PATIENTEN SETZEN SICH DURCH

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Komplementärmedizin wird Regelleistung in der Schweiz

Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin und Phytotherapie sollen Regelleistungen der schweizerischen Krankenversicherung werden. Das wurde Ende März 2016 vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) beschlossen. Es will die Komplementärmedizin den anderen medizinischen Fachrichtungen gleichstellen und schickt die entsprechenden Verordnungsanpassungen nun in die Anhörung.

2009 hatte sich die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung in der Volksabstimmung „Zukunft mit Komplementärmedizin“ dafür ausgesprochen, diese Therapierichtung stärker zu berücksichtigen. Bereits seit 2012 bezahlt die obligatorische Krankenversicherung ärztliche Leistungen der Anthroposophischen Medizin, der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Homöopathie und der Phytotherapie – jedoch nur auf Grundlage einer befristeten Regelung. Nun ist geplant, die genannten Verfahren ab Mai 2017 allen anderen medizinischen Verfahren in der schweizerischen Krankenversicherung gleichzustellen.

GESUNDHEIT AKTIV freut sich über diese Entwicklung: „Das Schweizer Beispiel zeigt, dass Patientinnen und Patienten viel bewegen können – auch wenn die Schweizer Situation mit ihren Volksabstimmungen nicht eins-zu-eins auf Deutschland übertragen werden kann", sagt Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand des Vereins. „Es macht Mut, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz mit ihrem Anliegen Gehör verschafft und sich schließlich mit ihrem Votum durchgesetzt haben."

Quelle: Pressemitteilung Schweizer Bundesamt für Gesundheit vom 29. März 2016