Kinder in Not

Wie stark beeinflusst die Bildung den Zustand der Gesundheit? 

Zwei aktuelle Studien zeigen, dass die soziale Herkunft nicht nur Auswirkungen auf die Bildungschancen von Kindern hat, sondern auch auf ihre Gesundheit. So stellte zum einen das Robert Koch Institut (RKI) kürzlich Daten von rund 12.400 Heranwachsenden zwischen 0 und 17 Jahren vor, die zwischen 2009 und 2012 erhoben wurden.

Die Studien zeigten: Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Milieus haben einen niedrigeren gesundheitlichen Status als Gleichaltrige aus Familien mit besserer Bildung und höherem Einkommen. Auch das Risiko für psychische Auffälligkeiten ist bei den Heranwachsenden in den bildungsfernen Milieus bis zu dreimal größer als in anderen Familien. In den unteren Statusgruppen sind darüber hinaus Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht deutlich erhöht. Und: Im Vergleich zu Gleichaltrigen hat gut ein Drittel der Kinder Verhaltensprobleme und/oder sind hyperaktiv. 

Fast zeitgleich hat die Bertelsmann Stiftung in einer Studie nachgewiesen, dass Kinder aus benachteiligten Verhältnissen in ihrer Entwicklung – geistig und körperlich – sogar schon lange vor Beginn der Schule enorme Defizite aufweisen. Nur wenige der betroffenen Familien nutzen präventive Angebote wie Früherkennungsuntersuchungen oder eine früh ansetzende Betreuung in der Kita. 

Quellen: 
RKI-Studie
Studie der Bertelsmann Stiftung