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Neueste Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten, die wir einmal im Monat als Newsletter verschicken. Wir greifen aktuelle Neuigkeiten aus verschiedenen Medien auf – zu Gesundheitsthemen, aber auch zu Forschungsergebnissen, zur Gesundheitspolitik und ganzheitlicher Medizin.

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PATIENTEN STÄRKER BETEILIGEN

Kiel, 8. Januar 2019. Neue Wege in der Beteiligung von Patienten bei Therapie-Entscheidungen geht das Uni-Klinikum Schleswig-Holstein: Das Projekt „Share to care“ soll Patienten und ihre Wünsche stärker einbeziehen und somit die Versorgungsqualität verbessern.

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freiheit in der erstattung erhalten!


Berlin, 07. Januar 2019. Ein Gesetzesentwurf aus dem Hause Spahn sieht die Abschaffung des Wahltarifes für komplementärmedizinische Arzneimittel vor. Warum das aus Sicht der Versicherten und Patienten nicht akzeptabel ist erfahren sie hier...

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heilsame klänge

Köln, 4. Januar 2019. Schon gewusst? Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ermöglicht einen „ThemenCheck Medizin“, bei dem Bürger*innen Anfragen an das Institut richten können. Die Ergebnisse zur Musiktherapie bei Krebs sind schon mal positiv...

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denk-bann an den Unis?

Berlin, 14. Januar 2019. Entgegen der Nachfrage vieler Studierender und Patient*innen, hat die Uni Wien das Wahlfach Komplementärmedizin und damit die Vorlesungen über Homöopathie aus dem Lehrplan gestrichen. Warum wir diese Entscheidung unwissenschaftlich finden…

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Ethikrat uneins über widerspruchsregelung

Berlin, im Dezember 2018. Der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Organspende über eine Widerspruchsregelung zu fördern, stößt im Ethikrat auf Kritik, aber auch auf Zustimmung.

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petition für "gesundes licht" erfolgreich

Berlin, 13. Januar 2019. Das Ziel ist klar: In wenigen Jahren soll es in der EU nur noch die energiesparenden LED-Leuchtmittel geben. Glühbirnen sind bereits abgeschafft, Halogenbirnchen stehen ebenfalls auf der Verbotsliste. Dagegen hat sich eine Petition gewehrt. Erfolgreich...

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Patienten stärker beteiligen

Projekt SHARE TO CARE in Schleswig-Holstein

Kiel, 8. Januar 2019. Die Idee stammt aus Norwegen, jetzt wird sie auch bei uns etabliert: Mit dem Projekt „Share to care“ geht der Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein neue Wege, um die Interessen von Patienten bei Therapieentscheidungen stärker zu berücksichtigen. In vier Modulen werden Ärzte geschult, Pflegende qualifiziert und Patienten strukturiert in einem passwortgeschützten Bereich im Internet über ihre jeweilige Erkrankung informiert, so dass sie besser vorbereitet in den Arzt-Patienten-Dialog gehen können. Die Ärzte des Klinikums erhalten ein spezielles Kommunikationstraining, bei dem sie lernen, wie sie die Patienten im klinischen Alltag besser einbeziehen können. 

Die Zukunft der Medizin

„Wissen schafft Gesundheit! Patienten müssen aktiv in die Entscheidung über ihre Behandlung einbezogen werden“, sagte Dr. Eckart von Hirschhausen bei der Auftaktveranstaltung für „Share to Care“ am 18. Dezember 2018 im Kieler Schloss. Er ist Schirmherr des Projekts und hat es mit initiiert. „Mit den Materialien, die ‚Share to Care‘ im Internet bereitstellt, kann ein Dialog zwischen Ärzten, Pflegenden und Patienten auf Augenhöhe gelingen. Damit die Wünsche des Patienten an erster Stelle stehen. ‚Share to Care‘ ist die Zukunft der Medizin!“

Die Ärzte wiederum empfinden das Programm als hilfreich, um die Patientengespräche besser zu strukturieren und so die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient zu verbessern. „Patienten haben heute viele Fragen und stellen auch uns und das System in Frage“, begründet Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Uni-Klinikums Schleswig-Holstein, die Notwendigkeit des Programms. „Mit der Umstellung des gesamten Klinikums auf ‚Share to Care‘ können wir diesen Fragen neu und patientengerecht begegnen und für alle bessere Bedingungen schaffen.“

Das Programm wird bereits an fünf Kliniken des UKSH am Campus Kiel umgesetzt, weitere werden folgen. Die Techniker Krankenkasse sowie das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. unterstützen das Projekt, das u.a. mit 14 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird. Der Erfolg wird durch die Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftlich überprüft.

