Was brauchen alte Menschen?

Das Gesundheitswesen verfehlt deren Bedürfnisse

Das deutsche Gesundheitssystem in seiner derzeitigen Form genügt nicht den Bedürfnissen alter Menschen. Um sie richtig zu versorgen und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes, aktives Leben zu ermöglichen, ist ein Paradigmenwechsel hin zu einer integrierten Pflege nötig. Zu diesem Schluss kommt die kürzlich veröffentlichte Studie „Connected and coordinated: Personalised service delivery for the elderly“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC). „Bei alten Menschen ist das Verständnis von Gesundheit individuell sehr verschieden. Was die einen als Krankheit empfinden, die behandelt werden sollte, betrachten andere als altersbedingte Beschwerden, die sie für sich akzeptieren. Für sie zählt vor allem, trotz aller Handicaps so normal und selbstbestimmt wie möglich zu leben“, so die Autoren bei der Vorstellung der Studie. Dafür biete unser Gesundheitswesen allerdings zu wenig Unterstützung.

„Unser System ist auf das Kurieren von Krankheiten fixiert – häufig verbunden mit stationären Aufenthalten. Viel sinnvoller wäre stattdessen eine integrierte Pflege, die es ermöglicht, stationäre Aufenthalte zu verkürzen und Hilfestellung im Alltag zu geben“, so die Studie weiter. Um das Gesundheitssystem angesichts des demografischen Wandels dauerhaft zu finanzieren, empfehlen die PwC-Experten alternative Vergütungssysteme wie beispielsweise pauschale Vorauszahlungen pro Versichertem und fordern: „Die Versorgung alter Menschen macht einen Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem nötig. Wir müssen uns entscheiden, ob wir bei der Versorgung unserer alten Menschen weiterhin für den zeitlichen Aufwand – ungeachtet des Ergebnisses – zahlen oder für Qualität. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, für Gesundheit und Zufriedenheit zu bezahlen!“