Konzertierte Aktion

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Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen hat sich zu einem ernsten Problem für das globale Gesundheitswesen entwickelt. Weltweit sterben jährlich Hunderttausende, weil sie sich mit einem multiresistenten Keim infiziert haben, gegen den die vorhandenen Antibiotika machtlos sind. Trotzdem werden Antibiotika weltweit immer noch unkontrolliert und flächendeckend eingesetzt. Eine Umfrage unter den Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland hat kürzlich ergeben, dass es in den verschiedenen Regionen zwar unterschiedliche Ansätze und Vorschläge, bundesweit jedoch keine einheitliche Strategie zur Bekämpfung der Resistenzen gibt.

Auf politischer Ebene tut sich jedoch etwas. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat das Thema zur Chefsache erklärt und schon im Frühjahr einen 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung resistenter Erreger vorgelegt. Auch auf internationaler Ebene wird um Strategien und Lösungen gerungen, denn, so Gröhe: „Kein Staat alleine kann Antibiotika-Resistenzen aufhalten“. So wurden beispielsweise beim G7-Gipfel im Mai in Elmau mögliche Lösungsvorschläge diskutiert.

Anfang Oktober kamen nun in Berlin die GesundheitsministerInnen der sieben führenden Industriestaaten erneut zusammen. Man verständigte sich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung mit dem eindringlichen Appell, Antibiotika nur zu therapeutischen Zwecken nach individueller Diagnostik zu verabreichen. Zudem vereinbarten die Minister den Aufbau eines globalen Netzwerkes von Antibiotika-Experten. Auch die Harmonisierung von Zulassungsverfahren und -bedingungen soll vorangetrieben werden, damit neue Antibiotika schneller auf den Markt kommen.