GESUNDHEIT AKTIV meint
„Hier wird endlich auf einer breiteren Basis begonnen, Patienten stärker in ihre Behandlung einzubeziehen, deshalb begrüßen wir dieses Projekt“, kommentiert Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Allerdings bleibt abzuwarten, wie es sich in der Praxis entwickelt und ob sich die Versorgung der Patienten damit tatsächlich verbessert.“ Denn ganz neu ist die Idee, nach der jetzt in Schleswig-Holstein verfahren wird, ja nicht. Und bisher hat sich am Status quo dadurch noch wenig verändert.

Weitere Informationen
Aktion „Share to Care

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Denk-Bann an den Unis?

Homöopathie-Debatte in Österreich

Bis Oktober 2018 gab es an der Universität Wien eine Wahlveranstaltung zur Homöopathie. Damit ist es jetzt vorbei. Die Studien- und Prüfungsabteilung hat den angemeldeten Teilnehmer*innen abgesagt und dies mit zahlreichen Beschwerden von Studierenden begründet. Das berichtet die Internet-Plattform Nextdoc. In einem Interview bezieht der Präsident der Universität, Markus Müller, Stellung für eine evidenzbasierte Medizin und gegen „alternativmedizinische Ideen“.   

Die Veranstaltung sei bereits in der Vergangenheit heftig kritisiert worden. Sie hatte, offenbar bereits als Reaktion auf frühere Kritik, einer kritischen Auseinandersetzung mit der Homöopathie dienen sollen. Diesem Anspruch, das teilt die Internetplattform mit, sei die Veranstaltung nun nicht mehr gerecht geworden. Das österreichische Magazin „Profil“ titelte daraufhin mit einem aus Globuli geformten Kreuz und brachte damit hämisch zum Ausdruck, dass Homöopathie innerhalb der „wissensbasierten Medizin“ jede Existenzberechtigung verloren habe. Der einseitig recherchierte Leitartikel postuliert, dass es keine einzige seriöse Untersuchung gebe, mit der eine Wirksamkeit der Homöopathie sicher belegt werden könne. Im Übrigen widerspreche bereits das Grundkonzept der Homöopathie den Naturgesetzen.

Nicht sein kann, was nicht sein darf?

All das ist nicht neu, wenn man weiter in die Vergangenheit blickt: Bereits 1910 hatte der Flexner-Report in den USA zu einer Ächtung bestimmter Therapieverfahren an den medizinischen Hochschulen der USA geführt. Neben vielen anderen Verfahren, war auch die Homöopathie betroffen. Sie wurde mehr oder weniger aus den US-amerikanischen Medical Schools verbannt, das ist bis heute so geblieben. Allerdings liegen inzwischen viele hundert wissenschaftliche Studien vor, nicht wenige mit Ergebnissen, die eine spezifische Wirkung der Homöopathie wahrscheinlich machen.

Wäre gerade das nicht ein zwingender Grund, sich an Hochschulen damit auseinanderzusetzen? Man wird das Gefühl nicht los, dass hier nach dem Motto verfahren wird, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“. Apodiktisch werden Gegensätze zwischen einer sogenannten „Alternativmedizin“ und einer „evidenzbasierten Medizin“ konstruiert und mit einem Unfehlbarkeitssiegel versehen. Der Wissenschaftler Harald Walach hat es einmal so ausgedrückt: „Mich ärgert, dass die Debatte von Befürwortern und Kritikern gleichermaßen in ein fruchtloses ‚Entweder-Oder‘ festgestellt ist und dass die intellektuelle Öffentlichkeit den ‚Denk-Bann‘ verhängt hat, so dass es kaum mehr möglich ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ohne dass man sich moralisch strafbar macht. Ich finde, genau das ist die Haltung, die Fortschritt, Einsicht und Verständnis verhindert und daher ist es nötig, jenseits von Pro- und Contra-Positionen die Komplexität der Situation für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen, jedenfalls für den Teil der Öffentlichkeit, der sich nicht mit banalen Erklärungen abspeisen lassen will.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weitere Informationen
Dass es anders geht, zeigt die Universität Linz, die seit Herbst 2018 das Wahlmodul „Komplementärmedizin“ anbietet, wie ein Bericht in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ zeigt.

