Den Körper mit Wärme erfüllen   

Wie das Öldispersionsbad den Wärmeorganismus im Menschen stärkt

 

Für jeden, der es zum ersten Mal erlebt, ist es ein Aha-Erlebnis besonderer Art: Da taucht man ein in ein angenehm temperiertes Badewasser, das von einem feinen Ölnebel durchsetzt ist, der sich sanft über die ganze Haut legt. Nach einer kurzen Ruhephase im Wasser folgt eine Bürstenmassage für den ganzen Körper, wiederum gefolgt von einer kurzen Ruhephase. Dann darf man aussteigen, wird in ein großes vorgewärmtes Moltontuch gehüllt und zu einer Ruheliege geführt, wo man für eine mindestens 30-minütige Nachruhe von Kopf bis Fuß in zwei Wolldecken eingehüllt wird. Meist schläft man dabei ein, erfüllt von einem wohligen Wärmegefühl, das sich nach und nach im ganzen Körper ausbreitet. Wird man dann behutsam wieder aus den Decken herausgeschält, fühlt sich der ganze Mensch wie neu geboren – von den Haar- bis in die Fußspitzen. Diese Wirkung hält oft noch viele Tage lang an.

Regelmäßig verabreicht, können solche „Öldispersionsbäder nach Werner Junge“ nicht nur einen chronisch erschöpften Menschen wieder auf die Füße stellen, sondern auch Krankheiten heilen. „Das Öldispersionsbad ist einer der therapeutischen Schätze der Anthroposophischen Medizin“, sagt Dr. Albrecht Warning, Internist und langjähriger Leiter der Abteilung für Akut-Geriatrie und Frührehabilitation an den Kliniken Essen-Mitte. Schon seit 21 Jahren beschäftigt er sich mit dieser speziellen Hydro-Therapie und ihren Wirkungen.

Die Idee des Öldispersionsbads geht zurück auf Rudolf Steiner, der empfohlen hatte, das Öl im Wasser feinst zu zerstäuben, um damit die Lebenskräfte anzuregen, zu stärken und Stoffwechselstörungen zu beeinflussen.

Verwendet wird nicht irgendein Öl, sondern reinstes Olivenöl. Denn die Olive ist eine der wenigen Pflanzen, die Öl nicht nur im Samen, sondern vor allem auch in der Frucht bildet und damit die Sonnenkräfte – Licht, Lebensenergie und Lebenskraft ­– besonders gut speichert. So bekommt der Organismus mit jedem Öldispersionsbad eine gehörige Portion Sonnenlichtqualität. Und zusätzlich dann über ein ätherisches Öl, das dem Olivenöl zugesetzt wird, dessen spezifische Qualitäten – je nachdem, was gebraucht wird. Rose zentriert, Lavendel beruhigt, Brennessel kräftigt und klärt, Eisenhut lindert Schmerzen, Salbei, Eukalyptus und Thymian lindern Erkältungssymptome, Rosmarin regt an, Thuja und Zypresse richten auf, Melisse entspannt – um nur einige Beispiele zu nennen. Insgesamt können bei den Öldispersionsbädern über 70 verschiedene Öle eingesetzt werden.

Die Bäder tragen dazu bei, bei Erschöpfung neue Kraft zu gewinnen, den Wärmeorganismus und die Stoffwechseltätigkeit anzuregen. Ob Neurodermitis, Pilzinfektion, Erkältung, Rheuma, Herzbeschwerden, Schmerzen, Migräne, Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen oder Bluthochdruck – es gibt so gut wie keine Situation, in der ein Öldispersionsbad in der Hand eines entsprechend ausgebildeten Therapeuten nicht heilsam und wohltuend wirken könnte.

Was ist das Geheimnis hinter dieser Wirkung? „Das Öldispersionsbad hat das Ziel, den Wärmeorganismus anzuregen und so das Wärmegleichgewicht im Menschen wiederherzustellen“, sagt Dr. Warning,

„Wenn unser Wärmeorganismus ausgeglichen ist, können wir uns selbst fühlen, wir werden uns unseres Selbst bewusst. Dabei entsteht das Gefühl, das jeden von uns innerlich beglückt: Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Kräfte. Der Wärmesinn und die Wärmeentwicklung werden im Bad und in der nachfolgenden Ruhepackung ganz neu angeregt, deshalb fühlen sich viele anschließend wie neu geboren – und der ganze Körper ist neu mit Wärme erfüllt. Eine wunderbare Voraussetzung, um gesund zu werden bzw. zu bleiben.“

Adressen von BadetherapeutInnen sind zu erfahren über den Internationalen Verein für Öldispersionsbadetherapie nach Werner Junge e. V. (Vorstand Dr. Albrecht Warning) unter www.oelundwasser.de


Die vollständige Version dieses Artikels finden Sie in GESUNDHEIT AKTIV - DAS MAGAZIN #10 (zur Printausgabe).