Jede Stimme zählt!

Erste gemeinsame Umfrage von Ärzten und Patienten

Wer kennt es nicht: überfüllte Notaufnahmen, ewig warten beim Arzt, keine Zeit für Gespräche oder gar für gemeinsame Entscheidungen. Nicht nur Patienten sind frustriert, auch Ärzte und Pflegende kommen an ihre Grenzen. Was muss sich ändern? Wie soll die medizinische Versorgung von morgen aussehen? Was meinen Patienten? Und Ärzte?

Das wollen wir genauer wissen: Deshalb startet GESUNDHEIT AKTIV – zusammen mit Ärzten – Mitte Mai 2018 die Befragung „Ärztliche Versorgung und die Bedürfnisse von Patienten. Der Zugang zur medizinischen Versorgung von morgen”. Dabei werden erstmalig Bürger*innen, Patient*innen und Ärzt*innen gemeinsam befragt! Als Partner machen der Ärzteverband Hartmannbund (mehr als 70.000 Mitglieder) und die Initiative “Heal Your Hospital” (ein studentisches Projekt der Uni Witten/ Herdecke) mit.

„Patienten und Bürger sind die Experten für ihre eigene Gesundheit. Dementsprechend müssen wir uns auch an der Debatte beteiligen, wie das Gesundheitssystem von morgen aussehen sollte. Dafür ist diese Umfrage ein erster Schritt. Bitte machen Sie mit, um gemeinsam neue Vorschläge zu entwickeln“, kommentiert Stefan Schmidt-Troschke von GESUNDHEIT AKTIV.

Sie sind gefragt: Ihre Erfahrung zählt!

Wir brauchen Ihre Meinung, Erfahrung und Einschätzung als Patient*in! Um die Ergebnisse auswerten zu können, benötigen wir mindestens 1.000 ausgefüllte Fragebögen.

Nutzen Sie die Möglichkeit, die Zukunft des Gesundheitswesens mitzugestalten und sagen Sie uns bitte Ihre Meinung!
Jede Stimme zählt!

  • Laufzeit der Umfrage: 2 Wochen
  • Themen der Umfrage: Zeit & Versorgung, Arzt-Patienten-Beziehung, Integrative Medizin
  • Ziel der Umfrage: Entwicklung von gemeinsamen Positionen und Forderungen auf Basis der Umfrageergebnisse
  • Umfang der Umfrage: Antworten von mindestens 1.000 Patient*innen und 1.000 Ärzt*innen

Mitmachen!

Seit dem 24. Mai 2018 ist die gemeinsame Arzt-Patienten-Umfrage veröffentlicht. Wir bedanken uns schon einmal für Ihre Teilnahme! Leiten Sie die Umfrage dann auch gerne an Freunde und Bekannte weiter.

Sparen mit Spahn?

Der Gesundheitsminister positioniert sich

Jens Spahn, der neue Gesundheitsminister, legt los. Gleich mit seinem ersten Gesetz – das werbewirksam "Versichertenentlastungsgesetz" heißt – ist der erste Zwist der großen Koalition da: Jens Spahn will, dass die Krankenkassen von ihren Versicherten niedrigere Beiträge einziehen. Seiner Meinung nach sind die Rücklagen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu hoch und sollten abgebaut werden.

Reiche Krankenkassen?

Zur Sache: Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den letzten Jahren Rücklagen von fast 20 Milliarden Euro aufgebaut. Hinzu kommen neun Milliarden Euro Reserve aus dem Gesundheitsfonds. Jens Spahn will nun mit dem Gesetzesentwurf festlegen, dass die Kassen den Zusatzbeitrag, den sie – in unterschiedlicher Höhe – derzeit von ihren Versicherten einsammeln, reduzieren oder ganz streichen. Die Krankenkassen sollen drei Jahre Zeit haben, um die Rücklagen abzubauen. Halten sie bis dahin die vorgeschriebene Obergrenze nicht ein, wird das Geld eingezogen und neu verteilt. Schon zum 1. Januar 2019 sollen die Pläne in Kraft treten.

Heute sparen, morgen draufzahlen?

Die Reaktionen auf Spahns Sparpläne fielen mehrheitlich harsch aus. Nicht nur der Koalitionspartner SPD ist vergrätzt, auch Opposition und Experten übten lautstark Kritik. Zumal die realen finanziellen Einsparungen für die Versicherten sehr unterschiedlich sein werden. Manche werden also tatsächlich mehr Geld im Portemonnaie haben, andere nicht – je nachdem, bei welcher Kasse sie versichert sind.

