"Die geistige Hygiene pflegen"

"Die geistige Hygiene pflegen"

1. Kongress „Meditation und Gesundheit“ im März in Berlin

Meditation und Gesundheit Workshop Credit Markus Koeller 2MeditationGesundheit Begruessung Credit MarkusKoeller 

Mehr als 200 Interessenten und Experten sind am Wochenende vom 18. bis 20. März in der Freien Waldorfschule Kreuzberg in Berlin zusammengekommen, um im interdisziplinären Dialog die gesundheitsfördernde Wirkung von Meditation zu bewegen. Im Rahmen des Kongresses „Meditation und Gesundheit – erfahren, üben, begegnen“ lernten die Teilnehmer verschiedene meditative Praktiken und Anregungen kennen, die unter anderem der Anthroposophie entstammen. Initiator des Kongresses ist der Bürger- und Patientenverband GESUNDHEIT AKTIV e. V. in Kooperation mit dem Institut für anthroposophische Meditation. Die Krankenkasse BKK VBU sponserte die Veranstaltung. Der Kongress richtete sich an Interessierte sowie an Menschen, die in ihrem Berufsfeld selber mit anderen Menschen meditativ arbeiten möchten.

Meditieren macht gesund: In zahlreichen Studien, unter anderem auch am Massachusetts General Hospital in Boston, konnte gezeigt werden, dass regelmäßiges Meditieren vor dem Krankwerden schützt. Wer häufig in sich geht und Entspannungsübungen praktiziert, tut maßgeblich etwas für seine Gesundheit, steigert seine Lebensqualität und Empathie und fördert die Kräfte der Selbstregulation. „Das Besondere an der anthroposophischen Meditation ist, dass sie meditative Übungen um spirituelle und kreative Bezüge zur ganzen uns umgebenden Welt ergänzt; die Übungen helfen dabei, positiver mit Stress umzugehen und einem Burnout vorzubeugen“, erklärt Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Wer meditiert, leistet Vorsorge, erlernt gesundende Praktiken der Selbstregulation. Womöglich hat das viel relevantere Auswirkungen, als wenn wir uns ständig von außen durch Medikamente beeinflussen.“

Vor allem buddhistische Meditationspraktiken wurden dahingehend bisher erforscht – weniger bekannt ist die anthroposophische Meditation mit ihrer Wirkung auf Stress und Burnout, Zufriedenheit und Motivation in der Lebensführung. „Wir haben es heutzutage vielfach mit chronischen Erkrankungen zu tun, die psychosomatischen Ursprungs sind", so der Psychologe Prof. Dr. Harald Walach, einer der Referenten der Tagung. "Meditation kann ein wichtiger, niedrigschwelliger Baustein sein, um da Vorsorge zu leisten. So, wie wir uns um unsere körperliche Hygiene kümmern, ist es nun vielleicht auch an der Zeit, die geistige Hygiene zu pflegen."

Auf dem Kongress brachte GESUNDHEIT AKTIV erstmalig Expertinnen und Experten unterschiedlicher Professionen zusammen. Zehn verschiedene Workshops fanden statt, unter anderem mit Rudi Ballreich, Unternehmensberater und Meditationsausbilder (Stuttgart), mit den Ärzten Dr. Fritz Helmut Hemmerich (Teneriffa), Dr. Wolfgang Rißmann (Hamburg) und Dr. Jaap van de Weg (Niederlande) sowie mit Christiane Hagemann und Michael Werner (Hamburg), Eurythmisten und Erfinder der Vitaleurythmie als Anti-Stress-Methode. Begleitet wurde der Kongress von Podiumsgesprächen zwischen Referenten und Teilnehmenden. Impuls-Vorträge, wie beispielsweise „Meditation für Patienten, Ärzte und Therapeuten“ von Dr. Michaela Glöckler, Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum in Dornach (Schweiz), rundeten das Programm ab. 

„Der Kongress war der Beginn einer langen Reise: Der nächste Schritt ist eine Fortbildungs- und Forschungsreihe, mit der wir die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen und die anthroposophische Meditation stärker in die berufliche Praxis überführen wollen – bei Ärzten, Therapeuten und Trainern“, so Stefan Schmidt-Troschke. „Dieser kulturelle Impuls kann am Ende nur von uns selber, den Bürgern, ausgehen."

In Kürze ist eine filmische Dokumentation erhältlich, in der alle Vorträge aufgezeichnet sind. Vorbestellungen bitte an verlag@gesundheit-aktiv.de. Eine Vorab-Zusammenfassung gibt mit Statements von Teilnehmern und Referenten Einblicke in die Veranstaltung.