Verweigern Kassen Psychotherapie?

Wer eine Psychotherapie braucht, bekommt nicht unbedingt eine. Lange Wartenzeiten für einen Platz beim Therapeuten sind heute an der Tagesordnung. Nun scheinen auch noch die Gesetzlichen Krankenkassen Schwierigkeiten zu machen, wenn jemand in seelischer Not ist.

Kürzlich schlug die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung Alarm: "Zunehmend lehnen Krankenversicherungen Anträge auf Übernahme der Kosten für notwendige ambulante Psychotherapien im Rahmen der Kostenerstattung ab, obwohl die Regelungen im Sozialgesetzbuch V (SGB v) § 13 Abs. 3 völlig eindeutig sind.“ Weiter heißt es: „Die teilweise falschen Auskünfte der Kassen bringen unsere Patientinnen und Patienten zusätzlich in Not und verzögern oft unnötigerweise den Beginn einer Psychotherapie“. Die Vereinigung kündigte Wiederstand gegen dieses Vorgehen an.

Einen Psychotherapeuten zu finden, ist für Patienten ohnehin nicht leicht. Für Menschen, die akut in großer seelischer Not sind, ist das kaum auszuhalten. Fängt die Therapie dann endlich an, ist damit auch nicht garantiert, dass der Patient sofort gesund wird. Gerade seelische Erkrankungen haben häufig mit problematischen Lebensbedingungen zu tun wie Stress im Job oder familiären Konflikten. Sie lassen sich oft nicht über Nacht ändern. Umso wichtiger erscheint es, bei Maßnahmen zur Gesundheitsförderung nicht nur die körperliche Gesundheit zu denken, sondern auch daran, was wir für Lebensbedingungen brauchen, um seelisch gesund zu bleiben.

Quelle: Deutsche PsychotherapeutenVereinigung e. V.