Fast Food: Vorsicht, Heiss & Fettig!

Erhöht Fertignahrung das Krebsrisiko?

Aller Kritik zum Trotz: Der Markt für Fertignahrungsmittel boomt. Dazu gehören nicht nur die Klassiker Pommes, Tütensuppe und Fertigpizza, sondern auch Backwaren, Müslis sowie Chips und Süßigkeiten. Diese hochverarbeiteten Lebensmittel haben einen hohen Anteil von gesättigten Fettsäuren, raffiniertem Zucker und Salz sowie zahlreiche Zusatzstoffe. Nun hat eine prospektive Beobachtungsstudie, die kürzlich im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, untersucht, ob der häufige Verzehr von industriell gefertigter Nahrung das Krebsrisiko erhöht.

Ernährung und Krebs

Schon länger wird über diesen Zusammenhang diskutiert – schließlich werden viele Fertignahrungsmittel aus geschmacklichen Gründen bei der Herstellung hoch erhitzt, was zur Bildung von Stoffen führen kann, von denen einige als krebserregend eingestuft werden. Auch die Verpackung steht immer wieder im Verdacht, Bisphenol A zu enthalten.

Ein Team von Forschern von der Pariser Sorbonne hat nun die Daten einer prospektiven Kohortenstudie ausgewertet, die seit 2009 über webbasierte Fragenbögen mehr als 100.000 Franzosen mittleren Alters nach ihren Lebensgewohnheiten und Erkrankungen befragt hatten. Der Anteil der hochverarbeiteten Lebensmittel an der Gesamternährung lag bei Männern und Frauen im Durchschnitt bei fast 20 Prozent.

Ergebnisse der Studie

In der Auswertung wurde gezeigt, dass Menschen, die häufig Fertignahrung konsumiert haben, häufiger an Krebs erkrankt sind. Bei Frauen traten insbesondere Brustkrebserkrankungen häufiger auf. In den ersten fünf Jahren der Nachbeobachtung sind 2.228 Krebserkrankungen aufgetreten, darunter waren 739 Mammakarzinome (fast 80 Prozent der Teilnehmer der Studie waren weiblich), 281 Prostatakarzinome und 153 kolorektale Karzinome.

Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass eine prospektive Beobachtungsstudie nicht beweisen kann, dass das Auftreten von Krebs zweifellos durch den Verzehr von Fertignahrung begründet ist. Die Forscher haben sich zwar bemüht, andere Risikofaktoren wie hoher Body-Mass-Index, Energiezufuhr, Alkoholkonsum und Ausbildungsniveau zu berücksichtigen. Trotzdem ist nicht ganz klar, ob alle möglichen Verzerrungen ausgeschlossen werden konnten.

Frisch schlägt fertig

 „Auch wenn die Studie die Kausalität von Fertignahrung und erhöhtem Krebsrisiko nicht vollständig belegen kann, so sollten wir die Ergebnisse sehr ernst nehmen“, meint Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. „Ernährungswissenschaftler und Ärzte warnen schon lange davor, dass industriell verarbeitete Lebensmittel ein Gesundheitsrisiko darstellen – und zwar aus vielen verschiedenen Gründen. Deshalb kann es nur heißen: Esst mehr frisches Obst und Gemüse und kocht eure Gerichte selbst!“

Quelle

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