NICHT OHNE DIE PATIENTEN!

NICHT OHNE DIE PATIENTEN!

Homöopathie-Debatte geht weiter

Aktuell steht wieder einmal die Homöopathie – und im selben Atemzug auch die Anthroposophische Medizin – in der Kritik. Angestoßen wurde die Debatte vom unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, der forderte, komplementäre Verfahren nur dann weiter durch die Gesetzliche Krankenversicherung als Satzungsleistungen erstatten zu lassen, wenn ihr Nutzen eindeutig und evidenzbasiert festgestellt worden sei. „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“, so Hecken. 

Seitdem haben sich zahlreiche Stimmen zu Wort gemeldet, manch scharfer Ton war zu hören. Aber auch Experten, die sich für die Komplementärmedizin bzw. für eine sachlichere Debatte aussprachen, haben sich beteiligt. Interessant ist allerdings, dass viele der Experten zwar gerne betonen, die Patienten schützen zu wollen – allerdings sind es gerade die Patienten, die der hitzigen Debatte oft wenig abgewinnen können. In Deutschland nehmen über 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Verfahren der Integrativen Medizin – also Homöopathie, Naturheilkunde oder Anthroposophische Medizin – ganz selbstverständlich in Anspruch. Die meisten sehen das pragmatisch und probieren aus, was ihnen hilft. Ob der Wirksamkeitsnachweis nach dem Goldstandard erbracht wurde, ist ihnen weniger wichtig.

Diese Position wurde zum Beispiel in den vielen Zuschriften, die GESUNDHEIT AKTIV seit September 2016 bekommen hat, deutlich. Sie haben uns zahlreich geschrieben und uns in Ihren Mails und Zuschriften berichtet, dass Sie mit der Komplementärmedizin sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Wir wollen die Debatte weiter begleiten und laden Sie deshalb herzlich ein, sich auch weiterhin zu beteiligen: Sagen Sie uns Ihre Meinung! Was halten Sie von der Debatte?

GESUNDHEIT AKTIV macht sich dafür stark, dass Patienten nach wie vor frei wählen können, welche Therapie sie für sich in Anspruch nehmen möchten. „Eine Medizin, die uns hilft, lassen wir uns nicht nehmen! Die Bedürfnisse und Präferenzen der Patienten können nicht einfach ignoriert werden. Wir wollen und werden deutlich machen, dass tiefgreifende Veränderungen nicht ohne unsere Stimme durchgesetzt werden dürfen“, kündigt Dr. Stefan Schmidt-Troschke von GESUNDHEIT AKTIV an.

Aber wird nicht noch sehr viel mehr deutlich an dieser Debatte? Experten befinden allein darüber, was gut für diejenigen sein soll, die es eigentlich betrifft. Das zeigt sich auch in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens (siehe dazu auch die nächste Meldung). Ein Anlass also, nicht nur komplementärmedizinische Verfahren zu verteidigen, sondern vor allem für ein demokratischeres und primär am Patienten orientiertes Gesundheitswesen einzutreten.

Wie ist Ihre Meinung?
Wir freuen uns auf Ihre E-Mail zu diesem Thema. Auszüge aus Ihren Zuschriften fassen wir hier zusammen.