ORGANSPENDE: VIEL GELD FÜR WENIG EFFEKT?

ORGANSPENDE: VIEL GELD FÜR WENIG EFFEKT?

Infos der Kassen kosten Millionen und haben Mängel

 

Bereits 2012 waren die Krankenkassen verpflichtet worden, Informationsmaterial über die Organspende zu versenden, um das Thema stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken und ihre Versicherten dazu anzuregen, einen Organspendeausweis auszufüllen. Damit verband sich die Hoffnung, die Anzahl der spendebereiten Bürger zu steigern. Diese Maßnahme hat bislang rund 60 Millionen Euro gekostet, wie der im Januar veröffentlichte Regierungsbericht über Entwicklungen in der Transplantationsmedizin ergab. Das ist viel Geld für relativ wenig Effekt. Denn neue Daten der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) zeigen, dass die Anzahl der Organspender bundesweit um 1,5 Prozent von 864 im Vorjahr auf 877 leicht angestiegen ist. Die Anzahl der transplantierten Organe lag im Jahr 2015 mit 2.900 Organen dagegen etwas niedriger als im Vorjahr (2014: 2.989). 

Es stellt sich die Frage, ob Massen-Mailings im Zusammenhang mit einer solch komplexen Thematik überhaupt ihr Ziel erreichen können: Letztlich verfolgen sie doch immer nur das Ziel, die Spendebereitschaft zu erhöhen. Eine ergebnisoffene Information erscheint vor diesem Hintergrund kaum möglich.

GESUNDHEIT AKTIV fordert deshalb weiterhin, die Informationen über Organspende transparenter zu gestalten und Raum für eine individuelle Entscheidung zu geben. Mit unserer Kampagne „Wir wollen ALLES wissen“ hatten wir unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass das jeder Organspende zugrunde liegende Konzept des Hirntodes auch unter Wissenschaftlern umstritten ist. Langfristig wird es nur dann gelingen, mehr Menschen zur Organspende zu bewegen, wenn endlich umfassend über alles aufgeklärt wird, was mit einer Organentnahme zusammenhängt. Vertrauen entsteht nicht durch bewusstes Verschweigen unangenehmer Wahrheiten, sondern nur durch Transparenz und auf dieser Basis getroffene kompetente Entscheidungen! 

GESUNDHEIT AKTIV hat deshalb einen eigenen Organspende-Ausweis entwickelt, in dem die Hirntod-Problematik eindeutiger gefasst ist als in den üblichen Ausweisen.