Auch Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV, kritisiert die Pläne als wenig nachhaltig: „Natürlich klingt es erst einmal attraktiv, wenn die Beiträge sinken. Aber Vorsicht! Denn das Geld aus den Finanzrücklagen wird noch gebraucht: Mehr älteren und pflegebedürftigen Menschen stehen immer weniger Beitragszahler gegenüber. Was wir heute einsparen, geben wir morgen doppelt und dreifach aus. Außerdem gibt es auch heute schon jede Menge Baustellen, die dringend besser finanziert werden müssen: Pflege, Prävention, Kliniken, Geburtshilfe. Es wäre fatal, jetzt den Preiswettbewerb im Gesundheitswesen weiter anzuheizen. Wir haben viel Geld im System, das stimmt. Aber es ist nicht gut verteilt. Das muss sich dringend ändern. Alles andere sind kurzfristige Lösungen, letztlich zu Lasten von Versicherten und Patienten.“

Mehr wissen?
Weitere Infos zum GKV-Versichertenentlastungsgesetz finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium.

Zeitlich begrenzen!

Kinderärzte warnen vor hohem Medienkonsum

Kinderärzte schlagen Alarm. Beim Kongress für Jugendmedizin in Weimar im April 2018 hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) massiv die "kritiklose Förderung der Digitalisierung in Kitas und Schulen" durch die Industrie und jüngst auch durch die neue Bundesregierung angeprangert. Die Ärzte Zeitung berichtet: „Etwa 100 000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gelten derzeit als schwerwiegend medienabhängig und pro Jahr kommen weiter 20 000 junge Menschen hinzu.“ Angesichts dieser Entwicklung sei es völlig unverständlich, dass politisch gewollt sei und geplant werde, Kinder in Schule und Kita mit einem Tablet auszustatten.

Gleichgewicht finden

„Es wird in Zukunft mehr als bisher darum gehen, auch im Umgang mit Medien ein sinnvolles Gleichgewicht zu finden“, sagt Dr. Till Reckert, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Pressesprecher des BVKJ in Baden-Württemberg. „Das Problem der Digitalisierung der Schulen und Kitas ist ja ein Reihenfolgenproblem. Man sollte erst laufen können und dann Autofahren lernen und man sollte erst schreiben und lesen lernen und dies dann auf Textverarbeitung anwenden. Denn besonders in der frühen Kindheit lernt man viel besser, wenn der ganze Körper einbezogen wird (embodied cognition). Der Mensch lernt, was er tut. Was er nicht tut – innerlich oder äußerlich – lernt er nicht. Bei kleinen Kindern ist dies zum Beispiel: sich selber beschäftigen können, auch mit wenigem. Und ebenso: Den eigenen Körper gut handhaben können, denn der ist bei der Beschäftigung mit Medien eher wie abgekoppelt vom seelischen Geschehen.“

Reale Erlebnisse schaffen

Heute sei es allerdings so, dass vor allem die Medienpädagogen den Ton angeben, die sich für mehr Digitalisierung schon in der frühen Kindheit einsetzen. Till Reckert: „Wir Kinderärzte merken aber, dass viele Eltern große Fragen haben: Wie viel soll und darf es sein? Was ist zu viel? Wir merken natürlich, dass Eltern digitale Medien selbst intensiv nutzen. Insofern hat es viel mit den Eltern zu tun, ob Kinder in der ‚realen‘ Welt wichtige Erfahrungen machen können. Es ist Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft, dafür Räume und Gelegenheiten zu schaffen. Wenn das Kind und der Jugendliche eine begeisternde Aufgabe im wirklichen Leben hat, können sich der Medienkonsum und gleichzeitig die seelische Befindlichkeit verbessern.“

Ähnlich argumentiert auch Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Für mich ist ganz klar: Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen! Es ist dringend notwendig, Eltern beim Thema Mediennutzung eine Orientierung zu geben. Kleinkinder brauchen kein Smartphone. Sie müssen erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen. Unter dem Strich ist es höchste Zeit für mehr digitale Fürsorge – durch die Eltern, durch Schulen und Bildungseinrichtungen, aber natürlich auch durch die Politik.“ 

Petition unterstützen!

Auch GESUNDHEIT AKTIV macht sich für einen sensiblen Umgang mit digitalen Medien gerade bei den Kleinsten stark. Deshalb unterstützen wir die Petition „Für ein Recht auf bildschirmfreie Kitas, Kindergärten und Grundschulen“, die gemeinsam von ELIANT und dem Bündnis für Humane Bildung angestoßen wurde. Hier können Sie unterschreiben!

Mehr erfahren?

Meine Entscheidung!

Neue Kampagne zur Homöopathie

Unter dem Motto „Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung!” hat die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) im Mai 2018 eine Kampagne gestartet, um die Akzeptanz der Homöopathie sichtbar zu machen: „Mit unserer Initiative wollen wir das Selbstbewusstsein der Menschen stärken, sich für die Homöopathie zu entscheiden oder sich zumindest für eine freie Wahl unter den verschiedenen Therapiemöglichkeiten auszusprechen. Es ist richtig und gut, dass in der Medizin das Recht auf Selbstbestimmung und Wahlfreiheit gilt und die Menschen es wahrnehmen.“

Was meinen die Patienten?

