Krebs: Neues Kompetenznetz

Informationen zur integrativen Krebstherapie

Die Diagnose "Krebs" ist für jeden erst einmal ein Schock. Die meisten Menschen reagieren wie gelähmt. Aber immer häufiger gelingt es ihnen, schon bald nach Beginn der Therapie (oder sogar davor) zu überlegen, wie sie sich selbst aktiv für ihre Genesung einsetzen können. In dieser Situation aht vor allem die Komplementärmedizin viel zu bieten, von A wie Akupunktur über M wie Misteltherapie bis zu Y wie Yoga. Sinnvoll ist es, diese Angebote in den konventionellen Therapieverlauf zu integrieren, heute nennt man das „Integrative Onkologie“. Doch wie bekommen Betroffene einen guten Überblick über die verschiedenen Verfahren? Vor dieser Frage stehen im Übrigen auch viele Onkologen, die sich in der Komplementärmedizin nicht auskennen und von ihren Patienten trotzdem um Rat gefragt werden.

Mehr Orientierung und Information verspricht hier die neue Online-Plattform KOKONinfo, die verständliche und verlässliche Informationen für Krebserkrankte und Angehörige bereitstellt. Die Inhalte basieren auf Fachtexten, die den aktuellen Forschungsstand zu einzelnen komplementärmedizinischen Verfahren und Substanzen zusammenfassen und für Patienten „übersetzt“ wurden.

KOKONinfo wurde im Rahmen eines Projekts des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Kompetenznetzes Komplementärmedizin in der Onkologie (KOKON) von 2013 bis 2015 entwickelt. Das Portal ist momentan als Pilotversion zugänglich und wird noch ausgebaut. Es erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Beim genauen Lesen gibt es allerdings auch etwas zu kritisieren. Zwar ist es eine gute Nachricht, dass die Verfahren der Integrativen Krebstherapie, die in der Praxis längst erfolgreich angewandt (und inzwischen auch zunehmend erforscht) werden, endlich stärker „offiziell“ berücksichtigt werden. Dennoch ist fraglich, ob KOKONinfo wirklich unvoreingenommen informiert. Zur Mistel-Therapie zumindest fehlt der letzte Stand der Forschung, oder es wird auf bestimmte Seiten verlinkt, die dieser Therapie eher vorurteilsbehaftet und skeptisch gegenüberstehen. So bleiben viele Fragen von Patienten weiterhin doch ungeklärt.