Bessere Medizin am Lebensende?

Neuer Gesetzentwurf zur palliativen Versorgung

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die an ihrem Lebensende gut und eng betreut werden, seltener den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe äußern. Allerdings haben längst nicht alle Patienten, die unheilbar erkrankt sind, Zugang zu einer guten palliativmedizinischen Betreuung. Um das zu ändern, hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kürzlich einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland ausbauen soll. Noch vor der Sommerpause soll sich das Kabinett mit den Vorschlägen befassen.

Die wichtigsten Eckpunkte in der Übersicht:

  • Versorgungslücken sollen beseitigt werden.
  • Die Ambulante Palliativversorgung soll ausgebaut werden.
  • Stationäre Hospize sollen stärker gefördert werden: Die Krankenkassen zahlen künftig fünf Prozent mehr bei den zuschussfähigen Kosten. 
  • Alten- und Pflegeheime müssen künftig ein palliatives Angebot vorhalten.
  • Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Sterbende zu Hause soll gestärkt werden.
  • Das Honorar für ambulant tätige Palliativmediziner soll erhöht werden.
  • Es soll eine Rechtsanspruch auf eine Palliativ-Beratung für Versicherte durch ihre Krankenkasse eingeführt werden.

Während Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, die Vorlage lobt, übt die Deutsche Stiftung Patientenschutz Kritik: Die Vorlage sei unzureichend, denn die Sterbenden in Pflegeeinrichtungen erhielten kaum Palliativbegleitung, so der Vorsitzende Egon Brysch. Er fordert, dass für Sterbende eine Pflegestufe in den Pflegeheimen eingeführt wird. Für den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Lukas Radbruch, ist es wichtig, die Qualität in der Palliativmedizin besser zu sichern, zum Beispiel im Hinblick auf einen ausreichenden Personalschlüssel, eine angemessenerAusbildung und Qualifikation.

Quelle:
Deutsches Ärzteblatt online