Australier transplantieren erstmalig tote Herzen

Australier transplantieren erstmalig tote Herzen

Erstmals ist es australischen Ärzten gelungen, Herzen zu transplantieren, die länger als 20 Minuten tot waren. Der Trick: Nach der Entnahme legten sie das Herz in eine Speziallösung, schlossen es an einen maschinellen Kreislauf an und reanimierten es, sodass es wieder zu schlagen begann und wieder bereit war für eine Transplantation. 

Normalerweise wird das Herz noch im Körper eines hirntoten Organspenders heruntergekühlt, so dass es zu schlagen aufhört, in einem Spezialbehälter transportiert, transplantiert und im Körper des Empfängers reanimiert wird. Mit diesem "Herz in der Box" können auch Herzen von normal Verstorbenen verwendet werden, und vor allem sind sie länger haltbar und transportabel. Auch lässt sich vor der Transplantation beurteilen, ob das Herz voll funktionsfähig ist. 

Bislang leben drei Patienten mit einem solchen wiederbelebten Spender-Herzen, einer von ihnen lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung noch auf der Intensivstation. Erfüllen sich die von den Ärzten in diese Methode gesetzten Hoffnungen, könnten sich neue Möglichkeiten eröffnen, die lange Warteliste für Herztransplantationen abzubauen, weil man nicht mehr auf hirntote Organspender angewiesen ist. Die Frage ist nur, ob ein solches Herz nicht auch im Organismus des Spenders hätte wieder zum Schlagen gebracht werden können. 

Quelle: Spiegel online, 24.10.2014