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Freiheit in der Erstattung erhalten!

Wahltarif Komplementärarzneimittel soll abgeschafft werden

 

In der Gesundheitspolitik steht zu Beginn des Jahres das Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) ganz oben auf der Agenda. Die von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgeschlagenen zahlreichen Änderungen sollen dafür sorgen, dass Versicherte und Patient*innen schneller Arzt-Termine bekommen und sich die Gesundheitsversorgung insgesamt verbessert.

Streit um Wahltarif

In diesem Zuge plant Spahn unter anderem, den Wahltarif für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen abzuschaffen. Seit 2007 können alle gesetzlich Versicherten diesen Tarif abschließen, sofern er von ihrer Krankenkasse angeboten wird. Damit kann der Erstattungsrahmen für komplementärmedizinische Arzneimittel erweitert werden. Was nicht unerheblich ist, wenn man bedenkt, dass sich die große Mehrheit der Deutschen (75 Prozent) ein Miteinander von Naturmedizin und Schulmedizin wünschen. Zudem profitieren insbesondere chronisch Kranke von den unterschiedlichen natürlichen Heilverfahren, die ihre Lebensqualität entscheidend verbessern können.

Das Gesundheitsministerium begründet die Streichung des Wahltarifs wiederum damit, dass er bis dato von nur sehr wenigen Versicherten genutzt werde. Jedoch gibt es zahlreiche Gegenstimmen, die sich klar gegen die Abschaffung aussprechen – aus gutem Grund.

Chronisch Kranke benachteiligt

Genauer betrachtet wäre de facto eine Leistungskürzung die Folge, denn die bisher sehr häufig in Anspruch genommenen Satzungsleistungen für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen sind seitens der Krankenkassen freiwillig. Die Krankenkassen können sie gegenüber ihren Versicherten jederzeit kündigen oder kürzen. Überdies reichen diese Leistungen aus Sicht betroffener Patient*innen oft nicht aus, ihren eigentlichen Bedarf an Arzneimitteln abzudecken. Vor allem chronisch kranke Patient*innen würden schnell ins Hintertreffen geraten. So ist der Wahltarif auch in Zukunft relevant für die Versorgung der Patienten und den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen.

Als Bürger- und Patientenverband setzt sich GESUNDHEIT AKTIV dafür ein, dass Versicherte mit dem Wahltarif weiterhin die Freiheit haben, selbst wählen zu können, welche Medizin sie erstattet haben möchten. Denn solange die besonderen Therapierichtungen nicht gesetzlich in der Regelversorgung verankert sind, müssen zumindest alle bisher bestehenden Versorgungsinstrumente für Patient*innen erhalten bleiben. Das fordern auch viele weitere Verbände, unter anderem die Hufelandgesellschaft, der Kneipp-Bund und der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH). Auf politischer Ebene gibt es ebenfalls Rückenwind. Bereits Ende November 2018 hat sich der Bundesrat klar als Fürsprecher positioniert und sich für den Erhalt des Wahltarifs ausgesprochen. In diesem Fall ist seine Zustimmung zum Gesetz jedoch leider nicht notwendig.

Am 16. Januar findet eine Anhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz statt, zu dem der Gesundheitsausschuss des Bundestags Experten eingeladen hat. In den darauffolgenden Wochen wird sich im Bundestag entscheiden, ob der Wahltarif erhalten bleibt. Am 1. April 2019 soll das TSVG dann in Kraft treten.

Weitere Informationen
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie hat nachgefragt. Erfahren Sie hier, wie Abgeordnete der einzelnen Fraktionen zu dem Wahltarif stehen.

