Homöopathie Studie: Bewusst verschleiert?

Petition fordert Offenlegung von Studien zur Homöopathie

Berlin, 13. August 2018. Vor einigen Jahren war es mal wieder soweit. Das Ende der Homöopathie wurde ausgerufen: Die australische Regierungskommission, das Australian National Health and Medical Research Council (NHMRC), hatte 2015 einen Bericht über die Wirksamkeit der Homöopathie vorgelegt, der zu dem Schluss kam, dass Homöopathie nicht besser wirke als ein Placebo. Dieser Bericht wird heute noch – auch in Deutschland – immer wieder als Referenz für die angebliche Unwirksamkeit von Homöopathie angeführt.

Allerdings stellte sich anschließend heraus, dass es gravierende Mängel an dem Bericht gab. In mühevoller Kleinarbeit haben die Australische Gesellschaft für Homöopathie (Australian Homeopathic Association, AHA) und das Londoner Homeopathy Research Institute (HRI) ein massives wissenschaftliches Fehlverhalten der australischen Regierungskommission NHMRC bei der Abfassung des Berichts aufgedeckt. Seit 2016 wird der Bericht in Australien von einem anderen staatlichen Gremium überprüft. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Rätsel um den ersten Bericht

Dass bei der Abfassung des Berichtes viele Fragen offen blieben, zeigt sich auch daran, dass der NHMRC seine Übersichtsarbeit zweimal angefertigt hat. Ein erster Bericht wurde verworfen, obwohl er durch einen angesehenen Wissenschaftler erstellt wurde, der selbst einer der Autoren der NHMRC-Leitlinien ist. Die Existenz des ersten Berichtes wurde der Öffentlichkeit verschwiegen und erst durch eine Anfrage des AHA entsprechend dem australischen Informationsfreiheitsgesetz aufgedeckt.

Petition zeichnen

Nun fragt man sich natürlich: Wo ist dieser Bericht? Was steht darin? Sollten etwa Ergebnisse vertuscht werden? Unter dem Titel Release the first report hat die britische Initiative „4Homeopathy“ eine Kampagne gestartet, um der Öffentlichkeit den ersten Bericht frei zugänglich zu machen. Dazu gibt es eine Petition, die Sie hier zeichnen können.

Rachel Roberts, Direktorin des HRI in London, hatte schon 2016 kommentiert: „Der NHMRC hatte die Aufgabe, die wissenschaftliche Datenlage für die Homöopathie korrekt zusammenzufassen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dieser Aufgabe ist der NHMRC nicht nachgekommen.“

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