Meditation: Stress lass‘ nach

Meditation hilft, aber auf das "Wie" kommt es an

Wer unter Stress leidet, sollte es einmal mit Meditation versuchen: Mentales Training kann die psychische und gesundheitliche Widerstandsfähigkeit erhöhen und Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, emotionales Erleben und Sozialverhalten entscheidend verändern. Das ist wissenschaftlich inzwischen gut nachgewiesen.

Umfangreiche Forschung

Die Autoren einer neuen wissenschaftlichen Studie wollten es trotzdem noch genauer wissen: Während die bisherigen Studien nur wenige Monate dauerten, lief die groß angelegte Studie "ReSource" vom Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften über einen Zeitraum von 11 Monaten. In dieser Zeitspanne absolvierten die Studienteilnehmer ein mentales Training, um verschiedene Praktiken zur Steigerung von kognitiven sowie sozio-affektiven Fähigkeiten zu erlernen.

Die Studienteilnehmer - interessierte Laien - wurden an ein breites Spektrum von mentalen Übungen herangeführt, mit deren Hilfe sie Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Selbstfürsorge, Empathie und Mitgefühl sowie Perspektivwechsel trainiert haben. Gerade dieser soziale Aspekt war ein wichtiger Baustein des Projekts: „Wir konnten zum ersten Mal wirklich nachweisen, dass das soziale Gehirn von erwachsenen Menschen, die im Mittel über 40 Jahre alt waren, noch plastisch ist“, sagt Prof. Tania Singer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und wissenschaftliche Leiterin des Projektes.

Stress lass nach…

Interessante Ergebnisse gab es auch zum Umgang mit Stress: „In unseren westlichen Gesellschaften ist vor allem der soziale Stress zu einem enormen Problem geworden, also der Stress, der ausgelöst wird, wenn wir Angst haben, von anderen negativ beurteilt zu werden und ihren Erwartungen nicht zu genügen“, so Singer zum Schwerpunkt Stress in der Studie. Dabei zeigte sich, dass zwei soziale Trainingsmodule sehr effektiv eingesetzt werden konnten.

Interessant war auch das Ergebnis, dass die klassischen Achtsamkeits-basierten Meditationen den sozialen Stress allein auf der Hormonebene (Ausschüttung des Stresshormons Cortisol) nicht beeinflussen konnten – obwohl diese Programme ja zahlreich zum Stressabbau angeboten werden. Sie fördern vor allem die Konzentrationsfähigkeit. „Wer daher wirklich weniger anfällig für sozialen Stress werden möchte, sollte lieber [zusätzlich] seine intersubjektiven Fähigkeiten trainieren“, so die Wissenschaftlerin.

Das Programm wurde von einem Team von erfahrenen Meditationslehrern, Wissenschaftlern und Psychotherapeuten entwickelt. Es wurde in Leipzig und Berlin durchgeführt und durchgängig wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen
Stress durch Meditation verringern? Mehr Infos zum ReSource-Projekt
„Ein mentales Training, um toleranter Weltbürger zu werden“, Max-Planck-Gesellschaft

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