In der DHU-Initiative kommen Patienten, Apotheker, Ärzte und Heilpraktiker zu Wort. Kanäle für die Kampagne sind die Website Homöopathie natürlich und auf Twitter und Facebook der Hashtag #MachAuchDuMit. Darüber hinaus soll die Kampagne in Kürze auch in den Printmedien präsent sein.

DHU ist der führende Hersteller von Homöopathika in Deutschland und verspricht sich ein großes Feedback von Anwendern und Befürwortern. Warum die DHU nun als Hersteller eine solche Kampagne mit Patientenstimmen lanciert, erklärt das Unternehmen: „Wir bekommen in der DHU seit längerem spontane Anfragen, für die Homöopathie Flagge zu zeigen. […] Wir halten Wahlfreiheit und Therapievielfalt für so kostbare Errungenschaften unseres Gesundheitssystems, dass wir uns entschlossen haben, diese Initiative zu starten.“

Sowohl als auch…

Die Kampagne hebt den integrativen Charakter der Homöopathie explizit hervor: „Die Kombination der jeweils am besten für den Patienten passenden Methode im Sinne von ‚Hand-in-Hand‘ ist das Ziel der modernen integrativen Medizin. In keiner Art und Weise ist eine Entscheidung für die Homöopathie eine Entscheidung gegen die Schulmedizin. Beides hat seine Berechtigung und ergänzt sich in vielen Fällen.“ Daher fordert die Kampagne: „Jeder sollte sich für Arzneimittel und Methode seiner Wahl entscheiden dürfen!“ 

Mehr wissen?
Weitere Informationen zur Kampagne: „Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung“ . Dort – und unter dem Hashtag #MachAuchDuMit auf Facebook und Twitter – können Patienten ihre eigenen Erfahrungen mit der Homöopathie schildern.

 

Kleines Organ, große Wirkung

Immer häufiger Probleme mit der Schilddrüse

Wer keine Probleme damit hat, bemerkt sie gar nicht, und doch ist sie so wichtig: die Schilddrüse. Sie produziert Hormone, die zahlreiche Körperfunktionen beeinflussen und entscheidend für die Stoffwechsellage des Organismus sind.

Nach Angaben des Forums Schilddrüse e. V. hat in Deutschland jeder dritte Erwachsene Veränderungen an der Schilddrüse. Oftmals wissen die Betroffenen nichts davon. Um die Aufmerksamkeit auf dieses so unauffällige Organ zu lenken, organisiert die Schilddrüsen-Initiative Papillon seit vielen Jahren die „Schilddrüsenwoche“, die Ende April 2018 erneut stattgefunden hat. An der Initiative sind Arzneimittelhersteller sowie verschiedene medizinische Fachgesellschaften beteiligt.

Vielfältig im Einsatz

Was ist die Schilddrüse? Ein Organ, das unterhalb des Kehlkopfs der Luftröhre anliegt und normalerweise nicht mehr als 25 Gramm wiegt. Die produzierten Hormone beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, wie etwa den Energieverbrauch, die Regulation der Körperwärme, die Aktivität von Nerven, Muskeln, Herz, Kreislauf, Magen und Darm, das seelische Wohlbefinden und die Sexualität.

Die wichtigsten Erkrankungen der Schilddrüse sind die Unterfunktion, die Überfunktion sowie gutartige Vergrößerungen des Organs. Typische Beschwerden bei der Schilddrüsenunterfunktion sind Antriebsarmut, Gewichtszunahme, ständiges Frieren, Müdigkeit, Rückgang der Leistungsfähigkeit, Verstopfung. Und genau entgegensetzt zeigt sich eine Schilddrüsenüberfunktion: Nervosität, Unruhe, Gewichtsabnahme, Schlaflosigkeit, Hitzegefühl, Abgeschlagenheit und Durchfall.

Ganzheitlich ansetzen

Neben diesen körperlichen Dimensionen zeigt gerade die Schilddrüse in ihrer Funktion und auch in ihren Erkrankungen eine enge Verbindung zur Seele des Menschen. Deshalb ist es ausgesprochen sinnvoll, in Diagnostik und Therapie ganzheitlich anzusetzen und das Empfinden des Patienten gleichberechtigt einzubeziehen: „Krankheit und Heilung erscheinen vor diesem Hintergrund nicht als Reparatur einer organischen Fehlfunktion, sondern als Entwicklungsschritte der Individualität des Menschen, die durch die medizinisch-therapeutischen Maßnahmen ihre Unterstützung und Hilfestellung erfährt“, kommentiert Dr. med. Matthias Girke, Facharzt für Innere Medizin und lange Jahre Leitender Arzt am anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe.

Mehr erfahren?
Alle wichtigen Infos zur ganzheitlichen Therapie von Schilddrüsen-Erkrankungen sind im Hörbuch “Kleines Organ – große Wirkung” (Vortrag bei GESUNDHEIT AKTIV, Autor Dr. med. Matthias Girke, 10 Euro) zusammengefasst.

534 Cover Titel Girke Schilddrüse 72dpi

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