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Ethikrat uneins über Widerspruchsregelung

Gesetzentwurf zur Organspende wird kontrovers diskutiert

 

Berlin, im Dezember 2018. Auch der Deutsche Ethikrat hat sich nun mit der Initiative von Bundesgesundheitsminister Spahn befasst, die Organspende nicht mehr über die Zustimmungs-, sondern über eine Widerspruchsregelung zu fördern. Anlass dafür war der Mangel an gespendeten Organen bei weiterhin steigendem Bedarf. Neueste Zahlen zeigen indes, dass schon die bisherigen Kampagnen Wirkung zeigen. Erstmals seit 2010 ist 2018 wieder mehr gespendet worden: 955 Menschen wurden Organe entnommen, 2017 waren es noch 797. Das ist eine Steigerung um 20 Prozent. Insgesamt haben 3.264 Organübertragungen stattgefunden, 2017 waren es 2.765. Trotzdem stehen aktuell noch immer ca. 9.400 Patienten auf den Wartelisten.

Im Ethikrat sind jedoch ebenso wie im Bundestag und wohl auch innerhalb der Bevölkerung die Meinungen zur geplanten Widerspruchsregelung geteilt. Dass es noch zu wenige Spenderorgane gebe, sei in erster Linie ein Melde- und Organisationsproblem, weil die Abläufe in den Entnahmekrankenhäusern von organisationsethischen Konflikten geprägt sind, meint Prof. Claudia Wiesemann, Direktorin der Abteilung Ethik und Medizin an der Universität Göttingen. Sie ist seit 2016 Mitglied im Ethikrat und hält an der Zustimmungsregelung fest. Wenn ein Krankenhaus in der Transplantationsmedizin ein Geschäftsmodell sehe, gerieten Mitarbeiter immer wieder in Konflikt mit diesem „außermoralischen Ziel“, so Wiesemann. Vor der Einführung eines Widerspruchsmodells müsse es deshalb eine Debatte geben, wie Ärzte und Pflegende mit hirntoten Menschen umgehen.

Auch der Kölner Staatsrechtler Prof. Wolfram Höfling, seit 2012 im Ethikrat, steht der Widerspruchsregelung ablehnend gegenüber: „Ein Widerspruchsmodell lässt sich als verfassungskonforme Lösung des Organmangels nur denken auf der Grundlage der Hirntodkonzeption. Diese ist aber nicht tragfähig.“ Er warnte davor, eine offene Debatte über die Organspende moralpädagogisch zu beeinflussen.

Demgegenüber befürwortet Prof. Wolfram Henn, Facharzt für Humangenetik und seit 2016 im Ethikrat, die Widerspruchslösung. Es sei wie bei der Regelung des Nachlasses: Wenn jemand kein Testament verfasst habe, gelten allgemeine Regeln. So solle es auch bei der Organspende gehalten werden.

Eine Reihe von Parlamentariern aus dem Deutschen Bundestag hat sich inzwischen dafür ausgesprochen, die Bürger bei Behördengängen zu fragen, wie sie zur Organspende stehen und den Ausweis dazu ausfüllen. Was die meisten allerdings nicht wissen: Der Ausweis bietet auch die Möglichkeit, „Nein“ zu sagen – vielerorts wird es mit einem „Ja“ gleichgesetzt, den Ausweis zu besitzen und ausgefüllt zu haben. Egal, wie jede*r sich entscheidet: Die Grundlage dafür ist eine umfassende Aufklärung, und daran mangelt es immer noch.

GESUNDHEIT AKTIV meint
„Um eine Widerspruchsregelung abzuwenden, wäre die Initiative der Parlamentarier ein Kompromiss“, meint Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand des Vereins. „Hirnversagen und Tod müssen jedoch ehrlich differenziert werden! Und jede*r Bürger*in muss auch das Recht haben, unentschieden zu sein. Es gibt nun mal kein Recht am Körper oder an den Organen eines anderen Menschen.“ 

Weitere Informationen
Quelle: Ärztezeitung online, 14. Dezember 2018
Umfassende Informationen darüber, was bei einer Hirntodfeststellung und Vorbereitung zur Organspende passiert, finden Sie in unserer Broschüre „Organspende: Sie entscheiden“
GESUNDHEIT AKTIV hat einen eigenen Organspendeausweis entwickelt, der den verschiedenen Möglichkeiten besser Rechnung trägt als der sonst übliche Ausweis. Sie können ihn hier online ausfüllen und herunterladen.

