E-CARD: Schützen Sie Ihre Daten!

E-CARD: Schützen Sie Ihre Daten!

Zeitplan für die Daten-Speicherung auf der Gesundheitskarte

Seit Jahren wird über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) diskutiert. Inzwischen verschlingt das Projekt Milliarden von Euros. Dabei sind grundlegende Probleme des Datenschutzes noch immer nicht gelöst. Trotzdem soll es nun endlich vorangehen, so der Wunsch von Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU). Noch vor dem Jahreswechsel wurde im vergangenen Dezember ein eigenes Gesetz verabschiedet – das neue E-Health-Gesetz. Es umfasst unter anderem einen Zeitplan für die Einführung einer bundesweiten Telematik-Infrastruktur (Vernetzung von IT-Systemen) und Fristen zu deren Umsetzung. Sollten diese nicht eingehalten werden, drohen Sanktionen. 

Wie sehen die Pläne konkret aus? Und worauf sollten Patienten achten, um ihre Daten zu schützen? Beschlossen ist, „Arztpraxen und Krankenhäuser flächendeckend an die Telematik-Infrastruktur bis Mitte 2018“ anzuschließen, und zwar in diesen Schritten:

  • Sommer 2016: Ärzte und Zahnärzte können sogenannte Stammdaten austauschen, also Informationen über Name, Anschrift und Versicherung des Patienten.
  • Oktober 2016: Patienten, die drei oder mehr Medikamente einnehmen, haben Anspruch auf einen schriftlichen Medikationsplan, der ab 2018 auch elektronisch abrufbar sein soll.
  • Juli 2018: Wenn der Patient zustimmt, kommen nun auch Notfalldaten wie Vorerkrankungen, Blutgruppe und Medikamente auf die eGK.

Wichtig für Patienten ist vor allem, dass sie ihr Mitspracherecht nutzen. Denn Versicherte können entscheiden, ob die elektronische Gesundheitskarte medizinische Daten speichern darf – und wenn ja, welche. Konkret bedeutet das, dass Sie selber bestimmen können, ob ein schriftlicher Medikationsplan und/oder ob Notfalldaten wie Vorerkrankungen, Blutgruppe und Medikamente elektronisch festgehalten werden sollen.

GESUNDHEIT AKTIV gehört zu den zahlreichen Kritikern dieses Mammutprojektes: „Es ist gut, dass die Patienten selbst entscheiden können, welche medizinischen Daten auf der Karte gespeichert werden, aber wir warnen davor, dass Patienten mit verschiedenen Angeboten und Boni gelockt werden könnten, um ihre Krankheitsakte und Angaben auf der Karte dokumentieren zu lassen", sagt Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV, und warnt: „Schon heute sind Gesundheitsdaten so begehrt wie ein seltener Rohstoff, mit dem man Handel treibt und Geschäfte macht – sicherlich beileibe nicht immer zum Nutzen der Betroffenen. Versicherte sollten also nicht leichtfertig der Speicherung von medizinischen Daten zustimmen.“

Das von GESUNDHEIT AKTIV unterstützte Bündnis „Stoppt-die-e-Card“ setzt sich seit langem kritisch mit der elektronischen Gesundheitskarte auseinander. In einem Interview mit Radio München erklärt die Ärztin Dr. Silke Lüder, warum.