Mit den Patienten gestalten, nicht für sie!

Patienten und Ärzte kommen erstmalig gemeinsam zu Wort

Berlin, 4. Dezember 2018. Wie steht es um die Beziehung zwischen Patienten und ihren Ärzten? Was wünschen sich Patienten für eine Versorgung? Was die Ärzte? Diese Fragen wollten wir erstmalig im Dialog beantworten. Dazu wurden Patienten und Ärzte in einem „gespiegelten“ Fragemodus befragt, um eine gesellschaftliche Debatte zur medizinischen Versorgung von morgen anzustoßen. Die Befragung erfolgte durch GESUNDHEIT AKTIV gemeinsam mit dem Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands und der studentischen Initiative Heal your Hospital (Universität Witten/Herdecke). Nun liegen die Ergebnisse vor.

Sich gegenseitig wahrnehmen

„Wir müssen reden …“ So könnte man, leicht verkürzt, eine der wichtigsten Botschaften zusammenfassen. „Die eigentlichen Bedürfnisse vieler Patienten werden in der Arztpraxis und im Krankenhaus offenbar zu wenig hinterfragt“, sagt Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Das ist nicht immer nur eine Frage von Zeit, sondern auch Ausdruck von mangelnder Ausbildung und Strukturen, die Patienten nicht wirklich zu Wort kommen lassen.“

Ein weiteres Ergebnis: Patienten halten sich in Bezug auf ihre eigene Gesundheit für kompetenter als Ärzte glauben. Hier ist es nötig, sich gegenseitig besser wahrzunehmen: „Für den Dialog braucht es neue (Platt-)Formen und Orte, damit nicht nur für die Patienten, sondern mit ihnen gestaltet werden kann“, so Schmidt-Troschke.

Vertrauen, Empathie – und Zeit

Dass die Beziehung zwischen Arzt und Patient etwas ganz Besonderes ist, wurde ebenfalls deutlich: „Das Arzt-Patientenverhältnis ist in seiner Besonderheit wahrscheinlich einzigartig“, meint Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes. „Vielleicht mehr als in fast jeder anderen Beziehung braucht es Vertrauen, Zutrauen, Empathie und – das betone ich aus ärztlicher Sicht – die notwendige Zeit, sich mit dem ‚Menschen gegenüber‘ als Individuum zu beschäftigen und sich mit seiner Situation umfassend auseinanderzusetzen.“

Angesichts der großen Umbrüche im Gesundheitswesen – Stichwort Digitalisierung! – sei es höchste Zeit, alle Parteien stärker einzubinden, fordert die ebenfalls beteiligte Initiative Heal your Hospital: „Es macht auf der einen Seite Hoffnung zu sehen, dass Ärzte und Patienten beispielweise mit dieser Umfrage an einem Strang ziehen können, andererseits wundert es, dass solche Initiativen nicht schon vor Jahren stattgefunden haben.“

Weitere Informationen
Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie in der Herbst-Ausgabe von GESUNDHEIT AKTIV – DAS MAGAZIN. Hier können Sie das Heft bestellen.

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