JA ZUR KOMPLEMENTÄRMEDIZIN

Mehr Forschung zu Integrativer Medizin in Baden-Württemberg

Alle Umfragen zeigen, dass sich die Mehrheit der Patienten eine medizinische Versorgung wünscht, die neben der konventionellen naturwissenschaftlichen Medizin auch komplementärmedizinische Verfahren wie Anthroposophische Medizin, Homöopathie oder Naturheilkunde umfasst. Trotzdem gibt es keine staatlich geförderte Forschung für diese Therapierichtungen.

Daran möchte die neue grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg etwas ändern. Grüne und CDU haben in ihrem Koalitionsvertrag auf Seite 88 ausdrücklich festgehalten, dass sie die komplementärmedizinische Forschung fördern wollen, um diese medizinische Richtung zu stärken: „Wir werden die Forschung im Bereich Komplementärmedizin fördern. Ziel ist es, dass alternative Heilmethoden langfristig in die Normalversorgung integriert und in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden. Wir wollen im Land einen Lehrstuhl für Komplementärmedizin einrichten.“

GESUNDHEIT AKTIV freut sich über diese politische Richtungsweisung: Ob und wie diese Absichtserklärung im Koalitionsvertrag tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Derzeit ist auch unklar, ob es schon detailliertere Vorstellungen dazu gibt. Nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert, dass die Politik ein Einsehen hat, dass der Staat den Bürgern mehr Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Komplementärmedizin schuldig ist. Seit fast 20 Jahren gibt es akademische Lehrstühle für Komplementärmedizin in Deutschland. Alle sind finanziert über Stiftungen. Wenn jetzt ein nächster Schritt erfolgt, die Forschung und Lehre in diesem Bereich mit öffentlichen Geldern zu unterstützen, ist das nur zu begrüßen.

Quelle: Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg und der CDU Baden-Württemberg (2016-2021)