Bescheidene Patienten

Bescheidene Patienten

Immer noch haben viele Ärzte ein falsches Bild von ihren Patienten. Sie nehmen die verschriebenen Pillen nicht ein, sie wollen vor allem Therapien verschrieben bekommen (Massagen, Krankengymnastik) oder zweifeln an der Empfehlung des Arztes... Doch dieses Bild ist falsch! Laut einer Studie, bei der über 5.000 Patientenkontakte ausgewertet wurden, haben nur 440 Patienten den Arzt nach einer zusätzlichen Therapie oder Untersuchung gefragt. Das sind weniger als neun Prozent. Mehr noch: Die Nachfragen der Patienten haben sich im Nachhinein häufig als sinnvoll und förderlich herausgestellt.

Ein amerikanischer Arzt gestand ein, dass viele Mediziner immer noch in erster Linie Dankbarkeit von ihren Patienten erwarten und sich selbst als „Halbgott in Weiß“ wahrnehmen. Die wenigen Patienten, die nach weiteren Behandlungen fragen, empfinden sie dann als als besonders aufdringlich, weshalb sie ihnen länger im Gedächtnis bleiben.

Was die Studie außerdem deutlich macht: Die Patienten tragen mit ihren bescheidenen und berechtigten Nachfragen keine Schuld an den steigenden Kosten des Gesundheitswesens.

Quelle: sueddeutsche.de