WLAN: Völlig verstrahlt?

Brisante Studienübersicht zur WLAN-Frequenz

WLAN ist überall. Oder zumindest fast. Zuhause oder unterwegs und vor allem in Krankenhäusern, Geschäften oder Cafés, im Nah- und Fernverkehr sowie an Schulen und Kindergärten - digitale Endgeräte sollen sicherstellen, dass Deutschland bei der Digitalisierung nicht den Anschluss verpasst. Dafür werden weiträumig Router und WLAN-Access-Points installiert, die über hochfrequente elektromagnetische Wellen Daten übertragen. Ob und wie sich das auf die Gesundheit auswirken kann, wird gerne ausgeblendet.

Umfangreiche Untersuchung

Nun liegt die bisher größte Auswertung von wissenschaftlicher Literatur zur WLAN-Frequenz vor. Diese Übersichtsarbeit (Review) dokumentiert mehr als 100 Studien, die Gesundheitsrisiken der Trägerfrequenz 2,45 GHz und der gepulsten Variante WLAN nachweisen. Untersucht wurden Auswirkungen unter anderem auf Fortpflanzung und Fruchtbarkeit, Gehirn und Gehirnentwicklung, Nervensystem und Verhalten, DNA-Schädigungen und Tumorrisiko sowie auf Organe (Herz, Leber, Schilddrüse).

WLAN-Strahlung begrenzen

Die gelisteten Studien zeigen: WLAN-Strahlung ist gesundheitsschädlich. Konzentrations-, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden können beeinträchtigt werden. Äußerst brisant ist auch, dass Schädigungen schon deutlich unterhalb der Grenzwerte aufgetreten sind: „Angesichts der Ergebnisse und der immer stärker auftretenden WLAN-Netze sollte die Zeit, der man WLAN-Strahlung ausgesetzt ist, begrenzt werden“, kommentieren die Autoren des Reviews. Vor allem Kinder sollten geschützt werden: „Die negativen Auswirkungen auf Lernen, Aufmerksamkeit und Verhalten begründen für Erziehungsinstitutionen aller Altersstufen einen Verzicht auf WLAN-Anwendungen.“

Auch die Initiative „Diagnose Funk“ warnt angesichts der Studienergebnisse: „Die Studienergebnisse zu den Risiken sind so brisant, dass sie nicht nur eine Vorsorgepolitik, sondern eine Gefahrenabwehr u. a. mit der Konsequenz erfordern: Kein WLAN an Schulen!“ Stattdessen sollten, wenn nötig, kabelgebundene Lösungen bevorzugt werden, um die Strahlenbelastung zu verringern.

Unbequeme Wahrheiten?

„Es ist schon erstaunlich: Die vorliegenden Studien deuten auf eine Gefährdung durch WLAN-Strahlen hin und trotzdem wird darüber kaum berichtet“, merkt Stefan Schmidt-Troschke an, geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es einfach unbequeme Wahrheiten sind, die wir ungern hören, sind viele von uns doch längst überall umgeben von WLAN. Wir sollten wachsam bleiben, ohne in Technikfeindlichkeit zu verfallen. Auch der Selbstversuch mit „Digitalfasten“ kann vielleicht die eine oder andere Einsicht bringen."

Mehr erfahren?
„WLAN an Schulen - Ärzte warnen vor Risiken für Schüler und Lehrer“, diagnose funk

Isabel Wilke: "Biologische und pathologische Wirkungen der 2,45 GHz auf Zellen, Fruchtbarkeit, Gehirn und Verhalten". Sonderbeilage in Ausgabe 1-2018 / ISSN 1437-2606. Veröffentlicht am: 20.02.2018 in der Zeitschrift umwelt - medizin - gesellschaft