Witten-Herdecke im Herbst 2020 das zweijährige Studium zur „Community Health Nurse“. Voraussetzung sind eine abgeschlossene Pflege- oder Hebammenausbildung sowie ein pflegewissenschaftliches Hochschulstudium, alternativ ein Abschluss in einem pflegewissenschaftlich relevanten Studium. Es ist ein Konzept, das sich bereits in Schweden, Finnland und Kanada bewährt hat. Solche Pflegekräfte übernehmen die wohnortnahe Versorgung chronisch kranker oder alter Menschen, sie unterstützen und begleiten bei Krankheiten, beraten Patientinnen und Patienten und erleichtern den Alltag von chronisch und psychisch beeinträchtigten Menschen jeden Alters und deren Familien.

„Von der Prävention und Gesundheitsförderung bis hin zur Rehabilitation und Palliativpflege – im gesamten Spektrum der Gesundheitsversorgung sehen wir auch hierzulande großes Potenzial, zum Beispiel auch, um Ärztinnen und Ärzte durch gut ausgebildete Pflegefachpersonen zu unterstützen und zu entlasten“, sagt Prof. Dr. Sabine Metzing, Pflegewissenschaftlerin und kommissarische Studiengangsleiterin der Uni Witten-Herdecke. 

Interessent*innen können sich ab dem 15. Mai und bis zum 31. August 2020 online auf der Studiengangseite bewerben. 

Quelle
Pressemitteilung der Uni Witten-Herdecke, 20. April 2020

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Gesunde Asia-Küche

Tofu senkt Herz-Kreislauf-Risiko

Newsletter Mai 2020 – Wohl dem, der eine Vorliebe für die asiatische Küche hat, in der Tofu und Sojaprodukte sowie Hülsenfrüchte häufig verwendet werden. Eine Studie der T.H. Chan School of Public Health in Boston (USA) zeigte jetzt, dass diese Kost besonders gut vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen kann. Wer häufig Sojaprodukte und Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen) mit einem hohen Anteil an Isoflavonen isst, kann das Risiko für einen Herzinfarkt um bis zu 21 Prozent senken. Auch wer häufiger als einmal in der Woche Tofu isst, erkrankt um 18 Prozent seltener an Herz-Kreislaufleiden als Menschen, die nur selten zu diesem Sojaquark greifen.

Für Soja-Milch bestätigte sich diese Schutzwirkung allerdings nicht. Die Autor*innen der Studie führen das darauf zurück, dass der Isoflavongehalt dieses Getränks oft mit Zucker und Süßstoffen versetzt ist. 

Quellen
aerzteblatt.de, 3. April 2020

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