Anthroposophische Pflege

Wickel, Einreibungen, Auflagen

Pflege ermöglicht es dem Menschen, überhaupt krank sein zu dürfen: nur indem wir gepflegt werden, können wir eine Krankheit durchstehen und überwinden. Das gilt sowohl für die Pflege im Krankenhaus wie auch im ambulanten Bereich. In der Anthroposophischen Medizin hat die Pflege deshalb einen ganz besonderen, hohen Stellenwert. 

Es sind vor allem zwölf Gesten, die Anthroposophische Pflege charakterisieren: Raum schaffen, einhüllen, ausgleichen und harmonisieren, anregen und reizen, belasten, erwecken, bestätigen, aufrichten, reinigen, ernähren, entlasten, abwehren. Diese Gesten leiten in der Anthroposophischen Pflege das Handeln – immer mit dem Ziel, im Schutze der Hülle gebenden Pflege dem betroffenen Menschen wieder zu Selbständigkeit und Autonomie oder zu einem menschenwürdigen Dasein zu verhelfen.

Anthroposophische Pflege bedeutet deshalb mehr, als den Patienten "satt, sauber und warm" zu halten. Sie erweitert die normalen pflegerischen Tätigkeiten um Maßnahmen wie Wickel, Auflagen und Einreibungen, die auf einem umfassenden Verständnis der leiblichen, seelischen und geistigen Bedürfnisse des zu Pflegenden beruhen. Das schließt den Respekt vor der Individualität ebenso ein wie die Zugewandtheit und Fürsorge für eine pflegebedürftige Persönlichkeit. Denn in einer Zeit, in der Menschen immer mehr vereinzeln, kommt dem Berühren und Berührtwerden in der Pflege ein besonders großer Stellenwert zu.

 

 

Pflege Vademecum
Viele Anwendungsformen, Anleitungen sowie Beschreibungen an Substanzen für Wickel und Auflagen gibt es hier online

Zu Hause pflegen

Informationen rund um die häusliche Pflege von Angehörigen

Rund 10 Millionen Deutsche haben einen Pflegefall in der Familie, in den kommenden Jahren wird sich diese Zahl noch einmal mindestens verdoppeln. Mit professionellen Pflegediensten allein wird das nicht mehr zu bewältigen sein. Die Familien selbst sowie ein Netzwerk aus hilfsbereiten Nachbarn und Freunden sind hier gefordert. Schon heute wird rund eine Million pflegebedürftiger Menschen zu Hause versorgt – von Angehörigen, Helfern und professionellen Pflegediensten. 

Was aber bedeutet es für eine Familie, wenn plötzlich ein zu pflegender Angehöriger dazukommt? Vorstellung und Realität stimmen hier oft nicht überein. Viele Menschen unterschätzen die Umstellung, die so eine Pflege mit sich bringt. Aber sie unterschätzen oft auch das, was sie für ihren Mut, ihre Kraft, Geduld, Sensibilität und Hingabe zurückbekommen: Dankbarkeit, Zufriedenheit. Das unendlich befriedigende Gefühl: Ich habe etwas Sinnvolles getan. Einen Angehörigen zu pflegen, ist eine große Herausforderung. Aber diese Aufgabe kann dem Leben auch eine neue Richtung und einen neuen Sinn geben. Sie kann die eigene Biografie erweitern und bereichern. 

GESUNDHEIT AKTIV hat eine neue Broschürenreihe aufgelegt zum Thema "Zu Hause pflegen". Die erste Broschüre dieser Reihe beschäftigt sich mit der Frage: "Woran Sie vorher denken sollten". Damit wollen wir Ihnen eine erste Orientierung geben, was Sie bei so einer Pflege erwartet, worauf Sie achten müssen, welche Fragen Sie dem Pflegedienst stellen sollten und vieles mehr. Anhand eines Beispiels zeigen wir Ihnen, was auf Sie zukommt und wie Sie sich vorbereiten können. Eine Checkliste hilft mit, nichts zu vergessen – Sie können einfach abhaken, was schon erledigt ist und was noch arrangiert werden muss. Ein Interview mit der Leiterin eines anthroposophischen Pflegedienstes weist auf die wichtigsten Fehler und Probleme im Vorfeld einer Pflege hin und gibt wertvolle Tipps. 

Die zweite Broschüre behandelt die praktischen Fragen des Pflegealltags "Grundlagen für jeden Tag". Am Beispiel eines ganz normalen Tagesablaufs zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten sollten und was dem zu Pflegenden gut tut.

 

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Checkliste Pflege

Sie möchten einen Angehörigen zu Hause pflegen? Hier finden Sie unsere Checkliste zu Vorbereitung.

Sie suchen Rat oder wollen sich informieren?

Wir haben einige Adressen rund um Pflege als Download zusammengestellt.