GKV: Teilweise höhere Beiträge

Auf viele Versicherte kommen ab 2016 diverse Änderungen zu

Was im vergangenen Jahr noch theoretisch diskutiert wurde, kommt ab Januar 2016 konkret bei gut einem Drittel der Versicherten an: Der Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz zu zahlen ist, wird durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent steigen. Nun klingen 1,1 Prozent erst einmal nicht dramatisch. Der Haken ist: Nur der allgemeine Beitragssatz (14,6 Prozent) wird hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt. Den Zusatzbeitrag tragen die Versicherten alleine. Er wird von jeder Kasse selbst festgelegt und finanziert zusätzliche Ausgaben der Kassen. Bei der Steigerung um 0,2 Prozent wird es kaum bleiben, denn schon jetzt werden weitere Erhöhungen für 2017 vorausgesagt.

Und es gibt noch einige weitere Änderungen, die 2016 auf die Versicherten zukommen: 

Familienversicherung

Kinder von Beziehern von Arbeitslosengeld II, die über 14 Jahre alt sind, sollen ab 2016 nicht mehr im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert sein. Stattdessen sollen sie sich als eigenständige Mitglieder einer Kranken- und sozialen Pflegeversicherung versichern und selbst entscheiden können, welcher Krankenkasse sie beitreten wollen.

INTEGRIERTE VERSORGUNG

Die BKK Herkules hat ihren Vertrag zur Integrierten Versorgung mit Anthroposophischer Medizin zum 31. Dezember 2015 gekündigt. Dafür konnte mit der BKK Pro Vita ein neuer Partner gewonnen werden, der sich seit Oktober 2015 am Rahmenvertrag beteiligt.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wurde überarbeitet und wird ab 2016 vier Seiten umfassen: eine für den behandelnden Arzt, eine für die eigene Krankenversicherung, eine für den Arbeitgeber, eine für die eigenen Unterlagen. Vorher gab es keinen Nachweis für die eigene Dokumentation.

Krankenkassen-Fusionen: Die Größe zählt?

Die politisch gewollte Konzentration des Krankenkassenmarktes auf weniger und dafür größere Kassen geht weiter: Gerade haben die BARMER GEK und die Deutsche BKK bestätigt, dass sie zum 1. Januar 2017 fusionieren wollen. Zusammen werden die beiden Kassen dann 9,5 Millionen Versicherte haben (und damit die Techniker Krankenkasse mit ihren derzeit 9,4 Millionen Versicherten überholen). Es wird sich zeigen, wie sich diese Tendenz auf die Erstattung der Komplementärmedizin auswirken wird. Bislang sind es eher die kleineren Kassen, die Zusatzverträge zur Anthroposophischen Medizin abschließen.