PFLEGE-NOTEN NICHT SINNVOLL

Neues Vergleichsportal für Pflegeeinrichtungen

Die Pflege-Noten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), der so genannte „Pflege-TÜV“, waren von Anfang an umstritten. In den Folgejahren wurde immer wieder deutlich, dass die Noten in ihrer derzeitigen Form kaum Aussagekraft haben. Durch das bisherige System mit durchweg sehr gut ausfallenden Durchschnittswerten bzw. Noten werden für die Verbraucher die Unterschiede in den Prüfergebnissen nicht deutlich. Inzwischen hat die Gesundheitspolitik reagiert und einen Qualitätsausschuss ins Leben gerufen, der ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem für Pflegeeinrichtungen entwickeln soll.

Mit neuen Bewertungen ist allerdings frühestens 2019 zu rechnen. Bis dahin werden die Pflegenoten weiterhin in der bisherigen Form veröffentlicht. Um in der Übergangszeit für mehr Orientierung zu sorgen bei der schwierigen Entscheidung, eine geeignete Pflegeeinrichtung zu finden, ist kürzlich das unabhängige Vergleichsportal www.weisse-liste.de an den Start gegangen. Mit dem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen sollen Qualitätsunterschiede von Pflegeeinrichtungen transparenter gemacht werden.

Für jede der rund 26.000 Einrichtungen in Deutschland zeigt das Portal an, inwieweit diese die fachlichen Mindestanforderungen an die Qualität der Pflege erfüllt. Dazu werden die Ergebnisse aus dem "Pflege-TÜV" neu ausgewertet und auch keine Durchschnittsnoten gebildet. Zusätzlich zeigen sie den Verbrauchern Unterschiede und negative Ausreißer zwischen den Pflegeheimen und Pflegediensten auf, die aus den Pflege-Noten bislang nicht hervorgehen.  „Die neue Auswertung der Prüfergebnisse kann zwar die grundsätzlichen Schwächen des Bewertungssystems nicht kurieren, sie bietet aber mehr Transparenz und Orientierung für Verbraucher", sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Grundsätzlich sei es ratsam, Pflegeeinrichtungen vor Ort zu besuchen und den Anbietern Fragen zu stellen.

Die Weiße Liste empfiehlt Verbrauchern, sich bei der Suche nach dem passenden Pflegeanbieter ein eigenes Bild über die Unterschiede und die Qualität der Einrichtungen zu machen und mit den Fachkräften vor Ort zu sprechen. Das Vergleichsportal bietet dafür auf seiner Website Checklisten an, anhand derer sich Verbraucher orientieren können. Zudem zeigt das Portal an, welche Pflegeberatungsstellen es in der Nähe gibt.