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Zum Thema aus unserem Verlag
"Organspende"
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Heilsame Klänge

Musiktherapie erhöht bei Krebs die Lebensqualität

Köln, 4. Januar 2019. Viele Krebspatienten machen positive Erfahrungen mit einer Musiktherapie. Jetzt ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) der Frage nachgegangen, ob sich damit tatsächlich die Behandlungsergebnisse verbessern lassen und ob die Kosten in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Grundlage dafür war ein Vorschlag von Bürger*innen, sich dieser Frage anzunehmen. Dieser „Themen-Check Medizin“ steht für die Bevölkerung offen, Anfragen können über ein Kontaktformular eingereicht werden. Das IQWiG ermittelt dann in einem zweistufigen Auswahlverfahren pro Jahr bis zu fünf Themen, die wissenschaftlich evaluiert werden. Nach Veröffentlichung können Bürger*innen zu den Ergebnissen Stellung nehmen.

Den Anfang machte jetzt ein Bericht über Musiktherapie bei Krebs. Dafür wurden zehn randomisiert-kontrollierte Studien ausgewertet, zwei davon stammten aus Deutschland. Das Ergebnis: Musiktherapie kann kurzfristig psychische Begleitsymptome wie Abgeschlagenheit oder Angst lindern und die Lebensqualität erhöhen. Zu den langfristigen Effekten mangelt es noch an Daten. Auch zur Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses konnten keine klaren Aussagen getroffen werden. Trotzdem ziehen die Forscher eine positive Bilanz: Wenn es Krebskranken nach einer Therapie besser gehe, sei das angesichts ihrer ohnehin starken Belastung bedeutsam. Erst recht gelte dies für eine palliative Behandlungssituation, wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht und die Lebenserwartung meist verkürzt ist.

Normalerweise erstellt das IQWiG für den Gemeinsamen Bundesausschuss fachlich unabhängige, evidenzbasierte Gutachten zu Arzneimitteln, nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden, zur Diagnostik und Früherkennung, Behandlungsleitlinien und Disease Management Programmen. 

Weitere Informationen
Quelle: aerzteblatt online, 4. Januar 2019
Bericht "ThemenCheck Medizin" des IQWiG

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Petition für „gesundes Licht“ erfolgreich

Geänderte Anforderungen für LED-Leuchtmittel

 

In Kürze will die Europäische Union die Anforderungen an die Energieeffizienz von Leuchtmitteln weiter verschärfen – nach den Glühbirnen bedeutet das dann auch das Aus für Lampen auf der Basis von Halogen. LED-Birnen sind zwar energiesparend wie kein anderes Leuchtmittel und sorgen für ein helles, klares Licht, aufgrund ihres hohen Blau- und geringen Rot-Anteils werden sie aber auch oft als besonders grell empfunden. Viele Menschen fühlen sich geblendet, klagen über Kopfschmerzen, Sehprobleme und Ermüdung. Viele können das Flimmern der LEDs nicht aushalten. Auch sind LEDs bei Dauergebrauch nachweislich schädlich fürs Auge. Bei Schülern können Gedächtnisfähigkeit und Kreativität nachlassen, wenn das Klassenzimmer ausschließlich LED-beleuchtet ist.

Grund genug also, bei der EU-Kommission eine Petition für die Wahlfreiheit für gesundes Licht einzureichen. Innerhalb kurzer Zeit hat sie über 35.000 Stimmen bekommen, und täglich werden es immer noch mehr.

Nun sind im Dezember die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten zusammengekommen, um die erweiterte Verordnung zu entscheiden. Gemeinsam mit der englischen Organisation „Lightaware“ hat es die Initiative „Wahlfreiheit für gesundes Licht“ geschafft, in zwei wesentlichen Punkten eine Korrektur zu erreichen:

  • Der Flimmerwert wurde auf einen deutlich niedrigeren als den vorgeschlagenen Wert festgesetzt. Damit werden die Folgen des unsichtbaren Lichtflimmerns deutlich begrenzt.
  • Halogen-Stecklampen bleiben zwei Jahre länger auf dem Markt, konkret bis zum 1. September 2023.

Außerdem wurde ein Passus eingefügt, dass für lichtempfindliche Menschen die Möglichkeit geschaffen werden soll, auch weiterhin verträgliche Leuchtmittel zu erhalten. Ein schöner Erfolg! 

Weitere Informationen
www.lichtfragen.info

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