Dem Patienten eine Stimme geben!

Bericht vom Symposium „Wirkt Medizin erst, wenn sie auch gewollt wird?“

Wünsche und Präferenzen von Patienten werden heute (noch) längst nicht selbstverständlich berücksichtigt. Das Symposium „Wirkt Medizin erst, wenn sie auch gewollt wird?“ am 22. Juni 2015 in Berlin mit rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging der Frage nach, wie die Präferenzen von Patienten in Wissenschaft und Praxis berücksichtigt werden. Veranstaltet wurde das Symposium von GESUNDHEIT AKTIV zusammen mit dem Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU).

Dass die Anliegen von Patienten überhaupt stärker in den Fokus rücken, ist noch relativ neu und steht erst am Beginn einer differenzierten wissenschaftlichen Erforschung. Valide Ergebnisse liegen deshalb erst vereinzelt vor. Dass die Patientenpräferenz in Zukunft definitiv eine größere Rolle spielen wird, bestätigten jedoch alle Referenten. „Patienten eine Stimme geben“, forderte Marion Danner vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität Köln. Deutlich wurde auch, dass die Präferenz von Patienten viele Facetten haben kann: Auf der einen Seite den selbstbewussten und gut informierten Patienten, auf der anderen Seite Patienten, die sich eher leiten lassen und nicht aktiv selbst entscheiden wollen. Für diese Vielfalt gilt es Räume zu finden – vor allem im Dialog zwischen Patient und Arzt.

Während der Veranstaltung wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Patientenpräferenz nur dann in die medizinische Versorgung einfließen kann, wenn sie überhaupt gehört wird – sei es im Gespräch mit dem Arzt, sei es in präferenzbasierten Studiendesigns. „Ja, was will der Patient? Fragen Sie ihn doch einfach!“, forderte Dr. Martin Danner von der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG). Und Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV, fügte hinzu: „Ärztinnen und Ärzte meinten immer schon zu wissen, was gut für ihre Patienten ist. Was diese aber wirklich wollen, das wissen Ärzte oft nicht.“ Umso wichtiger sei es, hier neue Brücken zu schlagen: „Es war beeindruckend zu erleben, dass sich hier Patienten und Ärzte auf eine neue Weise begegnet sind: Im gegenseitigen Verständnis für die Kompetenzen der Anderen“, so Schmidt-Troschke.

SYMPOSIUM PATIENTENPRÄFERENZ

Wie können die Bedürfnisse von Patienten stärker berücksichtigt werden? Wie kann der Dialog weitergehen? Stimmen zum Symposium „Wirkt Medizin erst, wenn sie auch gewollt wird?“ von GESUNDHEIT AKTIV im Video.