Gesundheit der Zukunft

Forderungen an die Politik

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GESUNDHEIT AKTIV hat diese Forderungen an die Politik (PDF) formuliert, mit denen die Zukunft des Gesundheitswesens stärker auf die Interessen von Bürgern und Patienten ausgerichtet werden soll.

Unser Bürger- und Patientenverband setzt sich für ein Gesundheitssystem ein, in dem die Gesundheitsressourcen des einzelnen Patienten im Mittelpunkt stehen. Wir fordern einen Paradigmenwechsel vom derzeitigen Krankheitsverwaltungssystem zu einem Gesundheitswesen, in dem die individuelle Entstehung und Erhaltung von Gesundheit die entscheidende Bezugsgröße medizinischen Handelns ist. Die Förderung von Eigenaktivität, Selbstregulation und Kompetenz der Patienten stehen dabei im Mittelpunkt – individuell und bis in die Strukturen des Systems hinein. Das bedeutet konkret:

1. DAS GESUNDHEITSSYSTEM MITGESTALTEN

Wir fordern transparente Strukturen und Abläufe, die es BürgerInnen und PatientInnen ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen, selbst zu entscheiden und den Therapieverlauf zu gestalten. Entscheidungsprozesse müssen dezentralisiert und näher an die Betroffenen herangebracht werden.

Wir machen dazu folgende Vorschläge:

Ein persönliches Gesundheitsbudget bereitstellen

über das Versicherte innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) frei verfügen können. Jede/r sollte – nach ausführlicher fachlicher Beratung – selbst entscheiden können, welche der bewährten Behandlungsformen bzw. Therapiekonzepte in der aktuellen persönlichen Situation und entsprechend den eigenen Erfahrungen, Werten und Einstellungen stimmig sind. Diese kann sie/er auswählen, ohne zusätzliche Kosten tragen zu müssen. Das Budget sollte ein breites Spektrum von Wahloptionen abdecken, angefangen von zusätzlicher/erweiterter Diagnostik (Ultraschall, Laboruntersuchungen etc.) über Angebote der „besonderen Therapierichtungen“ (Naturheilkunde, Anthroposophische Medizin etc.) bis hin zu vertieften Gesprächen mit ÄrztInnen und TherapeutInnen.

Gesundheitsregionen in Deutschland aufbauen

deren Gestaltung sich an den jeweiligen lokalen Gegebenheiten, Herausforderungen und Besonderheiten orientiert. Jede Region erhält ein Budget für die basale Finanzierung aller Versorgungssektoren (ambulante und stationäre Versorgung, Rehabilitation, Prävention). Patienten- und BürgervertreterInnen, Kommunen, Kostenträger und Leistungserbringer werden direkt an Entscheidungen beteiligt. Die Planung und Koordination für besondere Patientengruppen, z. B. Schwerstkranke, sollte weiterhin überregional erfolgen.

2. INTEGRATIVE MEDIZIN VERANKERN

Jeder Patient geht einen eigenen Weg zur Gesundheit und Heilung. Rund 70 Prozent aller BürgerInnen in Deutschland hat bereits konventionelle Verfahren durch komplementäre, die Selbstregulationskräfte anregende Therapiemethoden ergänzt und damit gute Erfahrungen gemacht. Die Politik sollte plurale Methoden und individuell zugeschnittene Therapiekonzepte anerkennen und gleichberechtigt in das Gesundheitssystem einbinden. Dafür muss sie entsprechende Mittel bereitstellen und derzeit bestehende strukturelle Nachteile beheben. Wir brauchen in Zukunft eine integrative Medizin, die Betroffenen das gesamte Spektrum ihres Könnens und ihrer Erfahrung zur Verfügung stellt und nicht ideologische Grabenkämpfe auf Kosten der Patienten austrägt. Wir schlagen deshalb vor,

komplementärmedizinische Methoden als Kassenleistung zur Verfügung zu stellen

etwa in Form eines persönlichen Gesundheitsbudgets. Parallel fordern wir die Einrichtung einer mit öffentlichen Mitteln geförderten unabhängigen Beratungs- und Informationsstelle, in der alle wissenschaftlichen Ergebnisse und Erfahrungen zu den verschiedenen Therapien zusammengetragen werden, damit Betroffene sich umfassend informieren können. Gleichzeitig sollten auch internetbasierte und telefonische Beratungsangebote aufgebaut werden.

komplementäre Methoden in die ärztliche Ausbildung einzugliedern und mit öffentlichen Mitteln zu erforschen

Angehenden ÄrztInnen wird ein bewährter Teilbereich medizinischen Wissens an öffentlichen Universitäten derzeit weder vermittelt, noch im Rahmen aktueller medizinischer Diskurse eingeordnet und bewertet. Um eine hohe Qualität komplementärmedizinischer Methoden in der Praxis zu sichern und weiter zu entwickeln, müssen grundlegende Inhalte und Methoden traditioneller und komplementärer Verfahren im Gegenstandskatalog der Ärzteausbildung verankert werden. Im Interesse seiner BürgerInnen ist es außerdem Aufgabe des Staates, öffentlich finanzierte, unabhängige Programme aufzulegen, um komplementäre Therapieverfahren zu erforschen und in der Praxis zu evaluieren. So können Entscheidungsgrundlagen aufgebaut werden: für BürgerInnen, für politische EntscheiderInnen, für Pflegende, ÄrztInnen, TherapeutInnen und auch für die Kostenträger.

Wenn Sie sich mit diesen Forderungen verbinden können, dann zögern Sie nicht:
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