Aus für die Unabhängige Patientenberatung!

Aus für die Unabhängige Patientenberatung!

Schlechte Nachrichten für Patienten: Seit Mitte September ist es offiziell, dass die Unabhängige Verbraucher‐ und Patientenberatung Deutschland (UPD) ab 2016 für sieben Jahre an die Sanvartis GmbH (privater Anbieter von Telefondienstleistungen) vergeben wird. Dieses Unternehmen betreibt auch Callcenter für Krankenkassen und Pharmafirmen. Unter diesen neuen Rahmenbedingungen fällt es schwer, an eine neutrale und unabhängige Beratung für Patientinnen und Patienten zu glauben. So bleibt die Entscheidung extrem umstritten.

Die Vergabekammer bestätigte jedoch, dass der GKV-Spitzenverband bei der Ausschreibung formal korrekt gehandelt hat. Patienten- und Verbraucherverbände reagierten entsetzt. Inzwischen haben zwei Mitglieder des Beirats der Unabhängigen Patientenberatung, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock und Prof. Dr. Marie-Luise Dierks, ihren Rücktritt aus dem Gremium bekannt gegeben.

Trotzdem steht fest: Die Unabhängige Patientenberatung (UPD), die gemeinsam vom Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie dem Verbund unabhängige Patientenberatung organisiert wird, wird es also nur noch bis Ende dieses Jahres geben. „21 Beratungsstellen stehen vor dem Aus, über 70 erfahrene Beraterinnen und Berater verlieren ihren Job“, kommentierte der Verbraucherzentrale Bundesverband. „Neues Personal muss vom neuen UPD-Betreiber erst aufgebaut werden. Die bisherige Patientenberatung hat sich in den vergangenen Jahren mit ihrer unabhängigen und kompetenten Beratung etabliert und sich als wichtige Anlaufstelle für Ratsuchende bewährt. Wir bedauern, dass funktionierende Strukturen, hohe Qualitätsstandards und langjährige Erfahrung nun verloren gehen.“

Weitere Informationen direkt bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD)