Verstehen Sie ihren Arzt?

Gesundheitskompetenz soll gefördert werden

Mehr als die Hälfte der Deutschen fühlt sich von der Informationsflut zu Gesundheitsthemen überfordert. Das zeigt eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld. Demnach weisen rund 44 Prozent der Deutschen eine eingeschränkte und weitere 10 Prozent sogar eine unzureichende Gesundheitskompetenz auf. Auffällig ist auch das schlechte Abschneiden Deutschlands im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. In den Niederlanden, Dänemark, Irland oder Polen hat die gleiche Befragung deutlich höhere Kompetenzwerte ergeben. Dem wollen die Universität Bielefeld, der AOK-Bundesverband und die Hertie-School of Governance mit einem „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ entgegenwirken. Schirmherr des Vorhabens ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Studienleiterin Prof. Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld hält die Ergebnisse der Studie für bedenklich: „In den vergangenen Jahren wurde einiges angestoßen, um die Gesundheitsinformationen der Bevölkerung zu verbessern. Aber die Ergebnisse zeigen, dass das längst nicht ausreicht. Wir müssen neu über die Art, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen nachdenken.“ Das soll nun mit einem „abgestimmten Maßnahmenkonzept“ im Rahmen eines Nationalen Aktionsplans gelingen.

Die Forderung nach mehr Gesundheitskompetenz hat die Arbeit von GESUNDHEIT AKTIV von Anfang an geprägt: „Menschen in Bezug auf ihre Gesundheitskompetenz zu stärken, war und ist unser wichtigstes Anliegen", sagt Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Als der Arzt Dr. Walther Bühler unseren Patientenverband vor über 60 Jahren gründete, ging es ihm vor allem darum, Menschen aufzuklären, so dass sie selbstbestimmt entscheiden können. Dieser Auftrag ist heute wichtiger denn je – denn durch die Weiterentwicklung der Medizin müssen wir ständig abwägen und entscheiden, welche Art der Medizin – Stichwort Pränataldiagnostik, Organspende, Sterbehilfe –  oder welche Therapien wir wollen.“

Quelle: Pressemitteilung, Universität Bielefeld, 13. Mai 2016