Neues zur HPV-Impfung

 

Das Robert Koch-Institut (Bundesinstitut zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten) hat darauf aufmerksam gemacht, dass in Deutschland nur knapp 40 Prozent der 14- bis 17-jährigen Mädchen vollständig gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft sind. Dass die Impfzahlen niedrig sind, verwundert kaum, da die Impfung auch unter Expert/innen kontrovers diskutiert wird.

2007 war die HPV-Impfung für junge Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen worden. Seitdem wird die Impfung von den Krankenkassen bezahlt – und von der Pharmaindustrie kräftig beworben. Oft ist dabei immer wieder von einer „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“ die Rede. Damit werden falsche Hoffnungen geweckt. Zwar kann die Impfung Zellveränderungen am Gebärmutterhals verhindern, die zu Krebsvorstufen werden können – gegen Krebs gibt es aber nach wie vor keine Impfung.

Ob die Impfung langfristig zum Rückgang von Gebärmutterhalskrebs führen wird, ist noch ungeklärt. Auch die Nachhaltigkeit der HPV-Impfung kann noch nicht abschließend bewertet werden. Sicher ist allerdings, dass die Impfung enorme Kosten verursacht, die zu Einsparungen in anderen Gesundheitsbereichen führen. Offene Fragen beziehen sich unter anderem auf die Dauer der Wirkung, auch Langzeituntersuchungen zur Impfstoffsicherheit gibt es bisher nicht. Auf der anderen Seite kann als gesichert gelten, dass sich das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, durch die Krebsfrüherkennung um über 90 Prozent verringern lässt. Alle Frauen, ob geimpft oder nicht, sollten deshalb regelmäßig zur Krebsfrüherkennung gehen. Kritiker der Impfung befürchten, dass geimpfte Frauen auf die Krebsfrüherkennung verzichten, da sie davon ausgehen, dass sie durch die Impfung komplett geschützt seien.

Ausführliche Informationen zur HPV- und anderen Schutzimpfungen finden Sie auch beim Verein Ärzte für Individuelle Impfentscheidung e.V.