VIELFALT UND BÜRGERRECHTE

VIELFALT UND BÜRGERRECHTE

ELIANT: Zivilgesellschaft in Europa fördern

„Systeme, die Vielfalt nicht fördern, verarmen, werden zunehmend schwächer, verlieren ihr schöpferisches und innovatives Potential. Letztendlich sind sie den Herausforderungen des Lebens und der Weiterentwicklung nicht mehr gewachsen. Dies zeigt sich gegenwärtig insbesondere auf den Gebieten der Landwirtschaft, Medizin, Ökologie, im Finanzwesen und in der Politik“, so heißt es in einer zentralen Verlautbarung der Allianz ELIANT. Sie steht seit 10 Jahren ein für die Vielfalt und das Recht aller Europäer, ihre Wahl frei zu treffen. Im vergangenen November beging ELIANT unter dem Motto „Freedom of Choice under Threat: What can European Citizens do?“ ihr Jubiläum, das im Zentrum von Brüssel und unter Beteiligung der Öffentlichkeit stattfand.

Michaela Glöckler, Initiatorin von ELIANT und derzeitige Präsidentin der Organisation, unterstrich in ihrem Eingangsstatement, dass es die seit Jahrhunderten erkämpften Menschenrechte selber sind, die uns Europäern Ansporn sein sollten, der Vielfalt Raum zu geben und Wahlfreiheiten zu ermöglichen. Sie forderte die Europäer auf, Verantwortung für Menschenrechte zu übernehmen und damit ihrer eigenen Würde Ausdruck zu geben. Genau diese Wahlfreiheit scheint immer mehr bedroht: Die Pflicht zur Vitaminisierung von Babynahrung hatte einst den bewährten DEMETER-Produkten auf diesem Gebiet ein Ende gemacht. Wenn die Vielfalt von Saatgut durch indirekte Maßnahmen schulterzuckend eingeschränkt wird, wenn in der Medizin die besonderen Therapierichtungen immer mehr unter den Druck von staatlichen Regulierungen kommen, wenn Kinder immer früher durch unsere Bildungsmaschinerien geschleust werden – dann bekommen wir am Schluss Ergebnisse, die eigentlich keiner wirklich will.

Vertreter der verschiedenen Gebiete, aus der Landwirtschaft, der Bewegung für direkte Demokratie in Europa, der Pädagogik, der Medizin, der Patientenbewegung und der Heilpädagogik traten mit den Teilnehmern der Tagung in den Dialog. Etwa 150 Vertreter aus der EU-Kommission, NGO´s und Lobbyisten kamen zusammen und konnten am Abend der Vision von Gerald Häfner (von 2009-2014 Mitglied des Europäischen Parlaments für Bündnis 90/Die Grünen) folgen: „Europa, in all seiner Fragilität, in seiner Vielfalt, das ist ein Potenzial, es ist noch gar nicht richtig geboren“. Michaela Glöckler machte am Ende Mut, in der Öffentlichkeit für das Eigentliche einzutreten, wofür Europa in der Welt steht: Solidarität füreinander entwickeln, das bedeutet auch, den Anderen in seiner Würde zu achten.

GESUNDHEIT AKTIV e. V. ist eine der Gründungs- und Trägerorganisationen von ELIANT. Aus der Sicht von Bürgern und Patienten muss es vor allem auch auf der europäischen Ebene darum gehen, die Rechte der Wahlfreiheit im Gesundheitswesen zu schützen und die Vielfalt zu ermöglichen, durch die die Menschen erst zu jeweils individueller Gesundheit finden können. In einem Workshop konnten wir darlegen, dass die Integrative Medizin in besonderer Weise dazu geeignet ist, die Bedürfnisse der Patienten aufzunehmen und die eigentliche Versorgung von diesen ausgehend zu gestalten.

Quelle: Konferenz „Freedom of Choice“, 7. November 2016: Rückblick und Zusammenfassung der einzelnen Beiträge