NATÜRLICHE DRILLINGSGEBURT

NATÜRLICHE DRILLINGSGEBURT

Anthroposophische Geburtshilfe fördert natürliche Geburten

In der anthroposophischen Klinik kamen Mitte Februar Drillinge in der 35. Woche ohne Kaiserschnitt auf die Welt! Das ist eine kleine medizinische Sensation, denn: „Fast immer werden Drillinge einige Wochen früher und quasi ausnahmslos per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht“, sagt Dr. Hauke Schütt, Leitender Arzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Filderklinik. Dort kamen zwei Mädchen und ein Junge innerhalb von 49 Minuten auf natürliche Weise zur Welt. Alle drei Kinder sind gesund und mussten nicht beatmet werden.

Die Filderklinik ist – wie generell die anthroposophische Geburtshilfe – dafür bekannt, den Fokus vor allem auf eine natürliche Geburt zu legen: „Wir haben mit 14 Prozent eine der niedrigsten Kaiserschnitt-Raten deutscher Geburtsklinken“, sagt Dr. Schütt. Der Grund? „Wir arbeiten gemeinsam mit den Gebärenden, lassen ihnen ihre Zeit und ihren Rhythmus. Und wir programmieren Geburten nicht nach Dienstplänen!“

Damit stemmen sich die anthroposophischen Kliniken gegen einen Trend, der auch global Sorge bereitet: Weltweit nimmt die Kaiserschnitt-Rate dramatisch zu. Dabei ist nur rund jeder zehnte Kaiserschnitt medizinisch begründet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor den Folgen dieser Entwicklung und empfiehlt eine Kaiserschnitt-Rate von 15 Prozent. Auch die Hebammen kritisieren: „In den Kreißsälen ist oft zu wenig Personal, um sich intensiv um jede Gebärende kümmern zu können. Mittlerweile gibt es auch zu wenig Wissen über die unterschiedlichen Verläufe einer normalen Geburt. Heute wird häufig schon bei der kleinsten Abweichung von Gynäkologinnen und Gynäkologen eingegriffen“, so Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV).

Dass ein Kaiserschnitt auch mit Risiken behaftet ist, zeigt die Forschung inzwischen immer deutlicher: Für die Kinder besteht als Folge beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Asthma, Diabetes und Allergien. Bei der Mutter können Organe verletzt werden, häufig ist die Wundheilung gestört, oder es tritt eine Infektion auf. Zudem kann es zu Verwachsungen und Problemen bei der Narbenbildung kommen. Inzwischen wird auch zunehmend erforscht, wie sich Kaiserschnitte auf das Stillen sowie auf die Bindung zwischen Mutter und Kind auswirken. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die natürliche Geburt ist zwar mühsam und schmerzhaft – aber im Regelfall das Beste für Mutter und Kind.

Quelle: „Ein Dreifachwunder – 35-Jährige bringt Drillinge ohne Kaiserschnitt zur Welt“, Pressemitteilung Filderklinik, 24. Februar 2017