Klare Regeln bitte!

 

Gemeinsam fordern der Verband der Ersatzkassen (vdek), die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG) klare Regeln für Pharmaunternehmen, die Selbsthilfegruppen finanziell unterstützen.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft weist kritisch auf die wirtschaftlichen Interessen von Pharmafirmen hin, die Sponsoring betreiben. Rund 5,6 Millionen Euro fließen jährlich an die Selbsthilfe, ohne dass es eine direkte Gegenleistung gibt. „Es besteht die Gefahr, dass Selbsthilfeorganisationen für die Interessen der Geldgeber benutzt werden und ihre Unabhängigkeit verlieren“, so die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner. Der Verband der Ersatzkassen macht sich stattdessen unter anderem für unternehmensneutrale Fördertöpfe stark, in die die Firmen ihr Geld zahlen können. Eine unabhängige Instanz soll dann die Verteilung der Gelder übernehmen.

Die BAG befasst sich schon seit längerem mit dem Problem und hat vor einigen Jahren Maßnahmen eingeleitet, um die Einflussnahme von Geldgebern zu vermeiden. Sie entwickelte „Leitsätze für die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitswesen“ und ein spezielles Monitoringverfahren. Für Dr. Martin Danner, den Bundesgeschäftsführer der BAG, wäre es ein sinnvoller Schritt, den Förderanteil von Wirtschaftsunternehmen auf 15 Prozent des Gesamthaushalts der Selbsthilfe zu deckeln.

GESUNDHEIT AKTIV begrüßt solche Maßnahmen sehr. Die Patientenselbsthilfe ist anfällig für die Einflussnahme von verschiedensten Seiten. Umso mehr muss hier ein geschützter Raum bleiben, der frei ist vom Einfluss der Arzneimittelhersteller!

Quelle: www.aerzteblatt.de