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Integrative Medizin bei chronischen Schmerzen überlegen

Chronische Schmerzen lassen sich durch Medikamente häufig nicht ausreichend lindern. Die konventionelle Medizin kommt in diesen Fällen oft an ihre Grenzen. Viele Schmerzpatienten suchen deshalb nach anderen Lösungen und überlegen, welche komplementärmedizinischen Verfahren sie nutzen können. Auch Ärzte empfehlen zunehmend sogenannte multimodale Therapiekonzepte, die integrativ ausgerichtet sind. 

In den USA gibt ein Viertel der Bevölkerung an, unter Kreuzschmerzen zu leiden, jeder Fünfte hat Gelenk- und jeder Siebte Nacken- oder Kopfschmerzen. Dass Medikamente diese Probleme nicht dauerhaft lösen, zeigt sich immer deutlicher. Bei chronischen Schmerzen setzen viele zusätzlich auf Akupunktur, Osteopathie, Heileurythmie, Massagen, Meditation, Nahrungsergänzungsmittel, Yoga, Tai Chi oder Chi Gong.

Diese komplementärmedizinischen Therapien werden seit einigen Jahren immer häufiger in randomisierten kontrollierten Studien untersucht. In einer kürzlich veröffentlichten Studie (Mayo Clinic Proceedings, 2016; 91: 1292-1306) hat das National Center for Complementary and Integrative Health (USA) unter der Leitung von Richard Nahin die Ergebnisse aus 105 Studien in einem Überblick über die derzeitige Evidenz der unterschiedlichen Therapien zusammengestellt (es wurden ausschließlich Studien aus den USA berücksichtigt).

Das Deutsche Ärzteblatt kommentierte am 4. September 2016 online: „Die Ergebnisse zeigen, dass komplementärmedizinische Behandlungen durchaus einen Stellenwert haben, auch wenn sie – ähnlich wie Medikamente – die Schmerzen selten vollständig lindern. Die beste Evidenz für eine Wirkung bei Rückenschmerzen fand Nahin für Yoga und Akupunktur. Bei Schmerzen im Knie halfen in erster Linie Akupunktur und Tai Chi. Nackenschmerzen sprechen häufig auf Massagen an. Bei Kopfschmerzen und Migräne erzielten in erster Linie Entspannungsübungen eine Wirkung. Etwas schwächer war die Evidenz für Massagetherapien, spinale Manipulationen und osteopathische Behandlungen, die bei Rückenschmerzen bei einigen Patienten eine gewisse Wirkung haben. Bei der Fibromyalgie könnte laut den von Nahin vorgestellten Ergebnissen neben Entspannungsübungen auch Tai Chi helfen.“

Quelle: Deutsches Ärzteblatt online, 4. September 2016
„Evidence-Based Evaluation of Complementary Health Approaches for Pain Management in the United States”, Mayo Clinic Proceedings, 2016; 91: 1292-1306.