Schulprojekt

Zur Aufklärung über Pränataldiagnostik

Schwangere Frauen und werdende Eltern sind von Beginn der Schwangerschaft an mit vielen Untersuchungen und Tests konfrontiert. Die meisten von ihnen haben keine Gelegenheit oder Zeit, sich darüber bewusst zu werden und zu entscheiden, was sie über ihr ungeborenes Kind wissen möchten. Und noch weniger, wie sie dann mit diesem Wissen umgehen wollen.

Mehr Aufklärung erforderlich

Liegt eine pränatale Diagnose mit einem auffälligen Befund vor, fällt die Entscheidung mehrheitlich für einen Schwangerschaftsabbruch. Auch deshalb, weil nur selten auf Alternativen - und deren Mittel und Wege - hingewiesen wird, wie zum Beispiel das (Zusammen)Leben mit einem besonderen Kind oder eine palliative Entbindung. Umso wichtiger ist es, dass mehr aufgeklärt wird, über Pränataldiagnostik und den daraus resultierenden Folgen für die Familien, den Zwängen aber auch den Möglichkeiten, wie man sich entscheiden kann.

Ein Projekt für Schülerinnen und Schüler

Ab Herbst 2017 startete das Schulprojekt „Aufklärung Pränataldiagnostik“ erstmalig an drei verschiedenen Schulen in Berlin und Baden-Württemberg. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe werden über mehrere Wochen hinweg den Fragen nachgehen, wie viel Wissen sie über ihre ungeborenen Kinder in Zukunft für notwendig halten, wie sie mit vorgeburtlichen Informationen umgehen wollen und welche Begleitung ihrer Meinung nach notwendig wäre. Dabei wird das Thema selbstständig durch Interviews mit betroffenen Eltern und Fachpersonal sowie Besuche in entsprechenden Einrichtungen, Vereinen und Krankenhäusern erarbeitet und von einem Filmteam begleitet, wobei die Schülerinnen und Schüler teilweise selbst Regie führen dürfen.

Zentrale Fragen sind der Umgang mit Behinderung und Krankheit, der Medizin als Institution, deren Akteure sich zwischen Absicherung und Eid bewegen, dem Tabu vom Sterben und der Bewertung von Leben, wie zum Beispiel:

  • Wie wollen wir diesen Themen in unserer Gesellschaft begegnen?
  • Wo bleibt der Mensch im Angesicht der sich immer rasanter entwickelnden medizinischen Technik?
  • Wie können Betroffene würdevoll begleitet werden?

Im Frühjahr 2018 wurden die ersten Ergebnisse sowie der Film von den Schülern der Öffentlichkeit in Berlin präsentiert.

Das Projekt „Aufklärung Pränataldiagnostik“ ist ein gemeinsames Projekt des Bürger- und Patientenverbandes GESUNDHEIT AKTIV e. V., Berlin, in Kooperation mit der Autorin Kathrin Fezer Schadt und dem Projekt Dr. Ulla Franken der Stiftung Bewusstseinswissenschaften. Die Filmemacherin Dörte Grimm wird die Schülerinnen und Schüler in der Projektphase filmisch begleiten. Der Film wird zusätzlich von Regenbogen e. V. finanziell unterstützt. 

Interesse? Wir suchen…

… bundesweit interessierte Lehrer*innen und Schüler*innen, die sich in ihrer Schulklasse mit diesem Thema auseinander setzen und eine Lernreise in ihrer Umgebung machen möchten. Bei Interesse melden Sie sich bei GESUNDHEIT AKTIV e. V.
Telefon 030.69 56 872-0 oder per E-Mail.