Prävention als vierte Säule der Gesundheitspolitik

Tagung „Prävention gesamtgesellschaftlich denken“

Seit kurzem liegt der lang erwartete Referentenentwurf eines Präventionsgesetzes vor. Der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und der Kneipp-Bund haben die im Präventionsgesetz geplante Stärkung der Gesundheits­förderung in den Lebenswelten - also in Schule, Kita und Betrieb - begrüßt. Diese Fokussierung sei positiv, da Prävention nur dann erfolgreich sein könne, wenn sie zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags werde, erklärten beide Verbände anlässlich des Kongresses „Zukunft Prävention 2014“, den sie im November zusammen mit der Barmer GEK in Berlin veranstalteten.

Für den DAMiD steckt im Ausbau der Prävention zugleich die Chance für eine neu orientierte Medizin. „Dass wir stärker auf eine präventiv ausgerichtete Medizin setzen müssen, ist seit langem bekannt“, meinte Peter Zimmermann, Mitglied des Vorstands von DAMiD. „Diese Akzent­verschiebung sollte allerdings nicht als reine Addition zu unserer heutigen Reparatur-Medizin verstanden werden.“ Solle ein präventiver Ansatz in den Lebenswelten fruchtbar werden, werde es entscheidend darauf ankommen, dass bei der Umsetzung des Präven­tionsgesetzes die Betroffenen zu Beteiligten werden.

Prävention als vierten Säule der Gesundheitspolitik

Trotz aller Fortschritte sei Prävention in der Gesundheitspolitik unzureichend verankert, meinte die Präsidentin des Kneipp-Bundes, Marion Caspers-Merk. „Das Präventions­gesetz ist ein notwendiger Schritt, reicht aber alleine nicht aus. Die Kernstrategie zur Gesundheitsförderung muss der Setting-Ansatz werden! Wir brauchen mehr Gesund­heitsförderung in Kindertagesstätten, Schulen, Heimen und vor allem in Betrieben“. Prävention müsse – neben Kuration, Rehabilitation und Pflege - zur vierten Säule der Gesundheitspolitik werden.

Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlen­ker lobte die guten Ansätze im vorgelegten Präventionsgesetz. Er mahnte jedoch eine breitere Finanzierung an. So müssten neben den Kranken- und Pflegekassen auch andere Sozialversicherungsträger sowie Länder und Kommunen einbezogen werden.

Quelle: Presserklärung des DAMiD, 27.11.2014