Ab 2015 neue Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen?

Ab 1. Januar 2015 ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Krankenkassen wieder Zusatzbeiträge erheben werden, allerdings in unterschiedlicher Höhe. Denn der Gesetzgeber hat den Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent zum Beginn des kommenden Jahres abgeschafft. Dieser Sonderbeitrag wurde ausschließlich von den Versicherten aufgebracht. Da der Arbeitgeber-Anteil weiterhin auf 7,3 Prozent eingefroren bleibt, fehlt den Kassen Geld, das sie sich nun über den Zusatzbeitrag zurückholen wollen. Bisher haben sie auf diesen Zusatzbeitrag verzichten können, weil die Konjunkturlage so gut war und genügend Geld in die Kassen geflossen ist. 

Seit 2012 erheben alle gesetzlichen Krankenkassen von ihren Versicherten einen einheitlichen Beitrag in Höhe von 8,2 Prozent des Bruttogehalts. Die Möglichkeit, Zusatzbeiträge zu erheben, hatte die große Koalition 2009 zusammen mit dem Gesundheitsfonds eingeführt.

Über die Zusatzbeiträge entscheiden die Krankenkassen individuell. 2010 und 2012 hatten einige Kassen Zusatzbeiträge erhoben, was nicht wenige Versicherte veranlasste, die Kasse zu wechseln. Es ist damit zu rechnen, dass viele Kassen deshalb auch 2015 zurückhaltend agieren werden, um die Versicherten nicht zu verprellen. Wahrscheinlich wird keine Kasse mehr als 0,9 Prozent mehr einfordern, denn dann müsste sie ihre Versicherten informieren, welche Kassen billiger sind.

Als erste legte die AOK Plus für Thüringen und Sachsen ihre neuen Beiträge für 2015 offen: Mit einem Zusatzbeitrag von 0,3 Prozent wird es für die Versicherten unterm Strich günstiger: Die Beiträge werden auf 8,0 Prozent sinken.

28.10.2014