Neue Kostenlawine?

Gesundheits- und Pflegereform wird teurer als gedacht

Die in diesem Jahr vom Bundestag verabschiedete Gesundheits- und Pflegereform wird Zusatzkosten in Höhe von rund 40 Milliarden Euro verursachen. So schätzt es zumindest das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, betont aber, dass es sich dabei um eine Schätzung handele. Auf mindestens sieben Milliarden Euro pro Jahr beziffern die Forscher die Zusatzkosten durch Pflege- und Krankenhausreform, weitere Ausgaben betreffen das Versorgungsstärkungs-, das Hospiz- und Palliativ- sowie das Präventionsgesetz. Sowohl im Krankenhaus als auch bei Arzneimitteln werden erhebliche Kostensteigerungen erwartet.

GESUNDHEIT AKTIV merkt kritisch an: Deutschland liegt immer noch im Spitzenbereich der Länder mit den meisten Krankenhausbetten (pro Kopf) in Europa. Viele Kosten könnten sinnvoll umverteilt werden, wenn ein Teil dieser Überkapazitäten abgebaut würde. Die weiter steigenden Kosten bei Arzneimitteln sollten ebenfalls kritisch hinterfragt werden. Viele Medikamente werden unnötigerweise verordnet. So nehmen alte Menschen schon jetzt im Durchschnitt mehr als sechs verschiedene Medikamente zugleich ein. Ob das wirklich immer sinnvoll und notwendig ist? 

Quelle:
Ärzte-Zeitung, 9. November 2015