Integrative Medizin: Es geht voran

Erster Lehrstuhl für Integrative Medizin in Baden-Württemberg

Berlin, 8. November 2018. Die Universität Tübingen richtet eine neue Professur für Naturheilkunde und Integrative Medizin ein, die ihren Sitz am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) haben wird. Das gaben Mitte Oktober 2018 das Land Baden-Württemberg, die Robert Bosch Stiftung GmbH, das Robert-Bosch-Krankenhaus und die Universität Tübingen bekannt. Mit diesen Plänen wird eine Ankündigung aus der schwarz-grünen Koalitionsvereinbarung umgesetzt.

Gemeinsam forschen

In den ersten fünf Jahren trägt die Robert Bosch Stiftung die Kosten der Professur, zu der auch ein Team aus Nachwuchswissenschaftlern und erhebliche Forschungsmittel gehören. Das Land stellt die langfristige Finanzierung sicher. „Naturheilkunde und komplementäre Behandlungsmethoden werden von vielen Menschen ganz selbstverständlich genutzt, beispielsweise zur Ergänzung konventioneller Therapieangebote. Die neue Professur soll die Verfahren und Methoden der Naturheilkunde und der Integrativen Medizin wissenschaftsgeleitet erforschen und wird damit einen Beitrag leisten, Potenziale zu heben“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.

Etabliert im Studienkatalog

Mit dem neuen Lehrstuhl werden Naturheilkunde und Integrative Medizin künftig fester Bestandteil des Studienangebotes an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Am Stuttgarter RBK soll der Nutzen von gemeinsamen Therapien aus Naturheilkunde und Schulmedizin weiter erforscht werden.

„Es ist ein großer Schritt für die Integrative Medizin, dass das Land Baden-Württemberg plant, die Forschung von komplementärmedizinischen Ansätzen zu fördern“, kommentiert Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Angesichts der aufgeheizten Debatte rund um die Homöopathie ist die Entscheidung gerade jetzt ein wichtiges Signal. Endlich geht die Politik auf unsere Forderung ein, die unabhängige Forschung zur Integrativen Medizin zu intensivieren – statt weiterhin vor allem eine geringe Evidenz zu beklagen.“

Weitere Informationen

Erste Professur für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Baden-Württemberg“, 16. Oktober 2018, "Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg"

zurück zur Übersicht