Selbst ist der Patient!

Bei Krebs wollen sich viele nicht bevormunden lassen

Berlin, 4. März 2019. Nur wenige Krankheitsdiagnosen verändern das Leben so gravierend von heute auf morgen wie Krebs. Auch wenn viele Patient*innen dann das medizinische Standardangebot nutzen, so wollen sie doch nicht dabei stehenbleiben. Zwei Drittel sind bereit, auch in die eigene Tasche zu greifen, um die Therapie zu bekommen, die sie für sich selbst am besten halten. Das zeigte jetzt eine Umfrage anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.

Auf Platz 1 des Rankings für die in Eigeninitiative vorgenommenen Therapien stehen innovative Behandlungsformen. Sie sind oft noch nicht von den Kassen zugelassen und werden deshalb auch nicht bezahlt. Krebskranke wollen das jedoch nicht abwarten, sondern selbst entscheiden, welche Risiken sie eingehen. An Platz 2 stehen komplementäre Heilmethoden (Misteltherapie, Vitamine u.a.), die für die meisten Krebskranken heute ebenso selbstverständlich geworden sind wie eine psychologische Betreuung.

Wie positiv sich eine derart integrative Behandlung auswirkt, zeigt jetzt eine neue Studie zum nichtkleinzelligen metastasierten Lungenkrebs: Patient*innen, die zusätzlich zur konventionellen Chemotherapie mit Mistel-Spritzen behandelt wurden, lebten deutlich länger als die Proband*innen einer Vergleichsgruppe ohne diese Zusatztherapie. Das Ergebnis ist umso bedeutsamer, als das nichtkleinzellige Bronchial-Karzinom rund 85 Prozent aller Lungenkrebsfälle ausmacht und meist eine recht schlechte Prognose mit kurzen Überlebenszeiten hat. Fünf Jahre nach der Diagnose lebt der Statistik zufolge nur noch 1 Prozent der Betroffenen.

Die Studie wertete die Daten von 158 Patient*innen mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IV aus. 108 von ihnen bekamen ausschließlich die konventionelle Behandlung mit Chemotherapie und ggf. auch Bestrahlungen, 50 Patient*innen erhielten zusätzlich eine Misteltherapie. Diese lebten durchschnittlich noch 17 Monate, während die nur konventionell Behandelten die Diagnose nur acht Monate überlebten. Nach einem Jahr lebten in der Mistelgruppe noch 60,2 Prozent der Kranken (nach drei Jahren: 25,7 Prozent), in der Vergleichsgruppe waren es 35,5 Prozent (nach drei Jahren 14,2 Prozent).

„Da es sich um eine Registerstudie handelt, zeigt sich hier lediglich eine Korrelation, und noch kein kausaler Zusammenhang“, sagt Dr. Christian Grah, Leiter des Lungenkrebszentrums in Berlin-Havelhöhe, wo die Studie stattfand, und einer der Autoren der Veröffentlichung. Dass Patient*innen so stark von einer Misteltherapie profitiert haben, ist dennoch ein bemerkenswertes Ergebnis und ein Grund mehr, dazu jetzt eine weitere Studie aufzulegen.

Quellen:
Ärzte-Zeitung, 4. Februar 2019
Pressemitteilung des DAMiD vom 22. Februar 2019
Original-Studie bei PLOS ONE

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