Was Sie wissen sollten

Entscheidungshilfen zur Corona-Impfung

 

Deutschlandweit werden Menschen derzeit bereits gegen das Corona-Virus geimpft – zunächst die Hochbetagten und die an ihrer Versorgung beteiligten medizinischen Berufsgruppen, um vor allem zunächst die Verletzlichsten und Gefährdetsten zu schützen und vor den Folgen einer möglicherweise schweren Covid-19-Erkrankung zu bewahren.

Zug um Zug sollen aber auch alle übrigen über 18-Jährigen geimpft werden können. Gesundheitsminister Spahn spricht davon, dass bereits zum Ende des Sommers für jede*n, die/der möchte, ein „Impfangebot“ gemacht werden könnte. Dennoch stehen viele Menschen der Impfung eher skeptisch gegenüber und suchen nach einer Orientierung, um Nutzen und Risiken besser einschätzen und für sich selbst eine Entscheidung treffen zu können. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu.

Welchen Schutz bietet die Impfung?
Dazu lässt sich bisher nur sagen, dass die bisher in Deutschland von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassenen Impfstoffe mit großer Sicherheit verhindern, an Covid-19 (schwer) zu erkranken. Unklar ist, ob sie verhindern, dass die Geimpften das Virus weiterverbreiten („Herdenschutz“).

Die Impfung bietet also zunächst einmal einen individuellen Schutz: Ich schütze mich vor der Erkrankung. Für sehr alte Menschen oder bei bestehenden schweren Vorerkrankungen kann das besonders wichtig sein. Ebenso für Personen, die aufgrund ihres Berufs einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind: im Krankenhaus, in der ärztlichen oder therapeutischen Praxis, in der Schule oder Kita, an der Supermarktkasse, als Busfahrer*in ...

Gleichzeitig stellt sich die soziale Frage: Trage ich, wenn ich mich impfen lasse, dazu bei, die so oft geforderte Herdenimmunität zu erreichen (man geht davon aus, dass dafür etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müssen)? Verhindere ich damit also ein weiteres Ausbreiten des Virus und schütze andere? Dazu lässt sich im Moment noch nichts Verlässliches sagen. Auch ist nicht klar, ob es für Covid-19 überhaupt einen Herdeneffekt geben kann. Wenn sich mit der Impfung aber tatsächlich schwere Krankheitsverläufe in hoher Zahl verhindern lassen, wäre zumindest unser Gesundheitssystem vor einer drohenden Überlastung geschützt.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
Diese Frage lässt sich bislang kaum beantworten. In den Zulassungsstudien traten verschiedene kurzfristige Impfreaktionen auf: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Selten wurden schwere allergische Reaktionen beobachtet. Jetzt, während der ersten Impfungen, wurden noch ungeklärte Corona-Ausbrüchen in Altersheimen kurz nach der ersten Impfdosis gesehen. Außerdem gab es eine geringe Zahl an Todesfällen kurz nach einer Impfung, bei denen noch zu klären ist, ob ein direkter Zusammenhang zur Impfung besteht. Da die ersten Impfungen an Hochbetagten mit zum Teil erheblichen Vorerkrankungen vorgenommen wurden, ist es nicht immer ganz einfach zuzuordnen, aus welchen Gründen der Tod schlussendlich eingetreten ist. 

Spätere Folgen werden sich erst in ein paar Jahren ermitteln lassen, vorausgesetzt, die Impfkampagne wird sorgfältig wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Auch hier kommen sehr individuelle Kriterien zum Tragen, wenn es um ein Ja oder Nein zur Impfung gehe: Wer schon sehr alt ist, braucht die möglichen Spätfolgen weniger zu fürchten als ein junger Mensch. Wenn mir die Impfung die Angst nimmt, mich anzustecken oder schwer zu erkranken, nehme ich unter Umständen auch Nebenwirkungen in Kauf.

Ein ausführliches Positionspapier zur Impfung gegen Covid-19 hat der Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ verfasst. Der Impf-Experte Dr. Steffen Rabe hat eine Übersicht erstellt, was man in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit über die derzeitigen Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 weiß.

Die Sachlage und die Erkenntnisse über das SARS-CoV-2-Virus, seine Mutationen, eine mögliche Erkrankung sowie über die einzelnen immer wieder neu anzupassenden Impfstoffe ändern sich sehr dynamisch. Wir bemühen uns, diesen Text laufend zu aktualisieren. (Stand Februar 2021)

 

Live-Talk | Corona-Impfung: Hilfen zur Entscheidung
Seien Sie online beim Expertengespräch mit Steffen Rabe udn Klaus Stöhr mit dabei am
25. Februar 2021 um 19 Uhr. Hier geht es zur Anmeldung.

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