Oktober 2026: Wie geht es weiter mit der Finanzierung von komplementärmedizinischen Behandlungen und Arzneimitteln? Mit der Verabschiedung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes im diesjährigen Sommer fällt die Krankenkassen-Erstattung von Anthroposophischer Medizin und Homöopathie für gesetzlich Versicherte zukünftig weg, es stellt sich also die Frage, welche Alternativen der Finanzierung es zukünftig geben kann.
Der politische Prozess, der dorthin geführt hat, hat viele Menschen mit dem Gefühl zurückgelassen, dass wesentliche Entscheidungen über ihre Gesundheitsversorgung ohne sie getroffen werden. Die Antwort darauf kann nicht allein im Protest liegen. Sie könnte auch darin bestehen, neue Formen der Mitwirkung, der gegenseitigen Unterstützung und der gesundheitlichen Selbstbestimmung zu entwickeln.
GESUNDHEIT AKTIV möchte hier einen Beitrag leisten. Wir arbeiten deshalb an der Idee lokaler Gesundheits-Solidargemeinschaften: Wir wollen prüfen, was wir gemeinsam selbst gestalten können. Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen Ersatz der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Sie bleibt die grundlegende Absicherung. Gesucht wird vielmehr eine zusätzliche, solidarische Möglichkeit für Leistungen und Eigenanteile, die nach Ausschöpfung der regulären Kostenträger bei den Patientinnen und Patienten verbleiben.
Die Idee ist zunächst einfach: Menschen schließen sich vor Ort zu einer Gesundheits-Solidargemeinschaft zusammen. Sie zahlen regelmäßig in einen gemeinsamen Fonds ein und entscheiden nach transparenten Regeln gemeinsam darüber, ob und in welcher Höhe daraus eine freiwillige Unterstützung gewährt werden kann.
Beginnen könnten solche Solidargemeinschaften mit Kerngruppen von fünf bis zwölf Menschen. Später könnten sie auf etwa 20 bis 30 Mitglieder anwachsen. Denkbar wären eine einmalige Starteinzahlung von 100 bis 250 Euro und ein monatlicher Mindestbeitrag von 25 Euro. Die ersten fünf arbeitsfähigen Gruppen könnte GESUNDHEIT AKTIV bei ihrem Aufbau mit einer finanziellen Starthilfe unterstützen.
Doch die Gruppen sollen mehr sein als bloße Erstattungstöpfe. Persönliche Begegnung, gemeinsames Gesundheitslernen, Mitsprache und gegenseitige Verantwortung gehören ausdrücklich zum Modell. Denn Empowerment bedeutet nicht, dass jeder Mensch allein mit den Folgen politischer Entscheidungen zurechtkommen muss. Es bedeutet vielmehr, gemeinsam wieder einen begrenzten eigenen Handlungsspielraum zu gewinnen.
Darin unterscheidet sich das Vorhaben auch von bereits bestehenden Solidargemeinschaften, die teilweise eine umfassende Alternative zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung anbieten. Der Ansatz von GESUNDHEIT AKTIV wäre eine neue Form gemeinschaftlich getragener Zusatzabsicherung, ergänzend zur bestehenden Krankenversicherung.
Die Überlegungen zu einer solchen Solidargemeinschaft befinden sich noch in einem frühen Stadium. Ein fertiges Modell liegt bislang nicht vor, ebenso wenig können konkrete Erstattungsleistungen zugesagt werden. Bevor eine solche Solidargemeinschaft tatsächlich starten kann, müssen insbesondere die rechtlichen, steuerlichen, datenschutzrechtlichen und versicherungsaufsichtsrechtlichen Voraussetzungen sorgfältig geklärt werden.
Die Idee eröffnet aber mindestens eine neue Perspektive: Gesundheitliche Selbstbestimmung muss nicht dort enden, wo politische Entscheidungen Handlungsspielräume einschränken. Sie kann auch dort wachsen, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, solidarische Lösungen entwickeln und ihre Gesundheitsversorgung ein Stück weit selbst mitgestalten.
Um einen ersten Schritt in Richtung eines tragfähigen Konzepts zu machen, ist vor allem eines wichtig: die Interessen und Bedürfnisse der Menschen zu kennen, die damit angesprochen werden sollen. Wir möchten deshalb gerne wissen, wie Sie über das Thema denken. Könnten Sie sich vorstellen, in einer Gesundheits-Solidargemeinschaft mitzuwirken? Was wäre dabei für Sie wichtig? Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Meinung in unserer Umfrage mit uns teilen. Es dauert nur wenige Minuten!
Sie möchten mehr über das Thema erfahren? Dazu bieten wir eine digitale Info-Veranstaltung an: am 03. November 2026, 19 Uhr. Kostenfrei und unverbindlich.
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